Arbeitsfrühstück: Die Wirtschaftspolitik in Deutschland und Peru

Staatssekretär Roland Theis im Gespräch mit deutschen Unternehmern

Bei seinem Besuch in Peru traf sich der Staatssekretär für Justiz und Europa des Saarlandes, Roland Theis, mit einigen Vertretern deutscher Unternehmen. Organisiert in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Peruanischen Außenhandelskammer (AHK), besprachen die Teilnehmer die Situation der peruanischen Wirtschaft und Möglichkeiten für Investitionen aus Deutschland sowie eine verstärkte Zusammenarbeit des Saarlandes mit Peru. Staatssekretär Theis gab einen Überblick über die wirtschaftspolitische Lage im Saarland sowie in Deutschland vor der Bundestagswahl.

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KAS Peru

Er betonte, dass ein Wahlsieg Angela Merkels auch für die Wirtschaft sowie die deutsch-peruanischen Beziehungen Berechenbarkeit bedeute. Theis unterstrich zudem die Wichtigkeit internationaler Zusammenarbeit für die Wirtschaft, sowohl in Europa als auch darüber hinaus. In diesem Zusammenhang lobte er die freihandelsfreundliche Politik der peruanischen Regierung. Besonders ging er auf die Aktivitäten saarländischer Unternehmen ein, die in für Peru relevanten Bereichen wie etwa Bergbaunachsorge oder Bergbautechnik zahlreiche Angebote hätten. Ihre Expertise im Bergbausektor stellten saarländische Unternehmen etwa in der Mongolei bei Bergbaumessen regelmäßig zur Schau. Bisher gebe es noch keine derartige Kooperation mit Peru.

Alle Teilnehmer waren sich darüber einig, dass sich Peru in den letzten Jahrzehnten stark weiterentwickelt habe, dass aber das Potenzial für Entwicklung noch nicht erschöpft sei. Es fehle oft an Kenntnissen über Peru und seine Investitionsmöglichkeiten. Die Direktorin der AHK, Antje Wandelt, sprach das Thema dualer Ausbildungen an, da die Kammer an der Umsetzung des dualen Systems unter anderem im Bergbausektor Perus arbeitet. Eine Kooperation mit dem Saarland, also zum Beispiel abgestimmte Inhalte und Austauschmöglichkeiten für Studenten, sei die nachhaltigste Art der Außenwirtschaftsförderung.

Thomas Schmitt von der deutschen Botschaft in Peru identifizierte vier für Peru grundlegende Wirtschaftszweige, welche für deutsche Investitionen interessant sein könnten: Bergbau, die Agrarindustrie, Tourismus und Infrastruktur. Dort müsse man Nischen für Investition und Zusammenarbeit finden. Alfredo Novoa von Powercorp, einem Unternehmen für erneuerbare Energie, betonte, dass Peru mehr sei als nur ein kulinarisches Land. Peru brauche mehr Ingenieure und Wissenschaftler, um das Ziel zu erreichen, innerhalb der nächsten Jahre auf 100 Prozent erneuerbare Energie umzusteigen. Um den Strukturwandel in Peru zu fördern, empfahl Theis, bereits bestehende Anknüpfungspunkte zu finden und darauf aufzubauen. Staatssekretär Theis und die AHK wollen gemeinsam nach Wegen suchen, den wirtschaftlichen Austausch zwischen beiden Regionen zu intensivieren.

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erschienen

Peru, 14. August 2017