"Handbuch - Von guten und schlechten Praktiken im Bereich Konsultationsrechts, Fallstudien aus Lateinamerika"

Buchvorstellung

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Am 27. April fand im Hotel Los Tajibos in Santa Cruz de la Sierra die Vorstellung der Publikation "Handbuch - Von guten und schlechten Praktiken im Bereich des Konsultationsrechts (vgl. ILO-Konvention 169), Fallbeispiele aus Lateinamerika" statt.

Das Konsultationsrecht (vgl. ILO-Konvention 169) ist derzeit eines der Kernthemen auf der Agenda indigener Völker in Lateinamerika. Aus den Konsultationsvorgängen lassen sich wertvolle Lektionen lernen, die sich aus konkreten Fällen sowohl erfolgreicher als auch unzulänglicher Anwendung der Norm ergeben.

Maximilian Hedrich, Repräsentant der Konrad-Adenauer-Stiftung in Bolivien und der Direktor des PPI in Lateinamerika, eröffnete die Veranstaltung, bei der zwei der Autoren sowie weitere Experten anwesend waren: Marco Mendoza (Bolivien) und Guillermo Vidalón (Peru), die Autoren, und Parlamentarierin María Soledad Pérez Tello (Peru) und Dr. Mónica Castro (Bolivien). Die Autoren stellten ihre Beiträge vor, die das Konsultationsrecht aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten.

Für das Regionalprogramm Politische Partizipation Indígena der KAS war es ein wichtiger Schritt, diese ausführliche Zusammenstellung der Anwendung des Konsultationsrechts in Bolivien, Brasilien, Guatemala und Peru erneut, nun in Bolivien vorzustellen (im März wurde die Publikation bereits in Guatemala vorgestellt).

Bei der Analyse der Vorträge aller Beteiligten wird deutlich, dass das Konsultationsrecht kein Exklusivrecht für indigene Völker, sondern vielmehr ein Mechanismus sein sollte, der auch anderen Teilen der Gesellschaft offensteht. Das Augenmerk liegt in diesem Sinne auf den Schlüsselbegriffen der kulturellen Vielfalt und der Interkulturalität.

Um darauf hinzuarbeiten ist es wichtig, alle am Konsultationsprozess beteiligten Partein dafür zu sensibilisieren; immer unter der Prämisse, dass es ein Fehler wäre, das Konsultationsrecht nicht anzuwenden, da sowohl Regierungen, die Rohstoffindustrie und die indigenen Völker substantielle Vorteile genießen, so der Prozess erfolgreich abgeschlossen wird.

Die Beiträge zeigen die Wichtigkeit auf, sich mit dem gesamten Prozess des Konsultationsrechts auseinanderzusetzen und nach Treu und Glauben den indigenen Völkern und Gemeinden vom Beginn der Konsultation an zweckdienliche Informationen bereitzustellen.

Zum Schluss wurde den Zuschauern die Möglichkeit gegeben, Kommentare und Fragen beizutragen, woraufhin sich eine angeregte Diskussion auf hohem Niveau entwickelte.

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Bolivien, 27. April 2016