Die 2017 KAS Stipendiaten

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Die deutsche Psychologiestudentin und KAS Journalismus Stipendiatin Anne-Lena Leidenberger traf die drei bemerkenswerten afrikanischen Journalisten, die aus über 200 Bewerbungen für das 2017 KAS Media Africa journalism Stipendium ausgewählt wurden. Hier erzählt sie die Geschichten von Menschen, die sonst nur die Geschichten anderer erzählen.

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Fotos fuer das Research Projekt von Anne-Lena Leidenberger ueber die Journalismus Stipendiaten. Pontsho vor Mail & Guardian

Pontsho Pilane

„Es geht darum, den Lesern komplexe Dinge durch die Geschichten echter Menschen nahe zu bringen“, sagt Pontsho und man kann ihr die Begeisterung ansehen. Besonders Ungerechtigkeiten zwischen Menschen verschiedener Ethnien und jeder Art von Minderheiten müssten laut Ponthso in ihrem Heimatland Südafrika thematisiert werden. „Ich will, dass Menschen anfangen zu verstehen, kritisch sind und doch weniger verurteilen“. Dass die Menschen mehr verstehen – das will auch Julius. Er ist 33 Jahre alt und gebürtiger Liberianer. Demokratie, Wirtschaftswachstum, Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, gute Regierungsführung und der Kampf gegen Armut – zählt er auf – seien die Dinge, die seine Arbeit und sein Land am meisten benötigen. Der Liberianer musste in seinem Leben bereits den Krieg im Heimatland als auch den Ausbruch der Ebola-Krise miterleben. Bessere Ausbildung und Verantwortungsbewusstsein im Journalismus und die Interessen der Bevölkerung sind für Albert am wichtigsten. Der 29-Jährige wurde in Simbabwe geboren und zog mit seiner Familie im Grundschulalter nach Malawi. „Ich mag es, Geschichten zu erzählen“, sagt er und man glaubt es ihm.

Drei junge Menschen, die nicht nur die afrikanische Herkunft gemeinsam haben: Alle drei sind Journalisten, die für und über die Menschen ihres Landes schreiben und Dinge verändern möchten. Alle drei werden außerdem durch das Journalismusprogramm der Konrad-Adenauer-Stiftung in Sub-Sahara-Afrika gefördert, was ihnen einen Masterabschluss des Journalismusprogramms der Universität Witwatersrand in Johannesburg ermöglicht. Das ist die Geschichte von drei Menschen, die sonst nur die Geschichten anderer erzählen.

