Erfahrungsbericht Katharina Gorges

Mein Praktikum im Medienprogramm Subsahara Afrika

Von März bis Juni 2013 habe ich ein viermonatiges Praktikum im Medienprogramm Subsahara Afrika der Konrad-Adenauer-Stiftung in Johannesburg absolviert. Das Büro der KAS liegt schön und zentral gelegen in Dunkeld, ist gut mit dem Auto und öffentlichen Verkehrsmittel zu erreichen und zum Mittagsessen sind es nur wenige Minuten zur großen Rosebank Mall.

Das Arbeitsumfeld hat mir vom ersten Tag an sehr gut gefallen. Die Atmosphäre ist sehr freundlich und durch die gemeinsame Nutzung der Büros mit dem Länderprogramm besteht ein enger Kontakt zu den Kollegen.

Das Medienprogramm
Die Arbeit des Medienprogramms lässt sich in zwei Felder einteilen: Das Engagement für eine vielfältige Medienlandschaft und für die Wächterfunktion des Journalismus auf der einen Seite, sowie eine werteorientierte Politische Kommunikation auf der anderen Seite. Es arbeitet sowohl mit Top-Entscheidern der afrikanischen Medienbranche, als auch mit Journalisten und politischen Kommunikatoren zusammen.

Während meines Praktikums bin ich mit beiden Teilbereichen in Kontakt gekommen, wobei sich die Arbeit im Bereich der Politischen Kommunikation eher auf administrative und organisatorische Aufgaben bezogen hat. So bestand meine Aufgabe vor allem darin, unsere Projektkoordinatorin in der Vorbreitung von Kongressen, Trainings und Workshops zu unterstützen. Dazu gehörte das Erstellen von Arbeitsmaterialien, Programmheften und Korrepondenzen und die Auswahl von geeigneten Tagungsstätten zur Vorbereitung auf Veranstaltungen des Medienprogramms wie die KAS E-lection Bridge in Windhoek und die Junior E-lection Bridge in Johannesburg.

Journalistische Arbeiten umfassten hauptsächlich die Recherche und das Verfassen von Berichten zu aktuellen medienpolitischen Prozessen und Ereignissen, die auf der Internetseite des Medienprogramms veröffentlicht wurden.
Bei der Recherche von Hintergrundinformationen, der Konzeptionierung und dem Verfassen der Berichte, sowie bei der Übersetzung in Englisch bzw. Deutsch habe ich stets eine große Freiheit eingeräumt bekommen. Beim anschließenden Besprechen und Editieren wurden mögliche Kritikpunkte aufgezeigt und ggf. Änderungen vorgenommen, was mir in meinem Lernprozess enorm weitergeholfen hat.
Neben Berichten zu aktuellen Ereignissen zählte zu meiner Arbeit auch die schriftliche Nachbereitung von Veranstaltungen des Medienprogramms in Form von Konferenzberichten, Interviews mit Tagungsteilnehmern oder die Evaluation von Kongressen.

Eine weitere meiner Aufgaben bestand in der Konzeptionierung der Facebook-Seite des Medienprogramms und der Pflege und Aktualisierung sowohl dieser, als auch unserer Website.

Um selbst einen Überblick über die Medienlandschaft unseres Einsatzgebietes zu bekommen und zukünftigen Interessierten diesen zu bieten, war ein großes Projekt zu Beginn meines Praktikums die Erstellung eines Media-Directorys. Durch intensive Recherche habe ich sowohl die einzelnen Einsatzländer von Subsahara-Afrika kennengelernt, als auch einen ersten Eindruck über die mediale und politische Kommunikation in Afrika erhalten, was für meinen Aufenthalt und die weiteren Arbeiten sehr hilfreich war.

Über den Tellerrand blicken
Generell ist das Medienprogramm bemüht, seine Praktikanten an einem Workshop in Südafrika teilnehmen zu lassen, um die Implementierung der Strategien und Pläne kennenzulernen und aktiv an deren Umsetzung beteilgit zu werden.

Im Zeitraum meines Praktikums war mir leider nicht vergönnt, an einem Workshop oder Kongress in Südafrika teilzunehmen, um die Implementierung der Strategien und Pläne kennenzulernen und aktiv an deren Umsetzung beteilgit zu werden.
Als sehr attraktives und durchaus empfehlenswertes Alternativprogramm hatte ich die Möglichkeit, drei Wochen meiner Praktikumszeit bei der Campus-Radiostation Voices of Wits (VOW) an der University of the Witwatersrand (Wits) in Johannesburg zu verbringen, um einen Einblick in die Arbeit der Radiostation als einer der Partner des Medienprogramms zu erhalten. Als Teil des Newsteams war ich sowohl für die Erstellung von täglichen Nachrichten verantwortlich, als auch für die Vorbereitung der wöchentlichen Talkshow Breaking Ground. Die Arbeit mit vielen jungen, engagierten Menschen und die vielseitige Arbeit bei VOW hat mir sehr gut gefallen und mein Praktikum toll ergänzt.

Neben spannenden Aufgaben im Medienprogramm gibt es stets genügend Freiraum, um persönliche Interessen und Studienschwerpunkte mit in die Arbeit einfließen zu lassen. Eigene Projektideen und Anregungen sind jederzeit sehr willkommen und werden vom Leiter des Programms nach Kräften unterstützt.

Johannesburg
Ich habe Johannesburg (und Südafrika im Allgemeinen) als äußerst spannend empfunden. Ich hatte von Beginn an eine sehr positive Einstellung dem Land und den Menschen gegenüber und konnte meine Zeit hier deshalb auch sehr genießen.
Ich habe während meines Praktikums in einer internationalen WG gelebt. Aufgrund der zugegebenermaßen teilweise unsicheren Verhältnisse in Johannesburg kann ich nur jedem raten, nicht alleine zu wohnen. Es ist sehr hilfreich, Erfahrene (Einheimische) zu kennen, die einen vor allem in den ersten Tagen bei Fragen mit Rat und Tat zur Seite stehen können (Öffentliche Transportmittel, Verhalten in bestimmten Situationen, Orte die man meiden sollte/ die man unbedingt gesehen haben muss etc.).
Ich selbst habe die öffentlichen Verkehrsmittel (Metrobusse, Minibus Taxen) genutzt um mich tagsüber fortzubewegen. In der Dunkelheit sollte man dies dennoch keinesfalls tun, weshalb ein Auto zum Ausgehen dringend notwendig ist. Aufs Ausgehen sollte man keinesfalls verzichten, nur durch den Kontakt mit Südafrikanern lernt man das Land, die Ansichten und Verhältnisse erst richtig kennen. Generell habe ich die Menschen hier als sehr freundlich und offen erlebt, weshalb es mir nicht schwergefallen ist, neue Bekannte und Freunde zu finden.

Mit etwas Vorsicht und einer großen Portion Selbstbewusstsein und (Selbst-)Vertrauen kann Südafrika einiges bieten. Von sehr vielen positiven und wenigen negativen Erlebnissen geprägt blicke ich auf fünf Monate zurück, die mich in meiner beruflichen, sowie persönlichen Entwicklung enorm vorangebracht haben.

Ich bin froh, meine Entscheidung für das Medienprogramm, für Johannesburg, getroffen zu haben und bedanke mich ganz herzlich beim gesamten Team des Medienprogramms für eine tolle, lustige, aufregende, lehrreiche Zeit und die tolle Unterstützung in jeglicher Hinsicht.

Katharina Gorges

erschienen

Republik Südafrika, 27. Juni 2013

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