Erster Workshop der internationalen Sekretäre in San José, Costa Rica

Workshop zur Netzwerkbildung der internationalen Sekretäre der christdemokratischen Parteien Lateinamerikas

Auch verfügbar in Español

Am 21.- 22. August 2017 fand in San José/Costa Rica der KACIRSS Workshop zur Netzwerkbildung unter den Internationalen Sekretäre der Partnerparteien der KAS in Lateinamerika statt. Ziel des Workshops war es, gemeinsame Arbeitslinien im Bereich der internationalen Politik unter den anwesenden Parteien zu finden. Dazu wurden einerseits die Informationen aus verschiedenen Präsentationen besprochen, und andererseits in Gruppenarbeit die Themenprioritäten, internen Strukturen, und mögliche Arbeitslinien der Parteien auf Grundlage eines Fragekataloges diskutiert.

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Dr. Stefan Jost

Prof. Dr. Stefan Jost, Leiter des KAS Büro Mexiko, eröffnet die Veranstaltung mit Christian Forneck von der CDU/CSU.

Jorge Schiavon vom Centro de Investigación y Docencia Económicas (CIDE) hielt eine Präsentation zu den aufstrebenden Mächten Lateinamerikas, mit besonderem Fokus auf der Frage ob Multilateralismus, gemeinsames Auftreten oder Eigeninteressen im Vordergrund stünden. Während der lebhaften Diskussion wurden sowohl optimistische als auch pessimistische Einschätzungen bezüglich der Kapazitäten der aufstrebenden Mächte im Angesicht der vielseitigen Herausforderungen in der Region geäußert. Jorge Schiavon stellte zudem den neuen Kurs des Diplomado en Análisis Estratégico Internacional des CIDE vor, welcher darauf abziehlt breite und solide Basis analytischen und thematischen Wissens über die wichtigsten Agenden und Prozesse der internationalen Herausforderung Lateinamerikas zu schaffen. Das Konzept wurde von den Teilnehmern des Workshops sehr positiv aufgenommen und verschiedene Vorschläge für die praktische Umsetzung wurden eingebracht, u.a. bezüglich der Zielgruppe, der Auswahlkriterien und der logistischen Umsetzung.

Christian Forneck von der CDU/CSU stellte die neue Strategie des deutschen Bundestages für Lateinamerika vor, wobei er die wachsende Bedeutung einer Partnerschaft zwischen Deutschland und den lateinamerikanischen Ländern hervorhob. In der Diskussion betonten die Teilnehmer, dass Deutschland eine stärkere Rolle in der internationalen Politik spielen sollte. Botschafter Jorge Argüello hielt im Anschluss eine Präsentation über die G20 und Lateinamerika, in der er die Bedeutung von Koordination und Integration unter den lateinamerikanischen Ländern sowie von wirtschaftlicher Entwicklung hervorhob. Langfristig müsse Lateinamerika seinen Einfluss konsolidieren um den Herausforderungen des Kontinents zu begegnen. Die Diskussion drehte sich v.a. um die Schwierigkeiten, gemeinsame Positionen zu finden und nationale Interessen zu überwinden. Schließlich sprach Arlene Tickner von der Universität del Rosario in Kolumbien über den „Trump-Effekt“ in Lateinamerika. Hierbei betonte sie, dass es unter Trump an einer kohärenten internationalen Politik mangele. Gleichzeitig könne dies als eine Gelegenheit interpretiert werden, die Abhängigkeit der Region von den USA abzubauen und sich zu anderen Partnern umzuorientieren.

Während der interaktiven Gruppenarbeit und Diskussion, besprachen die Repräsentanten der verschiedenen Parteien die Themenschwerpunkte, parteiinternen institutionellen Strukturen und Strategien im Bereich der internationalen Politik, um gemeinsame Arbeitslinien, Koordinierungsfunktionen und Kontaktpunkte zu finden. Gemeinsame Themenschwerpunkte lagen insbesondere auf der aktuellen Situation in Venezuela, Migration, den wirtschaftlichen Beziehungen mit Europa, und dem Einfluss in den G20. Die meisten der vertretenen Parteien haben kaum eigenes Budget für internationale Themen, sondern hängen stark von Partnern wie der KAS ab. Mit Ausnahme von Argentinien, bestehen kaum institutionalisierte Strukturen oder Strategien für internationale Angelegenheiten. Stattdessen wird oft auf informeller und ad-hoc Basis auf internationale Themen reagiert. Dies zeigt sich auch darin, dass internationale Themenschwerpunkte oft wahlkampfabhängig gesetzt und verändert werden.

Die anwesenden Vertreter der Parteien waren sich darin einig, dass vermehrter Austausch, eine engere Abstimmung und eine gemeinsame Agenda erstrebenswert seien. Dafür sei jedoch eine Stärkung und Formalisierung der Strukturen zur internationalen Politik sowie der internationalen Strategien innerhalb der Parteien notwendig. Insbesondere bei großen internationalen Treffen, wie den G20, sollten die lateinamerikanischen Länder gemeinsam auftreten. Dazu seien gemeinsame Treffen und vermehrter Austausch dringend notwendig. In dieser Hinsicht erklärten die Teilnehmer, dass KACIRSS einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Kooperation und eines proaktiven Austauschs der Parteien in der internationalen Politik leisten könne und solle.

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Mexiko, 5. September 2017

Konrad Adenauer Center for International Relations and Security Studies (KACIRSS)

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Nicole Stopfer

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Nicole Stopfer
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