Runder Tisch der Konrad-Adenauer-Stiftung zur politischen Bildung im Schulunterricht

Mai 19 Dienstag

Datum/Uhrzeit

19. Mai 2015

Ort

Abuja

mit

Francesca Edeghere; Jerry Agada

Typ

Diskussion

Ein Ergebnis der Diskussionen und Gespräche, die die Konrad-Adenauer-Stiftung mit zivilgesellschaftlichen Organisationen in Nigeria in der Vergangenheit führte, war die Entscheidung, Art und Qualität der politischen Bildung

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an nigerianischen Schulen etwas genauer zu betrachten.

Mit dem Einverständnis der zuständigen nigerianischen Stellen führte die Direktorin der NRO „Gesellschaft zum Schutz ethischer Werte“ Francesca Edeghere im Auftrag der Stiftung im Dezember des vergangenen Jahres eine Pilotstudie zu diesem Thema durch.

Anlässlich eines Runden Tisches stellte Frau Edeghere am 19. Mai 2015 in Abuja ihre Studie Gästen aus dem Bildungssektor Nigerias und Vertretern der Konrad-Adenauer-Stiftung vor. In ihrem Vortrag unterstrich Frau Edeghere die Vorteile der politischen Bildung im Schulunterricht für die nigerianische Gesellschaft. In einem historischen Exkurs zeigte sie die Probleme auf, die aus der zwischenzeitlichen Abschaffung der politischen Bildung in den siebziger Jahren entstanden waren, bevor sie in die Grundschulprogramme im Jahr 2007 wiederaufgenommen und 2011 auch in den weiterführenden Klassen übernommen worden war.

Ihre Studie führte Frau Edeghere in Grund- und Sekundarschulen in der Hauptstadt Abuja und den umliegenden Gemeinden durch. In Interviews gaben Schüler und Lehrer darüber Auskunft, wie sie sich mit dem Themenkomplex Demokratie und politische Bildung generell auseinandersetzten und wie sich diese Lerninhalte auf den täglichen Umgang miteinander an der Schule auswirkten. Dabei stelle sich heraus, dass die Schüler durchaus interessiert sind und politische Bildung wertschätzen. Es wurde jedoch ebenfalls deutlich, dass Lehrer, die dieses Fach vermitteln während ihrer Studienzeit nicht in diesem Fach unterrichtet werden. Insofern stellt die Verantwortung demokratische und politische Bildung zu vermitteln für die Lehrer mit unterschiedlichen Profilierungen eine besondere Herausforderung dar.

Gäste des Runden Tisches der Konrad-Adenauer-Stiftung waren Verantwortliche aus dem nigerianischen Bildungssektor, unter anderem dem Föderalen Ministerium für Bildung, dem Föderalen Rat für Forschung und Entwicklung (NERDC) sowie der Nationalen Agentur für Orientierung (NOA). Aus der Politik war unter anderen der frühere Minister für Bildung, Prof. Jerry Agada (PDP) zu Gast, der mit aufschlussreichen Beiträgen Perspektiven der politischen Bildung in Nigeria aufzeigen konnte. Prof. Agada bedankte sich bei der Konrad-Adenauer-Stiftung für die Studie, die den Entscheidungsträger als Erinnerung diene, dass auf diesem Gebiet mehr unternommen werden müsse. Weitere Gäste waren auch Vertreter der Medien und zivilgesellschaftliche Organisationen.

Die Landesdirektorin der Konrad-Adenauer-Stiftung Hildegard Behrendt-Kigozi bat die Gäste Ideen vorzutragen, wie man politische Bildung für junge Menschen leichter umsetzen könne und wie Lehrer bei diesem Bestreben besser zu unterstützen seien. Frau Behrendt-Kigozi bot nachdrücklich ihre Unterstützung an. Schließlich sei es das Ziel der Stiftung, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Prosperität in Nigeria zu unterstützen.

Eines der Ergebnisse der Diskussion war, politische Bildung nicht allein an Schulen zu vermitteln, sondern auch im häuslichen Umfeld zu unterstützen. Zunächst seien die Eltern die Vorbilder ihrer Kinder, bevor die Lehrer ihren Auftrag wahrnehmen könnten.

Ebenfalls vorgeschlagen wurde eine Überarbeitung des Curriculums für die Lehre von politischer Bildung an Schulen und dass Lehrer, die politische Bildung vermitteln, in regelmäßigen Weiterbildungen ihre Kenntnisse festigen und entwickeln können. Auch sollte politische Bildung ein eigenständiges Fach als Teil der Lehrerausbildung werden.

Ergebnis des Runden Tisches ist, dass die Kooperation der Konrad-Adenauer-Stiftung mit den staatlichen Bildungsinstitutionen in Nigeria nach diesem Treffen fortgeführt und weiterentwickelt wird.

Der frühere Minister für Bildung Professor Jerry Agada (PDP) als Gast des Runden Tischs der Konrad-Adenauer-Stiftung zum Thema "Politische Bildung im Schulunterricht" am 19. Mai 2015 in Abuja.

Der frühere Minister für Bildung Professor Jerry Agada (PDP) als Gast des Runden Tischs der Konrad-Adenauer-Stiftung zum Thema "Politische Bildung im Schulunterricht" am 19. Mai 2015 in Abuja.

Gäste des Runden Tischs zum Thema "Politische Bildung im Schulunterricht" am 19. Mai 2015 in Abuja.

Gäste des Runden Tischs zum Thema "Politische Bildung im Schulunterricht" am 19. Mai 2015 in Abuja.

Die Landesdirektorin der Konrad-Adenauer-Stiftung in Nigeria Hildegard Behrendt-Kigozi und die Direktorin der NRO „Gesellschaft zum Schutz ethischer Werte“ Francesca Edeghere während des Runden Tischs zur politischen Bildung im Schulunterricht am 19. Mai 2015 in Abuja.

Die Landesdirektorin der Konrad-Adenauer-Stiftung in Nigeria Hildegard Behrendt-Kigozi und die Direktorin der NRO „Gesellschaft zum Schutz ethischer Werte“ Francesca Edeghere während des Runden Tischs zur politischen Bildung im Schulunterricht am 19. Mai 2015 in Abuja.

Gäste des Runden Tischs zum Thema "Politische Bildung im Schulunterricht" am 19. Mai 2015 in Abuja.

Gäste des Runden Tischs zum Thema "Politische Bildung im Schulunterricht" am 19. Mai 2015 in Abuja.

Ansprechpartner

Hildegard Behrendt-Kigozi

Leiterin des Auslandsbüros in Nigeria

Hildegard Behrendt-Kigozi
Tel. +234 70 982 128 35