„Ich möchte bis an die Wurzeln der Dinge vordringen“

Pontsho ist eine der Frauen, die man nicht so schnell vergisst. Das grün-orange Kleid, das sie an diesem Dienstagmorgen trägt, scheint die Persönlichkeit der jungen Journalistin perfekt widerzuspiegeln. Knallig, bunt und mutig. Gleichzeitig ist sie auch die Art von Frau, die selbst wahrscheinlich selten ein Wort über Kleidung verliert. Sie spricht lieber über Menschenrechte, Emanzipation der Frau sowie über Unterstützung von Minderheiten. „Ich breche wissenschaftliche Sachverhalte herunter und erkläre diese mithilfe der Geschichten von Menschen“, sagt sie. Erst vor sechs Monaten trat Pontsho ihre Stelle als Journalistin im Bhekisisa Centre for Health Journalism, der Gesundheitsabteilung der südafrikanischen Wochenzeitung Mail and Guardian, an. Vorher arbeitete sie als Journalistin für die Website The Daily Vox. Pontsho und ihr Kollegium berichteten damals über die sogenannte #feesmustfall- Bewegung, den Protest junger Studenten gegen steigende Studiengebühren und den Kolonialeinfluss an Südafrikas Universitäten. „Es war das erste Mal nach Ende der Apartheid, dass sich Studenten mobilisiert haben“, sagt sie stolz. Heute liegt ihr Schwerpunkt auf anderen Dingen. Dingen, die in der Bevölkerung Südafrikas oft totgeschwiegen werden. In ihrer ersten Geschichte für den Mail & Guardian-Gesundheitsteil schrieb sie darüber, wie die Nöte und Sorgen unfruchtbarer Frauen von südafrikanischen Krankenkassen komplett außer Acht gelassen werden. Heute sitzt sie auf dem weißen Ledersofa des Redaktionsraums und macht den Anschein, als hätte sie nie etwas anderes getan. „Der Bereich Gesundheit ist sozialer als alles andere“, sagt Pontsho. Themen wie HIV, Sexualität und Menstruation gingen in der Bevölkerung noch immer mit Scham und Stigmatisierung einher. „Wenn ein junges Mädchen aus armen Verhältnissen mit deutlich älteren Männern schlafen muss, um sich und ihren Eltern Essen zu kaufen, dann ist das ein soziales Problem“, sagt sie, „wenn sie sich dadurch aber mit HIV infiziert, dann wird es auch zu einem Gesundheitsproblem.“ Es handle sich hierbei um gesundheitsrelevante Probleme, deren Wurzeln jedoch nicht in der Gesundheit begründet lägen. „Ich will bis an die Wurzel vordringen“, sagt Ponthso. Schwangerschaft unter Minderjährigen sei ein weiteres Beispiel hierfür. Wenn ein 13-jähriges Mädchen schwanger werde, ihre Gemeinde sie daraufhin beleidigt und ausstößt, dann sei das zwar ein soziales Problem, wenn das Mädchen deshalb aber eine illegale Abtreibungen durchführt, dann handle es sich ganz schnell auch um ein Gesundheitsproblem, erklärt sie. Als Journalistin möchte sie Bewusstsein für den richtigen Umgang mit diesen Problemen schaffen. HIV sei damals von den Medien eher als ein politisches, als ein Gesundheitsthema behandelt worden, sagt Pontsho, deren Mutter damals selbst als HIV-Beraterin arbeitete. „Man hat damals ernsthaft in Diskussionssendungen darüber spekuliert, ob Knoblauch und Ingwer gegen den HI-Virus helfen können“, sagt Pontsho empört. „Deshalb ist es so wichtig, dass wir uns unserer Verantwortung als Journalisten bewusst sind: Informationen – gute, als auch schlechte – verbreiten, aber immer vorsichtig sind, wie wir über Dinge berichten.“ Auf reißerische und sensationsgierige Berichterstattung müsse verzichtet werden, so die 26- Jährige. „Handelt es sich immer noch um freie Meinungsäußerung, wenn es Schaden anrichtet?“, fragt sie. Stille im Raum. Neben den Gesundheitsthemen wünscht sie sich vor allem eins: Vielfältigkeit in den Zeitungsredaktionen. Nur wer die kulturellen Aspekte und Hintergründe eines Sachverhaltes verstehe, der könne richtig berichten. Das helfe sensible Debatten besser zu verstehen, wie zum Beispiel die, warum ein Cartoonist trotz Kunstfreiheit, in einem Land mit einer Vergangenheit wie Südafrika sie kennt, keinen farbigen Politiker als Affe darstellen könne. „Wir müssen uns immer dem Kontext und der Umwelt bewusst sein, in der wir existieren“, sagt sie. Das gelte auch für alle anderen Bereiche. „Deshalb brauchen wir Vielfalt in unseren Redaktionen: Menschen jeder Hautfarbe, jeder sozialen Schicht, jeder sexuellen Orientierung und jedes Geschlechts“, sagt sie und sie betont, dass dies über die klassische Vorstellung von Mann und Frau hinausgehe. Das bedeutet auch, dass Zeitungen in alle fünf Landessprachen übersetzt werden müssten. Journalismus der alle Menschen miteinbezieht, das wünsche sie sich.

