Interview: Medienhilfe muss langfristig angelegt sein

Für eine wissenschaftliche Studie wurde Christian Spahr, Leiter des KAS-Medienprogramms Südosteuropa, zum Thema Medienhilfe in Südosteuropa interviewt.

Die Mediensituation Südosteuropas und die Unterstützung internationaler Akteure im Medienbereich waren Themen eines Interviews mit Christian Spahr im Rahmen einer Masterarbeit an der George Washington University, Washington, D.C. ("Post-Conflict Transition and Media Development: The Role of International Media Assistance"). Er stellte im Gespräch mit der Studentin Iris Froeba die Arbeit des KAS-Medienprogramms vor.

Trotz einer Liberalisierung der Medien und einschlägigen Reformen sei die Mediensituation in Südosteuropa immer noch sehr kritisch zu sehen. "Die größten Hindernisse für die Medienfreiheit sind die schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen und die Eigentumsverhältnisse der Medien", so Christian Spahr. Viele Medien seien im Besitz von Oligarchen oder Geschäftsleuten, die diese Medien zur Verfolgung ihrer eigenen politischen Ziele nutzten.

"Medienfreiheit ist stark mit einer demokratischen Kultur verbunden", betont Spahr. Eine demokratische politische Kultur könne sich aber nicht über Nacht entwickeln. Medienhilfe und Projekte im Medienbereich müssten deshalb langfristig ausgelegt sein. Das KAS-Medienprogramm Südosteuropa fördert seit 2005 die Unabhängigkeit und Freiheit der Medien in den Ländern der Region, indem u.a. Seminare und Workshops für Journalisten angeboten werden. Des Weiteren wird der Dialog zwischen den Ländern Südosteuropas gefördert, um Best Practices und Know-how im Medienbereich auszutauschen. Die KAS setzt auf einen regionalen Ansatz, da die Länder oft mit ähnlichen Herausforderungen zu kämpfen haben und vergleichbare Lösungsansätze gefunden werden können.

Das komplette Interview ist hier auf Englisch verfügbar.

Autor

Darija Fabijanić

erschienen

Bulgarien, 1. März 2017