Die Macht der Freiheit - 17. Juni 1953
16 Jahre alt ist Klaus Gronau, als er am 17. Juni 1953 mit Tausenden weiteren Arbeitern in Berlin auf die Straße geht. Freiheit fordern sie, Freiheit vom Joch der SED und ihrer Helfershelfer. Erst die sowjetischen Besatzer können mit brutaler Gewalt die Lage wieder unter Kontrolle bringen. Mehr als 50 Streikende bezahlen ihren Ruf nach Freiheit mit dem Leben, werden von Panzern niedergewalzt oder von Volkspolizisten zusammengeschlagen. Unzählige weitere Beteiligte verbringen Jahre hinter Gittern. Am Donnerstagabend war Gronau in Brandenburg zu Gast. Im Rahmen einer Veranstaltung der Konrad-Adenauer-Stiftung erzählte er den mehr als 50 Gästen in der Dom-Aula der ehemaligen Ritterakademie von seinen bewegenden Erlebnissen aus diesen Tagen. Unterstützung erhielt er dabei von Prof. Dr. Klaus Schroeder, dem Leiter des Forschungsverbundes SED-Staat der FU Berlin, von Carl-Wolfgang Holzapfel, dem Vorsitzenden der Vereinigung 17. Juni e.V., von Dieter Dombrowski MdL, dem Vorsitzenden des Menschenrechtszentrums Cottbus e.V., von Dr. Christian Schmitz, dem Landesbeauftragten für Brandenburg der Konrad-Adenauer-Stiftung sowie der Brandenburger Oberbürgermeisterin Dr. Dietlind Tiemann. Im Anschluss an die Vorträge, in denen das Publikum zum Erstaunen vieler Anwesenden erfuhr, dass auch in Brandenburg an der Havel in diesen Tagen nahezu 15.000 Menschen für Freiheit und gegen Unterdrückung auf die Straße gingen, entspann sich eine anregende Diskussion, die schnell über das eigentliche Thema des 17. Juni hinaus in den Bereich der Art und Weise des Umgangs mit der eigenen Vergangenheit führte. Ein Punkt, der insbesondere bei den anwesenden Lehrern und Schülern großes Interesse fand. Am Ende der zweistündigen Veranstaltung brachte Dieter Dombrowski, der selbst für „versuchte Republikflucht“ 14 Monate im DDR-Gefängnis gesessen hatte, das Fazit des Abends auf den Punkt: „Damals gingen die Menschen für die Freiheit, auch die Freiheit ihrer Mitmenschen auf die Straße. Das kann gar nicht hoch genug geschätzt und sollte nie vergessen werden.“