Speeddating, Weichmacher und Rettungsringe

Lernen, glaubwürdig und gelingend zu kommunizieren

„Mit jedem Seminar des Frauenkollegs, das ich mitmache, fühle ich mich sicherer in meinem Auftreten. Ich nehme immer wieder aufs Neue viele Ratschläge und Strategien mit.“ Barbara Jäschke, 61, Geschäftsführerin der CDU Fraktion Willich, Vorsitzende Frauen Union Willich

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Die Teilnehmerinnen des Frauenkolleg-Seminars

Sich einfach mal in die Augen schauen und nichts sagen. Trotz minimaler Interaktion haben wir eine Wirkung, die beim Gegenüber einen Eindruck hinterlässt.
Mit dieser Einstiegsübung von nur wenigen Minuten verdeutlichte Kommunikationstrainerin Barbara Materne den Workshop-Teilnehmerinnen, wie präsent die eigene Ausstrahlung ist. Lernen, sie richtig einzuschätzen und bewusst in Vortragssituationen zu steuern war das Ziel des zweitägigen Seminars der Reihe „Marke Ich“ im Rahmen des Frauenkollegs. Unter dem Titel „Überzeugend sein – authentisch bleiben. Wie Sie wirkungsvoll präsentieren ohne sich zu verbiegen“ haben sich 15 Frauen der Herausforderung gestellt, an einen stimmigen Gesamteindruck zu arbeiten.
„Ich muss eine Übereinstimmung finden zwischen der Person, die ich bin und den Erwartungen von außen. Sonst wirke ich nicht glaubwürdig“, sagte Trainerin Materne zu Beginn. Zunächst erklärte sie die vier Bausteine einer Präsentation: Präsenz, Prägnanz, Beziehung und Botschaft.

Anhand von konkreten Beispielen meist aus dem beruflichen Alltag der Teilnehmerinnen, wendeten sie das theoretische Wissen am zweiten Tag praktisch an. Über ein paar Runden Speeddating, also ein anderthalbminütiges Kennenlernen, hatten die Frauen direkt zu Seminarbeginn eine Atmosphäre geschaffen, die es jeder ermöglichte, Erfahrungen offen zu teilen. So gelang ein dynamischer Austausch in Kleingruppen, dessen Ergebnisse alle im Plenum besprachen. Wie man seine Wirkung minimieren und noch viel wichtiger maximinieren kann, war eine Aufgabe. „Unbedingt vermeiden solltet ihr unscharfe Formulierungen wie die Worte ‚eigentlich’ oder ‚im Großen und Ganzen’. Das sind Weichmacher für eure Kernbotschaften“, erklärte Frau Materne, die dazu führten, die Wirkung zu minimieren. Zu den Maximierern gehörten dagegen beispielsweise Storytelling anzuwenden oder die Kraft der Zahlen zu nutzen. „Zieht das Publikum mit persönlichen Erlebnissen oder weisen Geschichten in den Bann. Gebt ihm Orientierung mit Aufzählungen“, forderte sie auf.

Um auch auf kritische Einwände besonnen reagieren zu können, gab sie den Teilnehmerinnen drei Techniken an die Hand, die man gut lernen kann. Mit dem Rettungsring „Gegen- oder Rückfrage“ könne man beispielsweise Zeit gewinnen, um die sich eine passende Antwort zu überlegen.

Zum Abschluss des Seminars bündelten die Teilnehmerinnen das neu erlernte Wissen mithilfe einer Planungs-Matrix und trugen Kurzpräsentationen zu selbst gewählten Themen vor. Die gemeinsame Feedbackrunde ergab: Vielleicht nicht immer rhetorisch geschliffen, aber authentisch und damit überzeugend. „Ich fühle mich gestärkt, mich souveräner in meinem beruflichen Alltag zu bewegen“, bilanzierte eine Teilnehmerin.

Weitere Statements der Teilnehmerinnen

„Für mich war das Seminar im Frauenkolleg lehrreich, unterhaltsam und professionell. Es war meine erstes Seminar bei der Konrad-Adenauer-Stiftung, aber sicher nicht das letzte.“
Linda Britta Bosse, Coach und Beraterin (keine Altersangabe)

„Ich finde es toll, mich in einem geschützten Raum ausprobieren zu können. Wir sind unter uns und ich muss mich vor niemandem beweisen.“
Elisabeth Siemes, 31, Assessorin in der Agrarwirtschaft

„Ich finde es spannend, so viele tolle Frauen aus unterschiedlichen Bereichen kennenzulernen. So gewinne ich neue Blickwinkel dazu.“
Anke Dargel, 41, Projektmanagerin Deutsche Rentenversicherung Knappschaft Bahn See

„Die Seminare lohnen sich für Jede. Ich habe mich im Umgang mit Stress und in meiner Widerstandsfähigkeit enorm weiterentwickelt. Auch meiner Chefin ist das aufgefallen.“
Karoline Glock, 48, Bürokauffrau

Autor

Anne Odendahl

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Düsseldorf, 16. Oktober 2017

Kontakt

Simone Habig

Leiterin Regionalbüro Rheinland

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