Weitere Eskalation in Gaza aber (noch) kein Krieg

Im Interview mit dem Kölner Domradio analysiert Felix Dane, Leiter der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) in Ramallah, die derzeitige explosive Lage im Gazastreifen, die Stabilität des dortigen Hamas-Regimes angesichts wachsender Proteste unzufriedener junger Menschen sowie die Gefahr eines erneuten Waffengangs zwischen den Islamisten und Israel.

Felix Dane betonte dabei, dass die Eskalation in Gaza sich bereits seit Monaten abzeichnete, diese durch die Umbrüche im Nahen Osten jedoch medial kaum beachtet wurde. Einen neuen Krieg, wie ihn einige israelische Regierungspolitiker bereits vorhersagen, scheint zwar (noch) nicht anzustehen, doch ist eine weitere Eskalation wahrscheinlich.

Genauso gefährlich für die Hamas, so Dane, seien die Entwicklungen in Gaza selbst, wo es verstärkt regierungskritische Demonstrationen gibt. Diese sind im Umfang weitaus größer als ähnliche Proteste im Westjordanland. Daher könnten die neuerlichen Raketen- und Mörserangriffe auch als Ablenkung von innenpolitischen Problemen zu verstehen seien.

Die Hoffnung auf eine Lockerung der Blockade des Gazastreifens wird durch die Entwicklungen in Ägypten gefördert, auch wenn Dane betont, dass jedes neue Regime in Kairo sich auch weiterhin mit Israel absprechen wird.

erschienen

Palästinensische Gebiete, 23. März 2011

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Interview mit Felix Dane (mit freundlicher Genehmigung des Domradios)

Felix Dane, Leiter des Auslandsbüros in den Palästinensischen Gebieten

Felix Dane, Leiter der KAS Ramallah