Deutschland darf sich nicht auf dem Erreichten ausruhen

Deutschland. Das nächste Kapitel

Deutschland hat im internationalen Vergleich sehr gute Voraussetzungen, auch in Zukunft zu den innovativsten Nationen der Welt zu gehören. Man darf sich jedoch nicht auf dem bislang Erreichten ausruhen, da die Konkurrenz nicht schläft. Insbesondere die Investitionen in Bildung und Forschung müssen weiter gesteigert werden. So lautet das Resümee der Podiumsdiskussion in Braunschweig im Rahmen der bundesweiten KAS-Veranstaltungsreihe "Deutschland. Das nächste Kapitel".

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VA Braunschweig

Eingang zum Forum des Helmholtz Zentrums für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig

„Deutschland. Das nächste Kapitel“ – so heißt die bundesweite Veranstaltungsreihe, in der die Konrad-Adenauer-Stiftung die Zukunftsperspektiven Deutschlands betrachtet. Ein Kernanliegen ist, die Idee einer verlässlichen und stabilen, einer mutigen, dynamischen und neugierigen Republik der Innovationen zu fördern, ohne die Befürchtungen der Menschen zu ignorieren.

Denn, obwohl Deutschland ein wirtschaftlich, sozial und kulturell starkes Land in der Mitte Europas ist, die Zahl der Erwerbstätigen auf Rekordniveau ist, der Haushalt ausgeglichen und die Investitionen in Bildung und Forschung höher denn je sind, bedeutet dies für Deutschland, weiter danach zu streben, das Erreichte auch für die Zukunft zu sichern und weiter auszubauen.

Vor dem Hintergrund lud die KAS an den Wissenschaftsstandort Braunschweig ein. Es diskutierten mit der Staatssekretärin im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Cornelia Quennet-Thielen, dem wissenschaftspolitischen Sprecher der CDU Fraktion im niedersächsischen Landtag, Jörg Hillmer MdL, sowie Prof. Dr. Reza Asghari von der Technischen Universität Braunschweig, Repräsentanten aus der Bundesregierung, des Bundeslandes Niedersachsen und der Wissenschaft über Potentiale, Entwicklungsmöglichkeiten aber auch Gefahren für Deutschlands Zukunft als Innovationsstandort.

Mehr als 250 Gäste folgten der Einladung in das Tagungszentrum des Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung und beteiligten sich mit ihren Fragen an der für alle Gäste geöffneten Diskussionsrunde mit den Podiumsgästen. Christoph Bors, Landesbeauftragter der KAS für Niedersachsen, begrüßte die Anwesenden. Anschließend stellte der Geschäftsführer des Helmholtz-Zentrums, Prof. Dr. Dirk Heinz, in seinem Grußwort dar, dass Infektionsforschung auch innovative Forschung sei und er sich daher über die Wahl der Veranstaltungsortes sehr freue.

Staatssekretärin Quennet-Thielen bilanzierte in Ihrer Key-Note die Maßnahmen der Bundesregierung im Wissenschafts- und Forschungsbereich, die dazu beigetragen haben, dass Deutschland beispielsweise doppelt so viele Patente wie die USA anmeldete und die weltweite Innovationsführerschaft im Maschinen- und Fahrzeugbau inne habe. Gleichwohl sei durch den "Diesel-Skandal" diese Innovationführerschaft aktuell gefährdet. Für die Gestaltung von Deutschlands Zukunft habe sich der Bund zum Ziel gesetzt, den Ausgabenanteil für Forschung und Entwicklung im Bundeshaushalt auf 3,5% des Gesamthaushaltes zu steigern.
Zur Seite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung:

Jörg Hillmer MdL zeigte in seiner Key-Note auf, welche Vision seine Partei für Niedersachsen als Forschungs- und Innovationsstandort habe. Er stellte dar, dass es mit der CDU auch in Zukunft keine Studiengebühren geben werde, die Perspektiven für Frauen in der Wissenschaft sollen deutlich verbessert werden und Niedersachsen solle einen großen Schritt in der digitalen Infrastruktur nach vorne machen, indem das gesamte Land mit einem Glasfasernetz ausgestattet werden solle.
Zum Regierungsprogramm der CDU in Niedersachsen

Prof. Dr. Reza Asghari betonte in seinem Vortrag, dass die politischen Voraussetzungen für den Forschungsstandort Deutschland und insbesondere die Region Braunschweig schon recht gut seien. In bestimmten Bereichen hinke man jedoch den Branchenführern hinterher. Es sei wichtig, ein "Entrepreneurial Mindset", also eine Wissenschaftskultur zu fördern, die sich insbesondere mit Gründungen (Start-Ups) beschäftigt, also das erforschte Wissen in greifbare Ergebnisse zu verwandeln. Eindrücklich wirkte sein Vergleich mit der Stanford Universität in den USA, dem derzeitigen "Marktführer", die eine Gründerquote von 30% aufweise. Dem gegenüber stellte er die Gründerqoute der Ludwig-Maximilians-Universität in München, die mit 0,1% derzeit die deutschlandweit höchste Gründerquote habe. Diesen Rückstand könne man vermutlich nie aufholen. Es gelte, den Rückstand ein wenig zu verringern. Deutschland habe also noch deutliches Steigerungspotential.
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Autor

Christoph Bors

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erschienen

Hannover, 10. August 2017

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