Videodokumentation zur politischen Partizipation Indigener in Kolumbien vorgestellt

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Die Präsentation wurde von einer Expertenrunde begleitet, die sich aus drei Analytikern und zwei kolumbianischen Journalisten zusammensetzte. Diese analysierten das Video im Kontext der interkulturellen Demokratie, nachdem es vor einem Publikum von ca. 100 Personen gezeigt wurde.

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Von links nach rechts: Carlos Eduardo Huertas, Gabriel Muyuy und Ati Quigua (Foto: CONNECTAS)

Von links nach rechts: Carlos Eduardo Huertas, Gabriel Muyuy und Ati Quigua (Foto: CONNECTAS)

Die politische Teilhabe ist eines der Kernthemen auf der Agenda der indigenen Völker Lateinamerikas. Diese Aussage bestätigt auch das Dokumentarvideo „Situation der politischen Partizipation in Kolumbien“, dass das Team des Regionalprogramms Politische Partizipation Indigener am 01.03.2018 in der kolumbianische Hauptstadt Bogotá vorstellte.

Die Vorstellung des von der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) produzierten Videos wurde von einer Diskussionsrunde aus drei Experten und zwei kolumbianischen Journalisten begleitet. Ati Quigua, Kandidatin für den kolumbianischen Senat; Gabriel Muyuy, indigener Philosoph; Juan Pablo Coral, Vertreter der Direktion für indigene Angelegenheiten und Minderheiten der Republik Kolumbien sowie die Journalisten Edilma Prada, Direktorin des Portals „Agenda Propia“ und Carlos Eduardo Huertas, Direktor der Plattform CONNECTAS analysierten die Inhalte des Videos im Kontext der interkulturellen Demokratie, nachdem es vor einem Publikum von etwa 100 Personen in der Universidad de Santo Tomás in Bogotá gezeigt wurde. Hier können Sie das gesamte Video der Debatte ansehen.

Eingebettet war die Video-Präsentation in die Veranstaltung „Interkulturelle Demokratie, unterschiedliche Sichtweisen mit dem gleichen Ziel“, die mit Begrüßungsworten der Dekanin der Fakultät für gesellschaftliche Kommunikation für den Frieden der Universität Santo Tomás, María Ligia Herrera Navarrolas eingeleitet wurde. Im Anschluss begrüßte Dr. Georg Dufner, Leiter des Büros der KAS in Bolivien und des KAS-Regionalprogramms PPI die Teilnehmer. Er erläuterte die Reichweite und die Arbeit des PPI und die Ziele des vorgestellten Videos und dankte der Plattform für journalistische Innovation CONNECTAS und der Universität Santo Tomás.

Ati Quigua betonte: „Aufgrund des institutionellen Rassismus‘ und der Unsichtbarkeit des Themas in den Medien werden die Stimme der Indigenen und insbesondere der indigenen Frauen nicht einmal vermisst.“ Quigua und Gabriel Muyuy, benannten aber auch Beispiele für Fortschritte in der Gesetzgebung in der Region: Die Verfassung Ecuadors erkenne das Wort „Pacha“ an, welches die „Mutter Erde“ beschreibt; außerdem betonten sie, dass Mexiko Fortschritte gemacht habe, indem es auf die Identität der Mestizen, auf die Rechte der Natur sowie auf die religiösen und kollektiven Vorstellungen seiner Bewohner eingeht.

Zu den Herausforderungen der politischen Partizipation Indigener in der Region gehört laut Muyuy die Interkulturalisierung der Hochschulbildung, „was bedeutet, sie gemäß den politischen Beschlüssen des Landes zu demokratisieren, da es in der Praxis viel Widerstand gegen Veränderungen gibt.“ Es sei notwendig, den Autoritäten der indigenen Bauern und Afro-Amerikanern einen Dialog mit Justiz, Verwaltung, Politikern und der indigenen Kultur zu ermöglichen. Er fügte hinzu, dass die Bildung hin zu einem pluralen Panorama, das die 710 indigenen Völker Lateinamerikas einschließt, verändert werden sollte.

Dokumentarvideo “Situation der politischen Partizipation in Kolumbien“

Autor

Bernardo Ponce

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Bolivien, 2. März 2018

Kontakt

Dr. Georg Dufner

Leiter des Auslandsbüros in Bolivien und des Regionalprogramms PPI

Dr. Georg Dufner
Tel. +591 22 71 26 75
Sprachen: Deutsch,‎ English,‎ Español,‎ Français