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Die Konrad-Adenauer-Stiftung setzt sich national und international durch politische Bildung für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit ein. Wir fördern und bewahren freiheitliche Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und die Soziale Marktwirtschaft. mehr...

Der wachsenden regionalen und globalen Bedeutung einer sicheren und klimaneutralen Energieversorgung trägt die Konrad-Adenauer-Stiftung durch ein neues Regionalprojekt „Energiesicherheit und Klimawandel in Asien und Pazifik“ Rechnung. Klimawandel und Energieversorgung gehören zu den größten Herausforderungen vieler asiatischer Staaten in den nächsten Jahrzehnten. Wir begleiten diesen Prozess hin zu einer nachhaltigen Lebens- und Wirtschaftsform durch den Dialog mit Entscheidungsträgern in der Region und mit Europa – durch internationale Tagungen und Workshops, Stipendien- und Forschungsprogramme und Publikationen.

Die Ausgangssituation

Viele Regionen Asiens wachsen gegenwärtig enorm: die Bevölkerung nimmt sehr rasch zu; Produktion und neue Konsumgewohnheiten gehen einher mit einem dramatisch ansteigenden Energiebedarf.

Die Staaten bauen ihre Energieversorgung massiv aus, setzen dabei aber noch überwiegend auf fossile und nukleare Energieträger. Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum sowie die intensive Nutzung fossiler Energieträger haben schon in den letzten Jahren Klima und Umwelt schwer geschädigt: durch verheerende Verschmutzung von Luft und Wasser, Dürren, Überschwemmungen und den Anstieg des Meeresspiegels. Die weitere positive Entwicklung der Region Asien und Pazifik ist massiv gefährdet. Zugleich verursachen sie massive Konflikte innerhalb der Gesellschaften und zwischen den Staaten der Region, etwa durch Streitigkeiten um Wasserressourcen oder die Sicherung der Energieversorgungswege.

Nur eine klimafreundliche Transformation der Lebens- und Wirtschaftsweise eröffnet dauerhafte Entwicklungschancen in und für die Region und leistet einen Beitrag zur globalen Bekämpfung des Klimawandels. Hieran hat auch Europa ein wesentliches Interesse. Ein wesentlicher Schlüssel zur Lösung dieser Probleme sind neue Modelle einer nachhaltigen Energieversorgung.

Bislang stehen Wachstum und Entwicklung an erster Stelle der nationalen Politiken – auf Kosten des Klimaschutzes, dem Einsatz regenerativer Energiequellen und nachhaltigen, sozial gerechten Entwicklungschancen für alle gesellschaftlichen Gruppen. Doch sind die negativen Folgen unübersehbar. Regierungen, Gesellschaft und Unternehmen erkennen langsam die Notwendigkeit einer „energetischen Transformation“.

Europa und Deutschland sind bevorzugte Dialog-Partner für die Entwicklung und Umsetzung neuer nachhaltiger Ansätze auf den Gebieten Urbanisierung, Verkehr und industrieller Wertschöpfung. Zugleich zeigen aktuelle Krisen, wie anfällig die Versorgung mit fossilen Energieträgern weltweit ist. Hier gilt es, einseitige Abhängigkeiten zu überwinden und innovative Potentiale freizusetzen. Politik, Gesellschaft und Unternehmen in Asien und Europa müssen für die außen-, sicherheits- und wirtschaftspolitischen Herausforderungen einer gesicherten Energieversorgung sensibilisiert werden.

Deutschland als Akteur in der globalen Energie- und Klimapolitik

Ende 2010 hat Deutschland beschlossen, seine Energieversorgung bis 2050 nahezu vollständig auf Erneuerbare Energien umzustellen. Mit dieser „Energiewende“ will Deutschland seine klimaschädlichen Treibhausgase drastisch senken und seine Importabhängigkeit von fossilen Energieträgern langfristig reduzieren. Für Deutschland bedeutet dieser Schritt eine gewaltige politische Aufgabe - national wie international.

Deutschland kann auf eine über Jahrzehnte gewachsene Innovationskraft bei Umwelt-, Energieeffizienz- und Erneuerbaren Energien zurückgreifen. Doch verlangt eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende auch einen hohen Grad an Akzeptanz in Gesellschaft und bei Unternehmen. Neue ökonomische Rahmenbedingungen für die Nutzung von Erneuerbaren Energien müssen in Deutschland geschaffen werden. In den vergangenen Jahren hat unser Land vor dem Hintergrund seiner föderalen Struktur, seinen demokratischen Partizipationsmöglichkeiten und seinen Erfahrungen mit dezentralen Organisationsformen bereits viel erreicht.

