Katalysator arabische Halbinsel

Thomas Birringer über die Hintergründe und Auswirkungen der Arabellion

Thomas Birringer, Leiter des KAS-Auslandsbüros in Abu Dhabi, hat sich in einem Interview mit dem rbb Inforadio zu den Auswirkungen der Umbrüche in Tunesien und Ägypten auf die arabische Halbinsel geäußert.

Auch wenn die Bevölkerung in den Vereinigten Arabischen Emiraten relativ unaufgeregt auf die Ereignisse in Tunesien und Ägypten reagiert habe, seien die Menschen sehr wohl betroffen gewesen. Birringer spricht den Ländern am Golf eine „Katalysatorfunktion“ zu. Die Umbrüche hätten überhaupt erst entstehen können, da viele Ägypter in den Emiraten am eigenen Leib erfahren hätten, dass man durch Fleiß und Engagement einen gesellschaftlichen Aufstieg erreichen kann, was so in der Heimat nicht möglich gewesen sei.

Mit dem Sturz von Mubarak sei deswegen in den Herrscherhäusern auf der arabischen Halbinsel eine große Nervosität ausgebrochen. Die Ereignisse in Tunesien habe man noch als Sonderfall betrachtet. Niemand sei davon ausgegangen, dass Mubarak tatsächlich stürze. Erst als dies geschah, sei versucht worden, die eigene Macht zu sichern.

Birringer beobachtet heute ein neues Selbstbewusstsein bei der jungen Generation in der gesamten arabischen Welt. Es gebe eine neue offene Art der Diskussion, es würde freier geredet. Auch wenn sich der Protest etwa in den Emiraten nicht in Massenprotesten auf der Straße äußere, so gebe es dennoch eine Demokratiebewegung. So sei die Petition, dass der Schura-Rat von einem Beratungsgremium zu einem Parlament weiterentwickelt werde, in den Emiraten verfasst worden.

Das ganze Interview hören Sie auf den Seiten des rbb (s. Link "Zum Thema"). Bitte beachten Sie, dass aktuelle Webinhalte öffentlich-rechtlicher Sendeanstalten nur temporär verfügbar sind.