„Als Journalist darfst du nicht zweifeln – du musst informiert sein“

Julius läuft durch die Gänge und Gassen des Universitätscampus. Obwohl er hier erst zwei Monate studiert, wirkt es, als kenne er sich schon gut aus. Schließlich setzt er sich auf die Wiese vor das Bauwerk, das beinahe an einen römischen Palast erinnert und klappt seinen Laptop auf. Man kann sich gut vorstellen, wie er hier mit anderen Studenten nach der Vorlesung sitzt und gemeinsam lernt. „Ich arbeite jetzt seit mehr als zehn Jahren als Journalist“, beginnt er. Was unter normalen Umständen relativ unspektakulär klingt, zeugt in Julius Fall von großem Mut, denn die Umstände unter denen er gearbeitet hat, waren alles andere als normal. Julius, geboren 1983, floh in den frühen Neunzigern mit seiner Familie von Liberia nach Guinea. Sie entkamen dem Bürgerkrieg, der in ihrem Heimatland ungefähr ein Jahr zuvor an Heiligabend ausgebrochen war. „Das war es wahrscheinlich auch, was mich inspiriert hatte, Journalist zu werden“, erinnert er sich, „wir saßen damals alle gemeinsam vorm Radio und haben Nachrichten aus Liberia gehört.“ Die Medien hätten ihm damals sehr geholfen, sagt der 33-Jährige. Mithilfe derer konnte er informiert bleiben, über die Geschehnisse in seinem Heimatland. „Die Medien haben wirklich versucht zwischen den verfeindeten Parteien zu vermitteln und somit den Konflikt zu beenden.“ Nach Ende des Kriegs 1997 ging die Familie zurück nach Liberia, doch nur zwei Jahre nach der Rückkehr brach ein erneuter Konflikt aus. „In dieser Zeit war Liberia wieder sehr instabil“, erinnert sich Julius. Während die Auseinandersetzungen zunächst hauptsächlich in anderen Teilen des Landes stattfanden, erreichten die Ausschreitungen im Jahr 2003 auch die Hauptstadt Monrovia, in welcher Julius zu dieser Zeit lebte. Er hatte gerade seine Schullaufbahn beendet. Eine Abschiedsfeier gab es damals nicht, zu gefährlich wäre das gewesen, sagt er. Besonders die Kinder, die damals noch zur Schule gingen, haben es schwer gehabt, da die diese zu dieser Zeit für mehrere Monate schließen mussten, so Julius. Schon in seiner Schulzeit war der Liberianer journalistisch aktiv und so entschied er sich nach seinem Schulabschluss die Journalistenausbildung des staatlichen Rundfunksenders Liberia Broadcasting System zu absolvieren und für diesen auch zu arbeiten. Später war er dann für den privaten Radiosender Star Radio Liberia tätig. Der Bürgerkrieg fand 2003 offiziell ein Ende, doch nur ein Jahrzehnt später folgte die nächste Katastrophe: Ebola. Liberia verzeichnet im März 2014 die ersten Todesfälle in Folge der Ebola Epidemie, eine hoch ansteckende und meist tödlich verlaufende Viruserkrankung. „Die Menschen dachten damals zunächst, Ebola wäre nur ein Gerücht“, erklärt Julius, „viele Menschen trauen der Regierung nicht und zweifelten deren Informationen und Sicherheitsvorkehrungen an.“ Auf die Frage hin, ob er auch seine Zweifel gehabt hätte, muss Julius keine Sekunde überlegen: „Nein, als Journalist darfst du nicht zweifeln – du musst informiert sein.“ Der Virus forderte zunächst Opfer im Nachbarland Guinea und schwappte dann über nach Liberia. Das Leben während der Ebola Krise war hart. Freunde besuchen, zur Arbeit gehen, Hände schütteln – all diese Dinge waren nicht mehr möglich. Auch Regierungstätigkeiten konnten nicht mehr voll ausgeführt werden. Damals schrieb Julius als Korrespondent für die Rundfunkproduktion Deutsche Welle einen Kommentar in Reaktion auf den Einsatz der deutschen Bundeswehr im Ebola Gebiet – „Deutsche Hilfe in Liberia, besser spät als nie“ war der Titel des Artikels. Obwohl unter den mehr als 10.000 Ebola-Erkrankten in Liberia niemand aus Julius‘ Familie war, betraf ihn die Krise unmittelbar. „Ich hatte damals gerade meine Zusage für das Stipendium bekommen, allerdings konnte ich wegen des Ebola Ausbruchs in meinem Heimatland nicht nach Südafrika einreisen“, erklärt er. Julius wurde daraufhin von der Stiftung zurückgestellt und konnte ein Jahr nach dem Ende der Epidemie schließlich doch seinen zweiten Journalismusabschluss beginnen. Er habe dadurch gelernt, wie wichtig es sei, als Journalist nicht reißerisch über Dinge zu schreiben. „Berichten und unterrichten, das ist wichtig“, resümiert er. Die Alphabetisierungsrate in Liberia wird auf unter 50 Prozent geschätzt, nur knapp über fünf Prozent der Schüler beenden mehr als nur die sechste Klasse, auch die Jugendarbeitslosenrate beträgt über 70 Prozent. Bildung ist daher ein sehr wichtiges Thema, so Julius. Neben der fehlenden Bildung gefährdet Korruption das Land und den Journalismus. Auf die Frage, ob er nach seinem Aufenthalt in Südafrika in sein Heimatland zurückkehren möchte, runzelt er überrascht die Stirn. „Natürlich“, antwortet er, „zwar hat man in Zeiten der Globalisierung sozusagen die Möglichkeit fast überall zu leben, aber ich glaube, dass Journalisten wie ich eine Aufgabe in Liberia haben.“ Nicht aufzuhören, seinem Heimatland zu dienen und es damit zu verbessern, sei das Wichtigste für ihn, sagt Julius. „Als afrikanischer und liberianischer Journalist ist es wichtig, dass du für die Dienste in deinem Land zur Verfügung stehst.“ Von einem stabilen Liberia träume er und für ein stabiles Liberia würde er auch arbeiten.

