FREIHEIT - Auf den Spuren Martin Luthers

Neusser Kulturtreff

Was bedeutet Reformation heute, 500 Jahre nachdem Martin Luther den Stein ins Rollen gebracht hat? Dieser Frage widmet sich die Sängerin Sarah Kaiser auf musikalischem Weg. Welche Spuren hat die Reformation in der Gesellschaft und für jeden Einzelnen hinterlassen?

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Das Gästebuch

Ihre Gedanken zu Martin Luther und der Reformation hat Sarah Kaiser in einem Album verarbeitet: „Freiheit – Auf den Spuren Martin Luthers“ steht im Mittelpunkt des Neusser Kulturtreffs in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche in Neuss. Die Veranstaltung steht unter der Schirmherrschaft von Hermann Gröhe MdB. Zu Beginn begrüßt Dr. Christian Koecke, Koordinator für Grundsatzfragen der Konrad-Adenauer-Stiftung, das Publikum zu einem „Event der besonderen Art“. Die musikalische Neuinterpretation Luthers bedeutungsvoller Lieder freue ihn. Seit hunderten Jahren würden seine Lieder gesungen. „Diese Tradition ist schön, sie stützt die Gemeindeerfahrungen“.

„Luther ist Dreh-, Angel- und Startpunkt"

Für das Album „Freiheit“ hat Sarah Kaiser neue Lieder aufgenommen, die für sie mit dem Thema der Reformation verbunden sind. Aber auch Texte und Kirchenlieder von Matin Luther hat die Jazz- und Soulsängerin gemeinsam mit ihrem Bandkollegen Samuel Jersak bearbeitet und ganz neu, mit ihrer eigenen Note interpretiert. Zu Beginn des Konzertes klingen mit „Zugvögel“ und „Eine feste Burg ist unser Gott“ beide Ideen an. Reformation – das sei für sie wie eine Brücke. „Und diese Brücke möchte ich in meine Lieder mitnehmen“.

„Zu dem Album kam ich auf Umwegen“

Zwischen den Liedern erzählt Kaiser, wie es zu einem Album kam, das sich mit Luther beschäftigt. Bis sie 20 war, spielte die evangelische Kirche kaum eine Rolle, erzählt sie. Doch das änderte sich: „Du bleibst permanent mein festes Fundament, ich halte mich renitent an dir fest“, singt Kaiser in einem ihrer Lieder. Die Bedeutung Luthers wurde ihr zum Teil durch eine Kolumne in der Zeitung bewusst, die sie zufällig las: „Zum Beispiel die Bibelübersetzung, durch sie gibt es das heutige Hochdeutsch“. Luther habe außerdem sehr viel angestoßen und bewegt.

„Er hat die Freiheit wiedergebracht“

Kaisers Lieder bewegen sich zwischen ruhigen, gedankenvollen Stücken und schnellen, jazzlastigen Stücken, die vom Publikum mit rhythmischen Klatschen und Schnipsen begeistert begleitet werden. Der Titelsong ihres Albums liegt der kraftvollen Sängerin besonders am Herzen, denn es seien immer noch viele Menschen nicht frei. Gegen Sklaverei und Zwangsprostitution setzt Sarah Kaiser sich als Künstlerbotschafterin bei Organisation „International Justice Mission“ ein. „Der Titelsong ist allen gewidmet, die nicht frei sind und für deren Befreiung wir alle kämpfen können“.

„Gnade, Freiheit, Gewissen“

Die Errungenschaften der Reformation für die Gesellschaft seien eindeutig, so Kaiser. Aber für ihr Album hat sie sich auch gefragt, was Reformation für sie ganz persönlich bedeutet. Wiederordnung und Erneuerung sind die Worte, die ihr in den Sinn kamen, denn „nur wenn Gott bei mir in Herz und Geist ist, mich erneuert, dann kann ich dazu beitragen, dass sich um mich herum was erneuert“. Diesen Gedanken widmet sie ein gesungenes Gebet, in dem es heißt: „Du bist Anfang und Ende, du bist meine Wende, du bist meine Reformation“.

Luther übersetzen

Die musikalische Neuinterpretation von Luthers Liedern sieht bei Sarah Kaiser immer anders aus. Das Lied „Aus tiefster Not schrei ich zu dir“, Luthers Vertonung des Psalm 130, überarbeitet sie musikalisch so, dass es orientalisch und melancholisch klingt. In dem Lied spielt Kaiser auf die Situation von Geflüchteten an: „Wie sieht eigentlich diese tiefe Not und die Begegnung mit Gott aus?“ Ein anderes Lied wird zeitgemäß übersetzt. Am Ende des Abends ist das Publikum begeistert. Nach langem Applaus zeigt die Sängerin mit einer Interpretation des Gospel-Stückes „I´ll wait right here“ noch einmal ihr Können, bevor sie sich mit der Vertonung einer Abendsegnung verabschiedet.

Autor

Julia Rieger

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Düsseldorf, 3. November 2017

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