Deutschland wird heute als glaubwürdiger umweltpolitischer Akteur wahrgenommen, z.B. im Rahmen der Klimaverhandlungen unter dem Dach der Vereinten Nationen (COP) oder der europäischen Klimaschutzziele. Die deutsche Energiewende rückt aber auch die Frage in den Vordergrund, inwieweit sie in eine kohärente europäische Energiesicherheitspolitik integriert werden kann, um die Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit Deutschlands zu gewährleisten. Aber auch in der multi- und bilateralen Entwicklungszusammenarbeit sowie in der Außen- und Sicherheitspolitik stellen sich zahlreiche energiepolitische Herausforderungen.

Die Ziele des Projekts in der Region Asien-Pazifik

Wir wollen das Bewusstsein unter den politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträgern Asiens verankern, dass eine nachhaltige Energieversorgung und ein effektiver Klimaschutz wesentliche Grundlage für den weiteren Wohlstand und die Entwicklung der Region sind – und kein Widerspruch zu wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung. Beide Ziele lassen sich immer mehr nur noch durch eine verstärkte intraregionale Kooperation erreichen. Die Region bietet vielfältige Möglichkeiten, neue Wege und Formen bei der Konzeption und Entwicklung nachhaltiger Energiesysteme zu beschreiten. Gleiches gilt für die Vermeidung wie auch Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Tragkräftige Konzepte, die von Entscheidungsträgern und der Bevölkerung in Asien mit Überzeugung umgesetzt werden sollen, können nicht von außen vorgesetzt werden. Wir liefern keine fertige Blaupause, sondern möchten zum Erarbeiten und Entwickeln eigener Ansätze beitragen. Wir sind jedoch davon überzeugt, dass ein Umbau der Energieversorgung und die damit verbundenen Möglichkeiten und Risiken die ganze Gesellschaft betreffen und deshalb alle gesellschaftlich bedeutenden Gruppen in Planungs- und Entscheidungsprozesse eingebunden werden müssen. Hier können Deutschland und Europa vielfältige Erfahrungen, etwa auf der städtischen Ebene einbringen. Zielgruppen sind neben Vertretern aus Politik und Verwaltung auch Unternehmer, wissenschaftliche Einrichtungen und Think Tanks. Der Diskurs soll bewusst über nationale und regionale Grenzen hinweg gehen. Dabei kann bereits auf bestehende überregionale Netzwerke zurückgegriffen werden, wie etwa Arbeitsgruppen zu Energie und Klima im südostasiatischen Staatenbund ASEAN oder transnationale Städteverbünde. Auch die renommierten asiatischen Universitäten sind wichtige Größen in der Energie- und Klimadiskussion in Asien. Darüber hinaus verstehen wir uns als Brückenbauer zwischen Europa und Asien auch im Energie- und Klimadiskurs.

Unser Ansatz

Aufbau und Pflegen von Netzwerken politischer und gesellschaftlicher Entscheidungsträger in Asien und Pazifik, die Schaffung von Plattformen für den persönlichen und fachlichen Austausch, die Teilnahme an wissenschaftlichen Diskursen und die Entwicklung von best-practice bilden die Schwerpunkte unserer Projektarbeit. Wir stärken das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer nachhaltigen Energie- und Klimapolitik und fördern den Austausch der Akteure mit deutschen und europäischen Partnern. Dabei stehen gerade auch die die außen-, sicherheits- und entwicklungspolitischen Aspekte einer nachhaltigen Energieversorgung im Zentrum der Betrachtung. Hierzu arbeiten wir mit angesehenen nationalen und internationalen Organisationen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zusammen. Wir beobachten den Umbau bestehender Energiesysteme und die Fortschritte beim Klimaschutz und der regionale Zusammenarbeit unter den asiatischen Ländern. Dazu bieten wir Interessierten weltweit über verschiedene Medien regelmäßig Hintergrundinformationen, Analysen aktueller Entwicklungen und Beschreibungen unserer Projektarbeit und der Entwicklung in der Region. Über unsere weiteren Länder- und Regionalprogramme sind wir weltweit vernetzt. Eine enge Kooperation findet mit dem Regionalprogramm Energiesicherheit und Klimawandel in Lateinamerika statt. mehr...