KAS-Leiter kommentieren Politik und Medien in Albanien

Interview mit der albanischen Zeitung „Panorama“

Der Leiter des KAS-Landesbüros Albanien, Walter Glos, und der Leiter des KAS-Medienprogramms Südosteuropa, Christian Spahr, haben in einem gemeinsamen Interview mit der führenden Tageszeitung „Panorama“ die aktuellsten politischen Themen im Lande kommentiert. Dazu zählen die politische Lage vor den Wahlen im Juni 2017 und die Kooperation der KAS mit der Demokratischen Partei Albaniens (DP) bei der Entwicklung eines wirtschaftspolitischen Programms und einer Kommunikationsstrategie.

Cover: KAS-Leiter kommentieren Politik und Medien in Albanien

    Walter Glos erläuterte die Zusammenarbeit von KAS und CDU mit der DP im Rahmen der politischen Familie der EVP. Es sei selbstverständlich, sich gegenseitig zu beraten und zu unterstützen. Glos nannte die wichtigsten Empfehlungen der KAS mit Blick auf das Wahlprogramm der DP: eine funktionierende und von allen anerkannte Rechtsordnung, ein für jeden zugängliches Bildungssystem, eine unternehmerfreundliche Verwaltung und ein für in- wie ausländische Investitionen verlässliches Umfeld. Wichtig seien zudem eine marktwirtschaftliche Wettbewerbsordnung und auf die spezifische Situation der albanischen Gesellschaft abgestimmte Politikfelder.

    „Auf diesen Empfehlungen beruhend, möchten wir mit der DP ein für die Bevölkerung verständliches Konzept entwickeln. Für die DP ist es besonders wichtig, Wähler zurückzugewinnen, die das Vertrauen in die albanische Politik verloren haben.“ Daher sei es wichtig, ein klares und verständliches Konzept zu haben, so Glos weiter.

    Nach Ansicht von Medienprogramm-Leiter Christian Spahr hat die DP als Oppositionspartei besondere Herausforderungen, ihre Botschaften überzeugend zu vermitteln. Ähnlich wie die politische Landschaft sei die Medienlandschaft sehr polarisiert. Politischer Druck auf die Medien nehme aktuell zu. Wenn die Opposition in Leitmedien nicht angemessen berücksichtigt werde, müsse die DP ihre Strategie an die erschwerten Bedingungen anpassen. Für Oppositionsparteien sei es wichtig, die Einflussnahme der Regierenden auf Redaktionen öffentlich zu diskutieren – in einem Dialog mit der Zivilgesellschaft und internationalen Organisationen.

    Gleichzeitig gäbe es Möglichkeiten, aus der Opposition heraus einen neuen Stil der politischen Kommunikation zu entwickeln. Dieser solle die europäisch ausgerichtete Bevölkerung in Albanien ansprechen, die sich eine weitergehende politische Modernisierung wünscht. DP-Chef Lulzim Basha entstamme einer neuen Politikergeneration. Er könne für eine Kommunikation mit der Bevölkerung stehen, die nicht in erster Linie polarisiert, sondern mit Argumenten überzeugt.

    Autor

    Klaudja Zerva

    erschienen

    Tirana, 14. Februar 2017

    Bereitgestellt von

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