KAS und Naumann-Stiftung präsentieren Projektarbeit in Sofia

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Die Deutsch-Bulgarische Industrie- und Handelskammer (DBIHK) in Sofia hat zu einer Veranstaltung zur Arbeit der deutschen politischen Stiftungen eingeladen. Gastgeber des Events am 14. Dezember in den Räumen der Kammer waren die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) und die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (FNF). Vertreter beider Organisationen stellten ihre Arbeit in Bulgarien und regionale Programme für Südosteuropa vor.

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Der Leiter des KAS-Landesbüros in Bulgarien, Thorsten Geißler, erklärte das Konzept der parteinahen Stiftungen.

Der Leiter des KAS-Landesbüros in Bulgarien, Thorsten Geißler, erklärte das Konzept der parteinahen Stiftungen.

Die Veranstaltung wurde von der stellvertretenden DBIHK-Geschäftsführerin Carmen Struck eröffnet. Der Leiter des KAS-Landesbüros in Bulgarien, Thorsten Geißler, erklärte das Konzept der parteinahen Stiftungen. Er betonte, dass sie rechtlich und organisatorisch unabhängig seien und als Hauptziele die politische Bildung und Beratung haben. Dies gelte nicht nur für die Konrad-Adenauer-Stiftung, sondern für alle politischen deutschen Stiftungen. Überdies, erklärte Geißler, setze sich die KAS für europäische Werte und soziale Marktwirtschaft ein. "Politik allein genügt nicht, wir brauchen auch die Zivilgesellschaft", so Geißler. Aus diesem Grund arbeite die Stiftung in Bulgarien auch eng mit Jugend- und Frauenorganisationen zusammen. Zum Schluss unterstrich er die Rolle Bulgariens als wichtiger strategischer Partner für Deutschland: "Es ist sehr positiv, dass die Zahl der Delegationen zwischen den beiden Ländern ständig wächst."

Christian Spahr, Leiter des KAS-Medienprogramms Südosteuropa in Sofia, kommentierte die Medienlage in der Region und stellte die Aktivitäten seines Büros vor. Er zeigte am Beispiel eines Rankings von Reporter ohne Grenzen auf, wie sich die Medienfreiheit in vielen südosteuropäischen Ländern verschlechtert hat. Zudem erklärte er, dass das Vertrauen der Bürger in die Medien weiter sinke. Der Mangel an Qualitätsjournalismus liege teilweise an intransparenten Eigentümerstrukturen der Medien und schlechten Arbeitsbedingungen der Journalisten. Einen möglichen Ansatz zur Verbesserung der Lage sieht Spahr in einer effektiveren Mediengesetzgebung und besseren Selbstregulierung.

Spahr präsentierte aktuelle Projekte des Medienprogramms, etwa zwei neue Publikationen zu Kriegsberichterstattung und Journalistenausbildung sowie ausgewählte Veranstaltungen im Bereich der politischen Kommunikation.

Zudem stellte Thorsten Geißler das KAS-Rechtstaatsprogramm Südosteuropa vor, da er auch Leiter des entsprechenden KAS-Büros in Bukarest ist. Geißler sagte, dass es bereits Erfolge im Bereich der Korruptionsbekämpfung in einigen südosteuropäischen Ländern gebe. Dennoch sei es wichtig, dass die effektive Implementierung der Gesetze weiter verbessert werde.

In einem weiteren Vortrag erklärte Daniel Kaddik, Projektleiter für Südosteuropa der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit, die Grundprinzipien und aktuelle Aktivitäten seiner Organisation.

Nach den Präsentationen diskutierten die Redner mit dem Publikum über die Bedeutung der Stiftungsarbeit für Bulgarien. Kaddik und Geißler kommentierten, dass sich die deutschen Stiftungen vor Ort abstimmen und thematisch ergänzen. So werde es ermöglicht, dass sie mit ihren Aktivitäten unterschiedliche Politikbereiche und Zielgruppen ansprechen.

Autor

Manuela Zlateva

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Bulgarien, 14. Dezember 2016