Nigeria - Landesinformationen
Amtssprache: Englisch
Hauptstadt: Abuja (seit 1991, zuvor Lagos)
Staatsform: Präsidiale Bundesrepublik
Präsident und Regierungschef: 1999 bis 2007:Olusegun Obasanjo, ab 29. Mai 2007: Umaru Yar' Adua
Fläche: 923.768 km²
Einwohnerzahl: ca. 140 Mio. (letzte Zählung 2006)
Bevölkerungsdichte: 152 Einwohner pro km²
Bevölkerungszunahme: 2,2 % pro Jahr (2004)
Durchschnittsalter: 18,6 Jahre
Infizierung mit HIV/Aids: 5,4% der Gesamtbevölkerung = 3,6 Mio. (2003)
Währung: Naira (100 Naira = 0.61 Euro
= 0.78 US-$)
BIP/Einwohner: 824 (zu Marktpreisen in US-$) (2006)
Größte Städte:
- Lagos (ca. 9 Mio. Einwohner)
- Kano (3.848.885 Einw.)
- Ibadan (2.550.593 Einw.)
- Kaduna (1.652.844 Einw.)
- Abuja ( 405.000 Einw.)
(Angaben ohne Gewaehr)
Zeitzone: GMT+1 Std.
Nationalhymne: Arise Oh Compatriots, Nigeria's Call Obey
Nationalfeiertag: 1. Oktober: Independence Day
(am 1.Oktober 1960 erlangte Nigeria Unabhängigkeit von der
Kolonialmacht Großbritannien)
Kfz-Kennzeichen: WAN
Internet-TLD: .ng
Vorwahl: +234
Geographische Lage - Klima - Vegetation
Nigeria liegt in Westafrika, angrenzend an Benin im Westen, Niger im Norden, Tschad im Nordosten, Kamerun im Osten und den Golf von Guinea im Süden mit einem Küstenstreifen von 853 km Länge. Das Klima ist tropisch und unterteilt in zwei Jahresabschnitte: die Regenzeit von April bis Oktober und die Trockenzeit von November bis März. Die Regenzeit schickt als Vorboten den Harmattan. Dieser heftige Passatwind, der Sand aus der Sahara aufwirbelt und als riesige Staubwolke mit sich bringt, legt sich oft wochenlang über das Land. Auch während der Regenzeit kommt es häufig zu starken Stürmen. Die Vegetation setzt sich von Süden nach Norden zusammen aus Mangrovenwald, Regenwald, Laub abwerfendem Wald, Savanne bis hin zur Sahelvegetation. Afrikanisches Wild ist in Nigeria größtenteils aufgrund schonungsloser Jagd und der Zerstörung des natürlichen Lebensraums durch die Abholzung der Wälder ausgerottet. Zu den Bodenschätzen Nigerias gehören vor allem Erdöl und Erdgas, daneben kleinere Vorkommen an Zinn, Eisenerz, Kohle, Kalkstein, Blei und Zink.
Jüngere Geschichte des Landes
Nach nahezu 16 Jahren Militärherrschaft wurde 1999 eine neue Verfassung mit einer Zivilregierung in Kraft gesetzt. Präsident Olusegun Obasanjo, früherer General in der nigerianischen Armee und zwischen 1995 und 1998 selbst politischer Häftling während der Militärdiktatur, stand auch in seiner zweiten Amtszeit vor nach wie vor kaum zu bewältigende Aufgaben. Sein Nachfolger, Umaru Yar' Adua, hat versprochen, die wirtschaftlichen Reformen seines Vorgängers fortzuführen und die Korruptionsbekämpfung zu intensivieren. Das Land konnte seine reichen Erdölvorkommen bisher nicht erfolgreich zur Armutsbekämpfung nutzen. Missmanagement und Korruption erschweren das Vertrauen der Bevölkerung in die Regierung. Hinzu kommen anhaltende ethnische Konflikte zwischen dem überwiegend muslimischen Norden und dem vorwiegend christlich-animistischen Süden und eine generell niedrige Schwelle zur Gewalt. Das ölreiche Nigerdelta bleibt eine der gefährlichsten Konfliktzonen des Landes.
Ethnische Unterteilung
Es gibt ca. 250 ethnische Gruppierungen und Stämme mit jeweils eigenen Sprachen in Nigeria, von denen jede ein eigenes Territorium beansprucht. Die drei Hauptgruppen sind die Hausa-Fulani, die Yoruba und die Igbo.
- Hausa-Fulani: im Norden angesiedelt, die bevölkerungsreichste Gruppe, hauptsächlich Muslime; Sprachen: Hausa und Fulani
- Yoruba: zweitgrößte Gruppe, im Süd-Westen angesiedelt, hauptsächlich Bauern; jede Untergruppe der Yoruba wird von einem “Chief” angeführt
- Igbo: im Süd-Osten angesiedelt, die Igbo leben in kleinen, dezentralisierten und demokratisch geführten Gemeinden, angeführt meist durch eine Ältestenversammlung.
Weitere ethnische Gruppen sind Ijaw, Ibibio, Edo, Tiv, Nupe.
Religion
50% der Gesamtbevölkerung sind Muslime; rund 40% der Bevölkerung sind Christen, knapp 10% sind Animisten (Anhänger traditioneller afrikanischer Religionen).
Sprache
Amtssprache ist Englisch, das in den Schulen unterrichtet und von ca. 50% der Bevölkerung gesprochen wird. Daneben hat sich im Laufe der Zeit eine nigerianische Version des Pidgin-Englisch herausgebildet, das vom Grossteil der Bevölkerung beherrscht wird. Als sonstige Landessprachen anerkannt sind Yoruba, Hausa und Igbo. Weitere Informationen finden Sie hier.
