Beispiele traditioneller indigener Politik in Lateinamerika

Publikation

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Indigene traditionelle Politikformen verschiedener indigener Völker in Lateinamerika werde in einer zweisprachigen Broschüre vorgestellt und vom Regionalprogramm "Politische Partizipation Indígena" der Konrad-Adenauer-Stiftung veröffentlicht. Die Broschüre soll über eigene Potitiktraditionen informieren und auch das deutsche Publikum sensibilisieren.

Während der Arbeit des PPI wurde deutlich, dass viele Konfliktherde aufgrund von gegenseitigen Missverständnissen entstehen. Zum Beispiel verursachen die unterschiedlichen Konzepte von Entwicklung (indigen, unternehmerisch, staatlich, etc.) zum Zeitpunkt der Durchführung von rechtlich vorgeschriebenen Konsultationsprozessen der indigenen Völker Konflikte, da die Staaten versuchen, die Interessen einer ganzen Nation zu befriedigen, die Unternehmen ihren wirtschaftlichen Nutzen anstreben und die indigenen Völker ebenfalls ihre eigenen Interessen vertreten, die oft auf den Erhalt des Ökosystems in ihren Territorien abzielen, weshalb Wirtschaftsprojekte wie Infrastrukturmaßnahmen oder der Abbau von Rohstoffen vielfach abgelehnt werden.

All diese Konzepte sind Teil einer pluralistischen Demokratie, vor allem in Ländern, die eine große Anzahl an ethnischen Gruppen aufweisen. Diese Pluralität wird auch in verschiedenen politischen und gesellschaftlichen Einrichtungen einer Gesellschaft deutlich, die versuchen sollten, auf friedliche Weise eng miteinander zusammenzuarbeiten. Laut internationalen Vereinbarungen muss, beispielsweise im Falle des Konsultationsrechts, der Staat mit den repräsentativen Institutionen der indigenen Völker in Dialog treten. Genauso müssen auf Basis dieser internationalen Bestimmungen die Verfahren, Sitten und Gebräuche der indigenen Völker durch den Staat respektiert werden.

Gerade diese Institutionen und eigenen Verfahren stehen im Fokus dieser Broschüre und wurden von indigenen Autoren beschrieben. Sie zeichnen ein Bild der politischen Gewohnheiten einiger Gemeinden, wie die des Volkes der Mojeño-Trinitario aus Bolivien, der Baniwa aus Brasilien, der Mapuche aus Chile, der Maya K’iché aus Guatemala, der Zapoteken aus Mexiko, der Guna aus Panama und der Qichwa aus Peru. Daher ist das Ziel dieser Publikation, interessierte Leser durch kurze Texte und Fotografien auf die unterschiedlichen politischen Strukturen innerhalb dieser indigenen Völker aufmerksam zu machen. Vielfalt stärkt eine Demokratie, aber es ist wichtig, diese zu erkennen und zu respektieren, damit ein Miteinander möglich wird. Nur dadurch können interkulturelle Konflikte verhindert werden.

Es ist nicht ausreichend, reine Aufklärungsarbeit in den lateinamerikanischen Ländern zu leisten, sondern es ist auch von größter Bedeutung diese lateinamerikanische Vielfalt und Pluralität in anderen Ländern bekannt zu machen, damit Vorurteile vermieden werden können und die Aufmerksamkeit auf die politischen Praktiken gelenkt werden, die auf lokaler Ebene als potenzielle Beispiele für Erfolgsmethoden dienen können. Deswegen ist diese Broschüre auch ins Deutsche übersetzt worden.

erschienen

Bolivien, 15. Dezember 2013