Community Workshop für traditionelle Autoritäten in Onesi, Omusati Region

In Onesi, in der Omusati Region, fand vom 24.07.2017 bis zum 27.07.2017 ein weiterer Workshop der Sonderinitiative „Eine Welt ohne Hunger – Stärkung der Landbesitz- und Landnutzungsrechte von Frauen in Subsahara Afrika“ statt, an dem insgesamt 65 Vertreter und Vertreterinnen der traditionellen Autorität der Uukolonkadhi teilnahmen.

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Projekt Managerin Stefanie Braun begrüßt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und stellt ihnen das Projekt "Eine Welt ohne Hunger" vor.

Projekt Managerin Stefanie Braun begrüßt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und stellt ihnen das Projekt "Eine Welt ohne Hunger" vor.

Zum ersten Mal wurden zu diesem Anlass auch Ausgaben der im Auftrag der Konrad-Adenauer Stiftung auf Oshivambo übersetzten namibischen Verfassung an die WorkshopteilnehmerInnen verteilt. Hierüber freuten sich alle Workshop Teilnehmer und Teilnehmerinnen sehr. Der Workshop begann mit einer Kurzvorstellung der beiden durchführenden Organisationen: der Konrad-Adenauer-Stiftung und ihrem Kooperationspartner „Women’s Action for Development“ (WAD). Anschließend begrüßte auch der Vorsitzende des Omusati Regional Council, Hon. Modestus Amutse, die TeilnehmerInnen und betonte die Wichtigkeit solcher Workshops. Im weiteren Verlauf des ersten Workshoptages ging es besonders darum, die Erwartungen der TeilnehmerInnen an den Workshop zu definieren und erstes Wissen über die Aufgaben und Pflichten der traditionellen Autoritäten zu vermitteln. Hierbei stand mit Blick auf das Thema des Workshops besonders die Rolle der traditionellen Autoritäten in Bezug auf Landrechtsfragen im Vordergrund. Am zweiten Tag des Workshops wurde besonders auf den Wunsch der WorkshopteilnehmerInnen eingegangen, mehr über die namibische Verfassung, die Bedeutung von Menschenrechten und Fragen der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau zu lernen. Hervorzuheben ist, dass die Teilnehmer und Teilnehmerinnen an diesem Workshop Tag außerdem den Chief der traditionellen Autorität der Uukolonkadhi als Gast des Workshops begrüßen konnten. Auf Fragen zur Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau und die Bedeutung von Menschenrechten folgte am dritten Workshoptag eine lebhafte Diskussion über das Spannungsverhältnis von Korruption und geltendem, allgemeingültigen Recht in Namibia, bevor mit dem Erbrecht das nächste Themengebiet eingeleitet wurde. In diesem Zusammenhang lernten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen unter anderem, was die Voraussetzungen zur Erstellung eines gültigen Testaments sind. Weitergehend war auch die Bedeutung eines Testaments für den Umgang mit Eigentum oder Landrechten nach dem Tod Teil des Lerninhalts. Der dritte Workshop Tag endete mit der Einführung in die Grundsätze des Communal Land Reform Acts. Am letzten Workshop Tag wurden schließlich die zwei Themengebiete des Erbrechts und der Aufgaben und Pflichten der traditionellen Autoritäten zusammengeführt, indem an diesem Tag die Zuweisung und Neuzuweisung von Landrechten im Todesfall und die Rolle der traditionellen Autoritäten im Fokus standen. Teil der in diesem Zusammenhang entstehenden Diskussion war auch die Frage, wie im Todesfall eines Landrechtsbesitzers mit Landrechtsstreitigkeiten zwischen verschiedenen Ehefrauen und deren Kindern umgegangen werden sollte. Die Diskussionen fanden hierbei stets unter Berücksichtigung der Prinzipien des Communal Land Reform Acts statt. Zum Abschluss des letzten Workshoptages wurde gegenüber den TeilnehmerInnen die Notwendigkeit betont, das neu erlernte Wissen in den ihren Dörfern zu verbreiten, um so bestmöglich dazu beizutragen, die Landnutzungsrechte von Frauen zu sichern. Im Anschluss daran nahmen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen stolz ihre Teilnahmezertifikate entgegen. Das durchweg positive Feedback der WorkshopteilnehmerInnen sowie die konstant hohe Teilnehmerzahl verdeutlichen den Erfolg des Workshops in Onesi. Besonderer Dank gilt in diesem Kontext der traditionellen Autorität der Uukalonkadhi für die Bereitstellung des Veranstaltungsortes.

Autor

Stefanie Braun

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Namibia, 2. August 2017