Über uns
Nigeria ist ein gleichzeitig faszinierendes wie erschreckendes Land: voller Chancen und Möglichkeiten mit seinen 140 Mio. intelligenten und leistungsfähigen Menschen, riesigen Öl- und Gasvorräten, Mineralien und anderen Ressourcen, Klimazonen vom Sahelrand im Norden bis zum tropischen Regenwald und Mangrovensümpfen im Süden. Niederdrückend durch seine Probleme: ethno-religiöse Konflikte, Streit um die Verteilung der Einnahmen aus dem Ölgeschäft, grenzenlose Armut auf der einen Seite (ca. 2/3 der Bevölkerung müssen von weniger als einem US Dollar am Tag leben) und obszönem Reichtum auf der anderen Seite. Lange Jahre der Militärherrschaft und wahrhaft schlechten Regierungsführung hatten Nigeria zu einem Pariah der Staatenwelt gemacht, in dem Korruption und Missachtung der Rechtsstaatlichkeit geradezu grundlegende Ordnungsprinzipien waren.
Seit 1999 hat Nigeria jedoch eine Zivilregierung, zunächst unter Präsident Obasanjo und jetzt unter Präsident Yar' Adua und bemüht sich, seine Probleme in Angriff zu nehmen. Die Konrad-Adenauer-Stiftung möchte das Land dabei unterstützen, zu Rechtsstaat und Demokratie zu finden.
Unsere Arbeit hatte sich bisher ganz auf die Wahlen 2007 konzentriert, in denen der Staatspräsident sowie die verschiedenen Parlamente der Bundesrepublik Nigeria gewählt wurden. Leider waren diese Wahlen mit vielen Fehlern behaftet (s. Wahlberichterstattung auf dieser Website). Trotzdem kam es zum ersten halbwegs demokratischen Machtwechsel seit Ende der Militärregierung. Wir sind optimistisch, daß die neue Regierung unter Präsident Yar' Adua ihre Versprechen einhält, und die Demokratisierung des Landes vorantreibt.
Die Konrad-Adenauer-Stiftung versucht, Demokratie und Parlamentarismus in Nigeria zu fördern, indem sie in ihren Schwerpunktstaaten Cross River, Imo, Kano und Plateau State Veranstaltungen zur politischen Bildung und Beratung durchführt:
- Wir trainieren Abgeordnete wichtiger Staatsparlamente („Landtage“) und wollen dies noch ausweiten. Grundsatzfragen der Demokratie, Rolle und Verantwortung der Abgeordneten und Parlamente gehören ebenso dazu wie praktische politische Alltagsprobleme aus dem Leben eines Abgeordneten. Wir wollen so dazu beitragen, daß die Qualität dieser Parlamente verbessert wird.
- Auch die Wähler bilden wir aus, um ihnen eine verantwortungsbewusste und informierte Stimmabgabe zu ermöglichen. Hier werden u.a. grundsätzliche Fragen der Rolle des Bürgers in der Demokratie behandelt wie auch eine „Checkliste“ erarbeitet, die helfen soll, qualifizierte von weniger qualifizierten Kandidaten zu unterscheiden.
- In einem interaktiven, wöchentlichen Radioprogramm mit dem Titel "Vision Nigeria" werden jetzt von den Standorten Kano, Ibadan und Enugu in jeweils einstündigen Sendungen grundsätzliche und aktuelle Fragen der Politik im Studio und mit den Hörern diskutiert. In drei wichtigen Regionen Nigerias erreichen wir so wöchentlich potentiell 50-70 Millionen Hörer.
- Da es in Nigeria leicht zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kommt, bereiten wir Offiziere der Streitkräfte auf Friedensmissionen im In- und Ausland vor.
- Entsprechende Trainings für Journalisten (u.a. mit der Deutschen Welle und JDPC Ibadan) sollen diese befähigen, zwar wahrheitsgemäß zu berichten, dies aber in einer Weise zu tun, die Konflikte nicht noch anheizt.
- Zusammen mit Experten werden wir Kernprogramme für die notwendigen wirtschaftlichen Reformmaßnahmen in unseren Schwerpunktstaaten entwickeln, an denen die Kandidaten und später die Abgeordneten von ihren Wählern gemessen und beurteilt werden können („Benchmarks“).
Damit führen wir unsere Aktivitäten, mit denen wir vor den Wahlen 2007 begonnen haben, konsequent fort. Die nächsten Wahlen finden 2011 statt und sollen besser gelingen. Dazu wollen wir beitragen.
Unsere Programme sind jung und wir lernen gerne dazu. Wir laden Sie daher herzlich zu Anregungen und Kritik ein.
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