„Es gibt immer irgendjemand, der irgendetwas nicht weiß und hier komme ich ins Spiel“

Es ist ein heißer Donnerstagnachmittag. Albert sitzt in der Sonne auf der großen Grünfläche des Universitätsgeländes. Er spricht sehr schnell und man hat das Gefühl, dass er genau weiß, was er sagen möchte. „Mein Interesse für den Journalismus habe ich bereits in der ersten Klasse entdeckt“, erzählt er, „damals sollten wir der Klasse eine Geschichte auf Englisch erzählen. Ich erinnere mich, wie die ganze Klasse geklatscht hat, nachdem ich an der Reihe war. Von da an wusste ich: Ich möchte Geschichten erzählen.“ Das war damals in Simbabwe, wo Albert auch geboren wurde. Als sein Großvater verstarb, beschloss seine Großmutter, die als malawische Auswanderin einst nach Simbabwe gekommen war, zurück in ihr Heimatland zu ziehen und die ganze Familie folgte ihr. Er habe viele gute Erinnerungen an die Zeit in Simbabwe, sagt Albert. „Ich erinnere mich an den Tag, als ich 50 Simbabwe Cents auf der Straße gefunden habe, welche damals sehr viel wert waren. Meine Mutter war überglücklich und kaufte mir eine Menge toller Sachen.“ Die Zeit nach dem Umzug war nicht leicht. Nachdem die Familie in Malawi angekommen war, lebten sie weniger als einen Kilometer von der Grenze zu Mosambik entfernt, wo damals Bürgerkrieg herrschte. Als Albert seinen Onkel eines Tages fragte, weshalb so gut wie nicht über den Krieg in Mosambik berichtet werde, sagte dieser, dass die Auseinandersetzungen wahrscheinlich von den Medien ignoriert werden, weil sie nicht in Malawi stattfanden. Das machte Albert nachdenklich. „Ich habe begonnen mit der Idee zu spielen, selbst Journalist zu werden“, sagt er, „dies war damals allerdings ein weit entfernter Traum, da ich in Malawi, anders als in Simbabwe, keine Zugang zu Zeitungen hatte.“ Als Albert 13 Jahre alt war, verlor er seine leibliche Mutter. Er verbrachte somit den Großteil seiner Kindheit mit seiner Großmutter, seinen Onkeln und Brüdern. Im Haus der Großmutter gab es keine Elektrizität. Wasser zapften sie von einem Wasserloch, das der Dorfgemeinschaft gemeinschaftlich zur Verfügung stand. Seine Leidenschaft für den Journalismus verfestigte sich, als Albert nach seinem Schulabschluss erneut umzog, diesmal zu seinem Bruder, der selbst als Journalist arbeitet. „Die Idee hat damals keinen großen Zuspruch erhalten, meine Familie sagte, ich solle lieber Ingenieurswesen oder Medizin studieren, da ich gut in Mathe in Naturwissenschaften war“, erinnert sich Albert. Er ließ sich dadurch jedoch nicht entmutigen und begann seine Arbeit als freier Journalist für Nation Publications Limited (NPL). „Erst als ich meine ersten 175.000 Malawi-Kwacha, umgerechnet circa 1300 US-Dollar, verdient hatte und diese wiederum in meine Journalismuskarriere investieren wollte, begann mein Bruder mich ernst zu nehmen“, erzählt Albert, „er sagte, ich müsse von nun an hart arbeiten und das tat ich.“ 2008 trat er eine Vollzeitstelle für NPL an. Von da an ging es steil bergauf mit Alberts Journalismuskarriere. 2016 gewann er unter anderem den MISA Preis für den besten Journalisten des Landes. Er glaube, dass der Journalismus schon immer ein Teil von ihm gewesen sei, sagt Albert. „Es gibt immer irgendjemand, der irgendetwas nicht weiß und hier komme ich ins Spiel.“ Der 29-Jährige erzählt, dass seine Chancen nach Großbritannien zu gehen letztes Jahr sehr groß waren, er aber für das Stipendium der Konrad-Adenauer-Stiftung alles habe stehen und liegen lassen. „Mir gefiel das Konzept, das hier spezifisch afrikanische Journalisten unterstützt werden“, sagt er, „Ich will Teil dieser Lösung sein. Ich glaube ich kann viel von den afrikanischen Medien lernen und sie können viel von mir lernen“. Journalismus in Malawi hat mit vielen Problemen zu kämpfen, eines davon ist die fehlende Bildung. „Ich glaube es gibt nicht mal 50 Journalisten mit Master Abschluss in meinem Heimatland“, erzählt Albert, „und wahrscheinlich nicht mal fünf mit Doktortitel“. Auch außerhalb des Journalismus gibt es viele Probleme. Korruption, Dürreperioden und die schwache Wirtschaft des Landes machen der Bevölkerung das Leben schwer. „Es ist auch die Einstellung der Menschen, die sich ändern muss“, sagt Albert, „viele Menschen denken immer noch: Die Regierung macht das schon für mich, auch wenn es sich um Aufgaben handelt, die man selbst leicht erledigen könnte.“ Für Albert geht es im Leben vor allem darum, hart für seine Ziele zu arbeiten. „Ich bin aufgewachsen mit der Einstellungen: Ich möchte mehr aus meinem Leben machen.“

