Der Status Quo der Zivilgesellschaft in Namibia

Koferenz mit Vertretern der namibischen Zivilgesellschaft

Auch verfügbar in English

Vom 30. bis zum 31 Mai. 2017 lud die Konrad-Adenauer-Stiftung Namibia-Angola verschiedenste Vertreter der namibischen Zivilgesellschaft zu einer zweitägigen Konferenz im Gateway-Center in Windhoek ein, um den aktuellen Status quo der Zivilgesellschaft im Land zu diskutieren.

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Die rund 60 Teilnehmer der Konferenz kamen aus den unterschiedlichsten zivilgesellschaftlichen Organisationen

Die rund 60 Teilnehmer der Konferenz kamen aus den unterschiedlichsten zivilgesellschaftlichen Organisationen

Hintergrund der Veranstaltung waren die Ergebnisse einer aktuellen Studie von Prof. Dr. Heribert Weiland und Prof. Dr. Reinhart Kößler des Freiburger Arnold Bergstraesser Instituts. Diese beschäftigt sich mit der stetig abnehmenden Aktivität der Zivilgesellschaft in Namibia seit den 90er Jahren sowie den verschiedenen Gründe und Konsequenzen. Ein wichtiges Thema, welches in diesem Kontext diskutiert wurde, war zum Beispiel der finanzielle Druck, der viele zivilgesellschaftliche Organisationen dazu drängt, Beratungsaufträge der Regierung zu übernehmen, während sie aber gleichzeitig als Gegengewicht zum Staat fungieren sollen.

Die Konrad-Adenauer-Stiftung Namibia-Angola, die selbst seit der namibischen Unabhängigkeit im zivilgesellschaftlichen Kontext aktiv ist und eng mit Organisationen wie z.B. Women's Action for Development oder Forum for the Future, aber auch mit Regierungseinrichtungen wie dem Office of the Judiciary oder dem Office of the Ombudsman, zusammenarbeitet, lud mehr als 60 Vertreter verschiedenster zivilgesellschaftlicher Organisationen zur Teilnahme an der Konferenz ein. Vertreten waren unter anderem die namibischen Kirchen, verschiedene Frauenorganisation, zivilrechtliche Gruppen, Jugendorganisationen, UNAN, NANGOF, die National Planning Commission sowie politische Stiftungen und Geberorganisationen. Die Teilnehmer nutzten die Konferenz nicht nur für eine spannende Diskussionsrunde, sondern machten sich weiterführend auch Gedanken darüber, wie die Zivilgesellschaft langfristig und nachhaltig gestärkt werden könnte. Zu diesem Zweck bildeten die Teilnehmer drei verschiedene Fokus-Gruppen, die sich mit den Fragestellungen “Wie sieht eine ideale Zivilgesellschaft aus?", „Wie kann die Zivilgesellschaft öffentliches Engagement besser fördern und nutzen?“, und "Wie können sich zivilgesellschaftliche Organisationen nachhaltig finanzieren?" beschäftigten. Nachdem die Fragestellungen von den einzelnen Gruppen näher beleuchtet und diskutiert wurden, wurden die verschiedenen Ideen und Lösungsansätze vorgestellt. Einige interessante Punkte, welche vor diesem Hintergrund besprochen wurden, waren unter anderem die Einrichtung von regelmäßigen Kleingruppentreffen, der Aufbau einer gesamtheitlichen Datenbank der namibischen Zivilgesellschaft, die regelmäßige Veröffentlichung eines zivilgesellschaftlichen Barometers sowie das Einrichten eines Marktplatzes, auf dem sich zivilgesellschaftliche Organisationen und Geberorganisationen austauschen und zusammenfinden können.

Die Konferenz bot den Teilnehmern dementsprechend nicht nur eine gute Möglichkeit zum Netzwerken, sondern produzierte auch eine Vielzahl an konstruktiven Ideen und Vorschlägen, die sich für ein zukünftiges Engagement eignen könnten. Eine gekürzte Version der Studie, die im Rahmen der Konferenz besprochen wurde, kann weiter oben kostenlos heruntergeladen werden.

Autor

Anna Wasserfall

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Namibia, 31. Mai 2017