Es geht um unsere Zukunft

„Welches Land wollen wir sein?“ – Die offene Gesellschaft am 10. Juni 2017 in Neuss.

Was verbinden wir mit Heimat - Einen Ort, ein Gefühl, Erinnerungen oder Menschen? Eine offene Gesellschaft muss mit den verschiedenen Definitionen und Interpretationen umgehen und vermitteln.

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von links: Alexander Carius, Serap Güler, Hermann Gröhe, Michaela Rensing, Yasmin Honnef, Simone Habig und Christoph Waffenschmidt

von links: Alexander Carius, Serap Güler, Hermann Gröhe, Michaela Rensing, Yasmin Honnef, Simone Habig und Christoph Waffenschmidt

Die Frage „Welches Land wollen wir sein?“ wurde schon in vielen Veranstaltungen gestellt und diskutiert. Die Diskussionsreihe wird von der Initiative „Die Offene Gesellschaft“ veranstaltet. Nach Düsseldorf und Köln lud das Regionalbüro Rheinland unter Leitung von Simone Habig zum dritten Mal zum Mitdiskutieren ein. Dieses Mal waren die Menschen in Neuss eingeladen, sich im Forum des Rheinischen Landestheaters über das Thema „Heimat“ auszutauschen.

Ein Podium für alle

Bunt, Angstfrei, Weltoffen, Heimatverbunden: diese und andere Aussagen finden die Zuschauer schon vor Beginn der Diskussion im Foyer. Es sind Antworten auf die Frage, welche Gesellschaft wir sein wollen. Die Gäste wählen eine Antwort aus und werden mit dem Schild fotografiert. Während der Diskussion läuft eine Dia-Show mit den Fotos. Bei der offenen Diskussion sind alle Zuschauer gefragt: Es gibt keine Bühne, jede Meinung soll im offenen Forum geäußert und diskutiert werden. Unter den Zuschauern sind fünf Impulsgeber, die in kurzen Statements ihre Meinung zum Thema Heimat vorstellen und diskutieren.

Chancen, Zuversicht und Zusammenhalt

Hermann Gröhe MdB, Bundesminister für Gesundheit und Schirmherr der Veranstaltung, gibt den ersten Impuls: „Heimat sind zuallererst die Menschen.“ Als Grundkonzepte für Heimat nennt er Chancen, Zuversicht und Zusammenhalt. Das zweite Statement liefert Christoph Waffenschmidt, der Vorstandsvorsitzende von World Vision e.V. in Deutschland. Er sieht Deutschland als eines der reichsten Länder in der Verantwortung, anderen Menschen eine Heimat zu geben: „Diese Menschen sind auf eine Heimat als Schutzraum angewiesen.“ Yasmin Honnef, Politikmanagement-Studentin, bezieht sich auf eine Rastlosigkeit der jungen Generation. Sie plädiert dafür, Heimat nicht dazu zu missbrauchen, um andere auszugrenzen: „In einer offenen Gesellschaft steht jedem eine Heimat zu.“

„Woher kommst du?“

Nach den ersten drei Impulsen beginnt das Publikum zu diskutieren. Zu Beginn geht es um die Frage, ob man Menschen mit Migrationshintergrund fragen kann, wo sie herkommen. Während die Frage einerseits als Äußerung am Interesse der kulturellen Wurzeln interpretiert wird, sehen andere die Gefahr, dass Menschen sich dadurch ausgeschlossen fühlen. Serap Güler MdL, die integrationspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im Landtag NRW, ist eine der Impulsgeberinnen. Ihre Eltern kamen aus der Türkei. „Wenn mich jemand das fragt, sage ich das Ruhrgebiet“. Eine Meinung aus dem Publikum: Man würde damit seinen kulturellen Hintergrund verleugnen. Güler antwortet darauf in ihrem Impuls. Für Heimat brauche sie keinen geographischen Bezugspunkt. Dort wo sie sich wohlfühle und ihre Wurzeln hat, sei ihre Heimat. „Wenn ich das Ruhrgebiet meine Heimat nenne, leugne ich nichts, das ist einfach Fakt.“

„Eine ziemlich bunte Nation“

Alexander Carius, der Mit-Gründer von „Die offene Gesellschaft“, gibt den letzten Impuls. Für ihn ist Heimat nicht die Frage nach der Herkunft, sondern wie man leben möchte und wo man hin will: „Sprache, Witz, Tanz: Heimat ist alles das, was unser Leben ausmacht.“ Es gehe darum Menschen teilhaben zu lassen. In der Debatte geht es auch um die verschiedenen Kulturen, die zusammenkommen. Eine junge Frau sieht in der Zusammenkunft vieler Kulturen eine Chance, das Beste aus allem zusammenzumischen. Hermann Gröhe MdB erwidert darauf, dass die Menschen wegen der Kultur nach Deutschland kämen: „Offenheit und Identität gehören zusammen“. In seinem Schlusswort geht Alexander Carius nochmal auf die durch die Globalisierung bedingte Migration ein. Die Gesellschaft und die Politik müssen die Zukunft aktiv mitgestalten: „Politik ist das, was wir alle zusammen machen.“

Autor

Julia Rieger

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Düsseldorf, 12. Juni 2017

Kontakt

Simone Habig

Leiterin Regionalbüro Rheinland

Simone Habig
Tel. +49 211 8368056-0
Fax +49 211 8368056-9