„Es sieht alles so einfach aus, jetzt wo wir hier sind“

Die Stiftung ermöglicht den drei Stipendiaten die Finanzierung des Journalismus-Masters an der Witwatersrand-Universität in Johannesburg und möchte damit junge Afrikaner unterstützen, den Journalismus und die Meinungsfreiheit in ihrem Land voranzutreiben. Was diese dafür mitbringen müssen sind Berufserfahrung, einen ersten Abschluss und eine Passion für den Journalismus. Von all dem haben Pontsho, Julius und Albert genug. „Es ist eine wundervolle Möglichkeit“, sagt Julius. Besonders der Kurs Medienrecht und Ethik inspiriere seine Arbeit. „Das hat mir nochmals verdeutlicht, wie wichtig ein unabhängiger Journalismus ist, der wahrheitsgetreu berichtet und schädliche Auswirkungen wie Stigmatisierung minimieren kann“. Der Liberianer könnte sich gut vorstellen, nach seinem Abschluss eine Medienstiftung zu gründen, um qualitativ hochwertige Bildung in seinem Land zu fördern. Liberianer sollen über ihre Rechte aufgeklärt werden und die Regierung für ihre Pflichten und Entscheidungen in die Verantwortung genommen werden. Auch Albert könnte sich gut vorstellen, in Zukunft in diese Richtung zu gehen. Auch er würde gerne sein eigenes Medienhaus gründen, das sich auf die Überprüfung des Wahrheitsgehaltes von Informationen spezialisiert. Auch den Doktortitel strebt er nach Abschluss des Masters an und möchte eines Tages an Universitäten unterrichten, da es in Malawi vor allem an Inspiration und gut ausgebildeten Akademikern fehle. Das strebt auch Pontsho an. „Wir haben einen Mangel an schwarzen Dozentinnen in Südafrika“, sagt sie, „ich will nicht, dass sich ein dunkelhäutiges Mädchen in zehn Jahren immer noch nicht repräsentiert fühlt, an den Universitäten ihres Landes.“ Die Kombination aus Lehre an der Universität und der Arbeit als Journalistin ist, was die 26-Jährige erreichen möchte. „Das Stipendium ist ein tolles Privileg und eine Belastung zugleich“, sagt Ponthso, „Vollzeit zu arbeiten und zu studieren ist anstrengend, aber ich weiß, dass es das ist, was ich tun möchte und tun muss und ich habe meinen Frieden damit gemacht“. Alle drei Stipendiaten berichten nur Positives über ihre bisherige Zeit an der Johannesburger Universität. „Es sieht alles so einfach aus, jetzt wo wir hier sind“, sagt Albert nachdenklich, „aber wenn man bedenkt, wie viele Hürden und Herausforderungen wir alle meistern mussten, um hier zu sein, dann versteht man, warum ich stolz bin“.

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Republik Südafrika, 17. Mai 2017

Kontakt

Christoph Plate

Leiter des Medienprogramms Subsahara-Afrika

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Tel. +27 11 214 29 00
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