Bürgerversammlung in Kaduna

März 17 Donnerstag

Datum/Uhrzeit

17. März 2016

Ort

Kaduna, Nigeria

mit

Alh. Galadima Zubairu Soba; Ngozi Ekeoba; Hildegard Behrendt-Kigozi; Dr. Ahmed K. Babajo;

Typ

Forum

Am 17. März 2016 organisierte die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) in Kooperation mit der National Orientation Agency (NOA) ein eintägiges Town-Hall-Meeting in Kaduna. Die Veranstaltung wurde mit ca. 120 Teilnehmern sehr gut besucht.

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Das Forum diente dazu, den Austausch zwischen gewählten Amtsträgern und ihren Wählern zu fördern, damit diese ihrer Verantwortung gegenüber den Bürgern nachkommen. Dies ist für die Zivilbevölkerung von enormer Bedeutung, da erfahrungsgemäß der Kontakt zwischen beiden Gruppen nach den Wahlen sprunghaft abnimmt und den Wählern somit die Möglichkeit der Kontaktaufnahme genommen wird.

Alh. Galadima Zubairu Soba, der Direktor der 'National Orientation Agency' (NOA) in Kaduna leitete das Forum ein und stellte die NOA mit ihrer Vision, den Zielen sowie Tätigkeiten vor. Er sprach die Haltung der Regierung im Hinblick auf die zukünftige Entwicklung Nigerias an und betonte, dass die Bürger selber einen Weg finden müssen, um diese zugunsten der Zivilbevölkerung verändern zu können. Dabei ist es wichtig, dass jeder versteht, dass ein Wandel in der Regierungsführung nur stattfinden kann, wenn sich die Einstellung bei jedem Einzelnen ändert. Im Zuge dessen betonte er den Slogan der NOA 'Do the right thing: Change begins with me'.

Frau Ngozi Ekeoba, die Generaldirektorin der NOA, führte die Hintergründe des Forums weiter aus und hob das bestehende Kommunikationsdefizit zwischen den gewählten Amtsträgern und den Wählern hervor. Aus diesem Grund wurde die Plattform ins Leben gerufen, damit die Wähler auch nach den Wahlen direkte Fragen stellen können und mehr Transparenz gewährleistet werden kann.

Frau Hildegard Behrendt-Kigozi, Leiterin des KAS-Büros in Nigeria, stellte die Arbeit der KAS in Nigeria vor und betonte die Bedeutung der Veranstaltung, um den Kontakt zwischen Volksvertretern und der Bevölkerung zu stärken. Sie ging in ihrer Rede auch darauf ein, dass es von enormer Wichtigkeit ist, die Bürger durch politische Bildungsmaßnahmen aufzuklären, damit diese die Regierung auch kontrollieren können. Sie führte auch aus, dass Nigeria von der politischen Erfahrung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg lernen sollte.

Dr. Ahmed K. Babajo, der Vizekanzler der staatlichen Universität Kaduna, stellte die Bedeutung von öffentlichen Diskussionen und der Transparenz von der Arbeit der gewählten Amtsträgern heraus, um überprüfen zu können, ob diese ihrer Verantwortung nachkommen. Dabei bezog er sich auch auf die Rede von Frau Behrendt-Kigozi und hob ebenfalls hervor, dass Nigeria von Deutschland lernen sollte und einen Weg finden kann, um Menschenrechte, Frieden und Rechtsstaatlichkeit gewährleisten zu können und die Bürger bei der Gestaltung des Landes einzubeziehen.

Der Vertreter des nationalen Jugendrats, wichtige Verbände wie die 'Association of Market Women', NGOs, traditionelle und religiöse Führer, Parteienvertreter und andere nahmen rege an der Veranstaltung teil. Exekutive und Parlament ließen sich aus verschiedenen Gründen größtenteils vertreten.

Nach den Reden und Ansprachen hatten die Teilnehmer des Forums die Möglichkeit Anmerkungen zu machen und zu diskutieren. Dabei wurde herausgestellt, dass die Gesellschaft mehr Verantwortung übernehmen und sich selbst fragen sollte, wie sie die Situation verbessern kann, anstatt Schuldige woanders zu suchen. Die wichtige Rolle der Medien wurde besprochen, da Redakteure wesentliche Berichte nicht veröffentlichen und demnach eine Lücke an Informationen entsteht. Aber auch die unzureichende Beziehung zwischen den Medien und den gewählten Amtsträgern wurde erörtert, da sich diese nach den Wahlen nicht um weitere Informationen und Berichterstattungen in den Medien bemühen. Im Zuge dessen wurde die Rolle und das Verhalten der gewählten Amtsträger diskutiert sowie die Versprechen, welche nicht eingehalten werden. Ein bedeutendes Thema war auch die Partizipationsmöglichkeit von Frauen in der Politik und auf Regierungsebene, da die männliche Fraktion deutliche Überhand behält. Frauen wurden dazu ermutigt, sich nicht untergraben zu lassen und sich selbst mehr in politische Angelegenheiten einzubringen, laut dem NOA-Motto 'Do the right thing: Change begins with me'.

Am Ende der Veranstaltung bedankten sich die Teilnehmer bei der National Orientation Agency und der Konrad-Adenauer-Stiftung für ihre Bemühungen und der Möglichkeit an diesem Forum teilnehmen zu können. Frau Hildegard Behrend-Kigozi forderte abschließend die traditionellen Führer auf, die Bürgern aufzurufen, sich selbst aktiv in die Gesellschaft einzubringen. Frau Ngozi Ekeoba rief die Teilnehmer dazu auf, die Regierung zu unterstützen und durch aktive Teilnahme am öffentlichen Leben und auch durch Gestaltung von Chancen und Rahmenbedingungen sich selbst zu helfen. Sie erklärte, dass die NOA nach der Veranstaltung im Kontakt zur Regierung und zum Parlament von Kaduna bleibe und die Ergebnisse des Town-Hall-Meetings diskutiere.

Hochrangige Gäste bei der Bürgerversammlung am 17. März 2016 in Kaduna.
Teilnehmer der Bürgerversammlung am 17. März 2016 in Kaduna.
Die Direktorin der Konrad-Adenauer-Stiftung in Nigeria, Hildegard Behrendt-Kigozi, hält bei der Bürgerversammlung in Kaduna einen Vortrag.
Frau Ngozi Ekeoba, die Generaldirektorin der NOA, hält ihren Vortrag bei der Bürgerversammlung in Kaduna
Frau Hildegard Behrendt-Kigozi mit Teilnehmern der Bürgerversammlung

Ansprechpartner

Hildegard Behrendt-Kigozi

Leiterin des Auslandsbüros in Nigeria

Hildegard Behrendt-Kigozi
Tel. +234 70 982 128 35