Die neuen Strukturen des Drogenhandels in Bolivien, Brasilien, Chile, Ecuador, Kolumbien und Peru

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Seit drei Jahren fördern die Konrad Adenauer Stiftung und Institut für Internationale Studien (IDEI) der Katholischen Universität Perus (PUCP) das Politische Sicherheitsnetzwerk. Bestehend aus Experten aus Peru, Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Chile und Ecuador, hat sich zum Ziel gesetzt, die akademische Arbeit zum Thema Sicherheit in den jeweiligen Ländern zu stärken und Vorschläge bei der Gestaltung und Umsetzung der öffentlichen Politik auszuarbeiten.

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KAS Peru

Dafür werden jedes Jahr gemeinsamen Veranstaltungen geplant, Publikationen veröffentlicht sowie ein reger Austausch von Informationen unter den Mitgliedern angeregt.

In Anwesenheit von Experten für Sicherheit und Verteidigung sowie Funktionären aus dem In- und Ausland (letzteres via Streaming) präsentierten die Mitglieder des Netzwerkes die Ergebnisse ihrer Forschungen zum Thema der neuen Strukturen des Drogenhandels. Der brasilianische Experte Antonio Ramalho betonte die Gefahren von kriminellen Organisationen, die unternehmerische Standards erreicht und sich in regionale Strukturen integriert hätten. Auch transnational habe sich der Drogenhandel gewandelt. Der bolivianische Professor José Rocabado nennt gering bevölkerte und schlecht bewachte Grenzgebiete als Ursachen für die grenzüberschreitende Verteilung von Drogen, wie zum Beispiel Kokain, betrieben aus Kolumbien. Kolumbianische kriminelle Banden, welche aus Resten der demobilisierten Autodefensas, der FARC und sonstigen Kriminellen zusammengesetzt seien operierten über die Landesgrenzen heraus und hätten den Drogenhandel internationalisiert, so der Kolumbianer Eduardo Pastrana. Trotz dieses Phänomens sei jedoch die Anti-Drogenhandelspolitik in Kolumbien und Lateinamerika vielfach in nationalstaatlichen Kategorien gefangen.

Alle sechs Referenten betonten die Notwendigkeit einer regionalen und internationalen Kooperation, vor allem zwischen direkt aneinander grenzenden Ländern. Der Drogenhandel in Südamerika sei nicht nur eine Sicherheitsfrage, sondern müsse auch als Problem für Wirtschaft, Gesundheit und Menschenrechte behandelt werden. Eine internationale und grenzübergreifende Kooperation sei entscheidend im Kampf gegen den illegalen Drogenhandel.