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Türkische Aussen- und Sicherheitspolitik

Im Rahmen der sicherheitspolitischen Vortragsreihe luden die Konrad-Adenauer-Stiftung MV und weitere Kooperationspartner am 3. März 2015 zu einem Vortrag mit dem Türkeiexperten Dr. Yasar Aydin über die türkische Sicherheitspolitik zwischen EU / Nato, Nahost und Russland ein. Mehr als 200 Interessenten folgten der Einladung.

Dr. Yasar Aydin beschäftigte sich mit Themen wie der Neuorientierung der türkischen Sicherheitspolitik, dem politischen Wandel der Türkei zu einer stärker wirtschaftlich orientierten Politik, dem aufkommenden Neo-Osmanismus sowie den Außenbeziehungen.
Beginnend mit der Neuorientierung der türkischen Sicherheitspolitik legte Aydin zuerst die alten sicherheitspolitische Strukturen der Türkei dar. Die Türkei habe sich in der Vergangenheit einseitig dem Westen zugewandt, um Modernisierungseffekte zu erreichen. Auch habe man eine Politik der regionalen Abstinenz mit Distanzwahrung zu den Nachbarstaaten betrieben. Ideologisch sei der Kemalismus vorherrschend gewesen. Unter dem Einfluss des Kemalismus mit seinem Ziel einer Säkularisierung von Politik und Religion sei der Islam aus dem öffentlichen Leben verdrängt worden.

Seit einigen Jahren habe sich dies verändert. Die Türkei zeigt seither viel mehr Präsenz bei der internationalen Konfliktbewältigung. Im Zuge einer einseitig proislamischen Politik seien allerdings Fehler gemacht worden. So habe die Türkei den IS unterschätzt und die Muslimbrüder unterstützt. Ideologisch habe sich ein Wandel vom Kemalismus hin zum sog. Neo-Osmanismus vollzogen. Osmanismus stand während des Osmanischen Reichs für die Vorstellung einer Gleichberechtigung aller Menschen unabhängig von der religiösen Zugehörigkeit oder der Ethnie. Der Neo-Osmanismus wird mit einer Rückbesinnung auf die Verhältnisse des Osmanischen Reiches sowie die osmanische Einflusssphäre verbunden.

In den letzten Jahren habe die Türkei insbesondere auf eine Entwicklung der Wirtschaft gesetzt. So sei ein Wandel von einer Import- zu einer Exportnation gelungen.
Vor allem die Beziehungen zu den Nachbarländern Georgien und Aserbaidschan seien bedeutend. Von dem Ausbau der Kontakte zu Aserbaidschan und Georgien verspreche sich die Türkei die Etablierung eines Sicherheitsgürtels. Auch wolle man wirtschaftliche Vorteile erreichen, so werden derzeit eine Ölpipeline zusammen mit den beiden Nachbarländern gebaut. Auch auf militärischem Gebiet gebe es eine Zusammenarbeit.
Die Beziehungen zu Russland seien für die Türkei wichtig, Russland sei ein wachsender Handelspartner. Eine militärische Zusammenarbeit mit Russland in Bezug auf den aktuellen Ukrainekonflikt lehne die Türkei ab.

Abschließend zog Aydin das Fazit, dass die Türkei weiterhin auf die guten Beziehungen zu Russland setzen werde, sich aber auf gar keinen Fall vom Westen abwenden werde. Ziel sei es, eine relativ autonome Außenpolitik zu betreiben.

Fabian Fischer

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Schwerin, 4. März 2015

Vortrag i.R. der sicherheitspolitischen Gesprächsreihe

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Oberstleutnant Klaus Brandel, Dr. Silke Bremer, Dr. Aydin, Norbert Müller-Tillmann (vlnr.)

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Dr. Aydin

Dr. Aydin