Wo steht Mexiko im Jahr 2015?

Catedra Konrad Adenauer in Guadalajara analysiert Szenarien

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In Zusammenarbeit mit der Catedra Konrad Adenauer des ITESO und dem christlichen Unternehmerverband USEM realisierte die Konrad Adenauer Stiftung jetzt in Guadalajara den interaktiven Workshop „Bewältigung gesellschaftlicher Konfllikte und aktive Bürgergesellschaft“ in Mexiko. Die Maßnahme stützte sich dabei auf Vorerfahrungen zivilgesellschaftlicher Organisationen, die in zahlreichen mexikanischen Bundesstaaten mit unterschiedlichen Zielgruppen ähnliche Analysen durchgeführt hatten, bei denen vor allem aktuelle Problemprofile des Landes auf seinem Weg in Richtung 2015 erarbeitet wurden.

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Cátedra Konrad Adenauer, KAS, Taller Prospectiva Social

Zur ersten Veranstaltung der Cátedra Konrad Adenauer im neuen Jahr luden die Jesuitenuniversität ITESO, der Christliche Unternehmerverband USEM und die Konrad-Adenauer-Stiftung gemeinsam nach Guadalajara ein. Die Teilnehmer aus Wissenschaft, Unternehmen und Medien diskutierten die Entstehungsgründe für gesellschaftliche Konflikte in Mexiko sowie mittelfristige Zukunftsszenarien der politischen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung des Landes.

Die Diskussionsteilnehmer – Universitätsprofessoren unterschiedlicher Fachbereiche, Unternehmer und Journalisten – waren sich in ihren Lagebeurteilungen überraschend einig, die um die Frage kreisten, ob und gegebenenfalls unter welchen Umständen in Mexiko soziale Unruhen zu erwarten sein könnten. Hier wurden sowohl frustrierte Erwartungen von Mittelschichten und hier speziell gut ausgebildeter Jugendlicher ebenso genannt wie tiefe Unzufriedenheit mit der Korruption im Land, der Straflosigkeit für Verbrechen aller Art sowie die dramatische soziale Lage der Unterschichten, denen steigende Lebensmittelpreise die Existenz immer mehr erschwerten. Gleichwohl halte mittlerweile das staatliche Institutionengeflecht den Anfechtungen noch stand, auch tief verankerte kulturelle Faktoren, ein gewisser Fatalismus und eine Individualisierung sorgten noch für eine gewisse Stabilität. Hinzu komme, dass die makroökonomische Situation Mexikos für viele Menschen noch Perspektiven biete und viele von ihnen auch schon viel zu verlieren hätten. Mit Blick auf 2015 überwogen eher leicht pessimistische Einschätzungen und die Erwartung, man werde „mehr vom Gleichen“ sehen. Es bestehe die Gefahr, dass Mexiko weiterhin weit hinter seinen Möglichkeiten zurückbliebe. Hoffnung gebe eine inzwischen doch aktivere Zivilgesellschaft, deren Aufmerksamkeit sich auch unter geänderten parteipolitischen Vorzeichen nicht auf einen status quo ante werde zurückdrehen lassen.

Autor

Frank Priess

Serie

Veranstaltungsbeiträge

erschienen

Mexiko, 21. Januar 2011

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