Mexiko: Ein Land der Armen und nicht der Mittelschicht

Presentation der Studie in Mexiko-Stadt

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Am Dienstag, den 5. September, fand die zweite Veranstaltung der Presentationsreihe der Studie “Mexiko: Ein Land der Armen und nicht der Mittelschicht”, herausgegeben von der Universidad Iberoamericana und der Konrad-Adenauer-Stiftung Mexiko, in Mexiko-Stadt statt.

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Palabras de Bienvenida, Dr. Stefan Jost, representante de la oficina de la Fundación Konrad Adenauer en México

Prof. Dr. Stefan Jost.

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe, präsentierten Dr. Miguel Reyes, zuständiger Koordinator für das Thema Armut des EQUIDE Programms der Universidad Iberoamericana Ciudad de México und Mtro. Miguel Alejandro López López, zuständiger Koordinator des Licenciatura Programms in Wirtschaft und Finanzwesen der Universidad Iberoamericana Puebla, die Methodologie der Studie und die Identifikation der mexikanischen Mittelschicht. Außerdem wurden die relevantesten Ergebnisse vorgestellt und mögliche Politikempfehlungen, die die mexikanische Mittelschicht stärken könnten, diskutiert. Des Weiteren wurden die Ergebnisse der Studie von Gerardo Aranda Orozco vom Centro de Estudios Políticos y Sociales (CEPOS), José Merced González Guerra vom Centro Nacional de Promoción Social (CENPROS) und Rosario Ancheita von der Unión Social de Empresarios de México (USEM) kommentiert.

Zu Beginn der Präsentation betonte Mtro. Miguel Alejandro López López, dass in der Literatur bei der Analyse von Mittelschichten keine einheitliche Definition und kein einheitliches Konzept existiere. Aus diesem Grund, stellte Herr López zunächst die in der Studie angewendete multidimensionale Methodologie vor. Anschließend präsentierte Dr. Miguel Reyes Hernández zu welchen Ergebnissen die Autoren in ihrer Studie gekommen waren. So konnten sie beispielsweise feststellen, dass der Anteil der Gesamtbevölkerung, welcher in angemessenen Lebensverhältnissen und –umständen lebt, unabhängig vom Wirtschaftssektor, bei gerade einmal einem Viertel liege. Der Anteil von Menschen, die in Armut leben sei 2,3 mal höher, als der Anteil von Menschen, die der Mittelschicht angehören. Gleichzeitig zeige das hohe Risiko in Armut abzurutschen, die Fragilität der mexikanischen Mittelschicht. Während in anderen Ländern die Mittelschicht zwischen 60 und 80% der Bevölkerung ausmache, könnten in Mexiko nur 27% und in Puebla sogar nur 17,4% der Bevölkerung zur Mittelschicht gezählt werden. Zuletzt wies er auf Erfahrungen in Europa hin, an welchen sich die mexikanische Sozialpolitik orientieren könnte.

Die Kommentatoren wiesen auf die Bedeutung der Studie hin und betonten, wie wichtig es sei, die durch die Studie gewonnenen Erkenntnisse insbesondere mit politischen Entscheidungsträgern zu teilen. Sowohl Gerardo Aranda als auch José González betonten, dass sich die sozialen Konditionen des Mittelstandes und der Gesamtbevölkerung in den letzten Jahren deutlich verschlechtert hätten und wiesen darauf hin, dass für viele die Migration in ein anderes Land als potentiell letzter Ausweg aus dieser vulnerablen Lebensbedingungen gesehen hätten. Schließlich stellte Rosario Ancheita ein digitales Tool vor, welches dazu dienen könnte, die Bevölkerungsgruppe der Armen leichter zu identifizieren und bei der Gestaltung von Vorschlägen zur Verbesserung ihrer sozioökonomischen Situation zu helfen.

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Mexiko, 7. September 2017