Demographische Trends
Nigeria ist das mit Abstand bevölkerungsreichste Land Afrikas und an neunter Stelle der bevölkerungsreichsten Länder der Erde mit einem Anteil an über 4% der Gesamt-Weltbevölkerung. Die ehemalige Hauptstadt Lagos ist die größte Stadt Afrikas. Nigeria zählt nach wie vor zu den ärmsten Ländern weltweit; noch 2003 belief sich der Anteil der Bevölkerung mit weniger als 1 US-Dollar pro Tag auf 70 %.
Lebenserwartung (2005): 46,6 Jahre
Jährliche Zahl an Neugeburten (2004): 5.323.000
(Quelle: Unicef)
Bildung
Duchschnittl. Grundschulbesuch (1996-2004): 62 %
Duchschnittl Alphabetisierungsrate >15 Jahren (2000-2004): 67 %
(Quelle: Unicef)
Politik – Verwaltung
Nigeria hat ein präsidiales Regierungssystem mit einem Senat und einem Abgeordnetenhaus. Die Verfassung wurde 1998 nach dem Vorbild der USA entworfen und trat 1999 in Kraft; sie gewährleistet ein Mehrparteiensystem und alle vier Jahre stattfindende Wahlen. Das Land ist aufgegliedert in 36 Bundesstaaten mit einem Capital Territory (Abuja) und 774 Local Government Areas. Das Rechtssystem beruht auf übernommenem Britischen Rechtssystem sowie dem Sharia-Recht (in 12 Staaten im Norden) und Traditionsrecht. Das Militär besteht aus einer Berufsarmee mit 77.100 Mann (Army 80,4 %; Marine 7,3 %; Luftwaffe 12,3 %). Ein staatlich organisiertes Gesundheitssystem gibt es in Nigeria nicht. Kranke, Arme und Alte sind auf Familienhilfe angewiesen; nur Regierungsbedienstete kommen in den Genuss öffentlicher Fürsorge.
(Quelle: Wikipedia)
Infrastruktur
Verkehr:
Länge des Straßenentzes: 194,394 km
davon asphaltiert: 60,068 km
nicht asphaltiert: 134,326 km
Schienenverkehr: 3.505 km
Internationale Flughäfen: Lagos, Abuja, Kano, Port Harcourt, Ikeja
Kommunikation:
Telefonnetz: 1,395,786 Festnetz-Telefone in Nutzung
Mobilfunk: 21,571,131 Mobil-Telefone in Nutzung
(Quelle: The World Fact Book, 2006)
Wirtschaft
Die nigerianische Wirtschaft ist stark durch die politische Instabilität in der Geschichte des Landes sowie durch Korruption und Misswirtschaft beeinträchtigt.
Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen pro Jahr in 2004 betrug 430 US $, die derzeitige Inflationsrate liegt bei 19,9 % (Quelle: Weltbank). Haupteinnahmequellen der nigerianischen Wirtschaft sind die Ölförderung, Landwirtschaft, Industrie, Energie, Kommunikation, Bauindustrie und Dienstleistung. Das jährliche Wirtschaftswachstum lag bis 2003 durchschnittlich bei 3%, in 2004 erfuhr es einen Zuwachs auf 6,1%. Die wichtigsten Exportgüter Nigerias neben Öl sind Kakao und Kautschuk. Die wichtigsten Exportpartner sind
USA (48%), Indien (8%), Spanien (7.4%), Brasilien (5.5%) und Japan (4.1%). Zu den Importgütern gehören Maschinen, Chemie-Produkte, Transportmittel und Lebensmittel. Die wichtigsten Importpartner sind USA (9.1%), China (8.8%), Großbritannien (8.7%), Niederlande (6.3%), Frankreich (6.1%), Deutschland (5.7%) und Italien (4.7%).
(Quelle: UNDP)
Außenpolitik
Trotz der vielen innenpolitischen Probleme gilt Nigeria als mächtigster Staat Westafrikas und ist Mitglied in zahlreichen internationalen Organisationen:
Commomwealth of Nations
Staatenbund des Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Nordirland und dessen ehemaligen Kolonien (insgesamt 53 Staaten)
OPEC (Organization of the Petroleum Exporting Countries) seit 1971
Die OPEC - Mitgliedstaaten fördern etwa 40 % der weltweiten Erdölproduktion und verfügen über drei Viertel der weltweiten Erdölreserven. Ziel des Kartells ist eine gemeinsame Ölpolitik durch die Festlegung von Förderquoten, unter anderem um sich gegen einen Preisverfall abzusichern.
OIC (Organisation der Islamischen Konferenz) seit 1986
Zusammenschluss von derzeit 57 Staaten, in denen der Islam Staatsreligion, Religion der Bevölkerungsmehrheit oder Religion einer großen Minderheit ist.
ECOWAS (Economic Community of West African States)
Gründung 1975 in Lagos, Nigeria; Neuordnung 1993; heute befindet sich der Sitz des Generalsekretariats in Abuja.
Ziel des Zusammenschlusses ist der Ausbau der wirtschaftlichen und politischen Integration westafrikanischer Länder, um eine kollektive Selbstversorgung zu ermöglichen.
AU (African Union)
Zwischenstaatliche Organisation aller 53 afrikanischen Staaten (außer Marokko), die sich für die Kooperation auf allen Gebieten einsetzen soll. Die Charta der AU orientiert sich teilweise am Vorbild der Europaeischen Union.
NEPAD (New Partnership for Africa’s Development)
Wirtschaftliches Entwicklungsprogramm der Afrikanischen Union das 2001 auf Initiative Nigerias hin entwickelt wurde um gemeinsame Werte zu entwickeln und deren Umsetzung innerhalb der Afrikanischen Union zu überwachen.
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