Praktikumsbericht Nicola Matzigkeit

„Was willst du denn in der Mongolei?!“

Hallo, ich heiße Nicola Matzigkeit, bin 25 Jahre alt und derzeit Praktikantin im Auslandsbüro der Konrad-Adenauer-Stiftung in der Mongolei. Nachdem ich die Zusage für den Praktikumsplatz bekam, waren meine Freunde erst einmal entsetzt. „Was willst du denn in der Mongolei? Wohnst du dann in einer Jurte in der Steppe und reitest von einem Adler begleitet auf wilden Pferden zur Arbeit?!“- das waren wohl noch die lustigsten Reaktionen. Wirklich vorstellen konnte sich auf jeden Fall niemand wie mein Leben hier aussehen würde. Im Zuge meines Doppelmasterprograms in European Governance verbrachte ich ein Studienjahr in Brno/Tschechien. Dort befasste ich mich intensiv mit den Transformationsprozessen vom Kommunismus zur Demokratie. Während dem Studium beschäftigten wir uns allerdings hauptsächlich mit Zentral-und Osteuropäischen Ländern, sodass ich von den politischen Systemen in Zentralasien kaum etwas wusste. Ein Praktikum bei der Konrad-Adenauer-Stiftung schien mir daher also perfekt. Nicht nur um ein besseres Verständnis für die historischen Zusammenhänge zu entwickeln, sondern auch um die Arbeit einer der wichtigsten deutschen politischen Stiftung näher kennenzulernen.

Wohnung

Aus organisatorischen Gründen war mein Praktikum leider von vornherein nur auf fünf Wochen angesetzt. Eins vorweg: Fünf Wochen sind auf jeden Fall zu kurz und ihr solltet mindestens drei Monate einplanen! Ich habe mich gerade erst richtig eingelebt, einen festen Arbeitsrhythmus und Freunde gefunden, und schon heißt es bald wieder Abschied nehmen. Was die Wohnungssuche angeht, so war meine erste Anlaufstelle AirBnB. Das Angebot war auch relativ groß, jedoch preislich ziemlich teuer. Letztendlich bin ich dann über die Facebookgruppe „UB Rooms & Apartments for Rent“ fündig geworden. Aber auch hier solltet ihr mit Preisen von ca. 450€ pro Monat rechnen. Trotz einem sehr geringen Durchschnittgehalts von ca. 500-600€ pro Monat in der Mongolei, ist das Leben hier alles andere als billig.

Mehr als nur Kaffee kochen

Das Team des Auslandsbüros der Konrad-Adenauer-Stiftung in der Mongolei ist recht übersichtlich, um nicht zu sagen klein. Neben dem Leiter des Büros, Dr. Daniel Schmücking, gibt es derzeit zwei Projektmanagerinnen sowie zwei Buchhalterinnen. So war von Anfang an klar, dass mein Aufgabenbereich mehr umfasst als nur kopieren und Kaffee kochen. Während meines Aufenthalts beschäftigte ich mich intensiv mit dem anstehenden ASEM-Gipfel, der 2016 hier in der Mongolei stattfinden wird. Außerdem schrieb ich einige Factsheets für eine mongolische Parlamentsabgeordnete und half bei der Vorbereitung von diversen Veranstaltungen. Des Weiteren hatte ich das große Glück, an zwei Dienstreisen teilnehmen zu können, so dass ich auch einiges vom Land sah. Das ist auch mein Tipp an euch, versucht so gut es geht Zeit außerhalb Ulaanbaatars zu verbringen! Die Mongolei ist landschaftlich gesehen ein Traum und das vergisst man schnell wenn man nur in der Stadt bleibt. Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich durch das Praktikum unheimlich viel über Land und Leute und natürlich die Stiftungsarbeit gelernt habe. Alles in allem würde ich also auf jeden Fall wiederkommen!