Über die Landesgrenzen hinweg: Ein Plädoyer für „Global Governance“

BESUCH DER EUROPAABGEORDNETEN PROFESSOR DR. GODELIEVE QUISTHOUDT-ROWOHL IN DEN VAE

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Internationale Krisen kennen keine Landesgrenzen. Für die Europaabgeordnete Professor Dr. Godelieve Quisthoudt-Rowohl ist deshalb die logische Konsequenz der gegenwärtigen Finanzkrise eine globale, politische Steuerungsstruktur („Global Governance“). Diese These untermauerte sie während ihres Vortrages „From Global Crisis to Global Governance“: „Wenn wir wirklich in einem globalen Dorf leben, dann müssen wir auch Entscheidungen auf globaler Ebene treffen.“

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CSR

Professor Dr. Godelieve Quisthoudt-Rowohl spricht zum Thema "From Global Crisis to Global Governance"

Jedes Land habe seine eigenen Vorstellun-gen über Gesetzgebung oder Rechtssprechung, erläuterte Professor Dr. Quisthoudt-Rowohl in ihrem Vortrag, den das Regionalprogramm im Rahmen seiner CSR-Reihe organisiert hatte. Bisher sei es so, dass selbst die Entscheidungen in Brüssel viel zu sehr durch die nationale Brille betrachtet würden – obwohl sie europaweit von Bedeutung seien. Doch es gebe überregionale Probleme wie die Finanzkrise, die die Märkte weltweit erschüttert haben und universeller Lösungs-ansätze bedürfen. Änderungen in der globalen Wirtschaftspolitik sind daher von großer Dringlichkeit. „Die Organisationen und Institutionen, die für diesen Zweck eingerichtet wurden, müssen vor allem in Zeiten der Krise transparent und verantwortungsbewusst handeln", so Quisthoudt-Rowohl.


Abseits der politischen Ebene könne das Fundament einer „Global Governance“ durch eine persönliche Identitäts-Ebene verstärkt werden. Die Menschen sollten Schritt für Schritt damit beginnen, zunächst europäisch und dann global zu denken. „Wir müssen den nächsten Schritt wagen und Grenzen überschreiten, um Europäer zu werden.“ Sie selbst lebt die europäische Idee vor. In Belgien geboren kam sie mit 25 Jahren nach Deutschland, wurde in Niedersachsen heimisch und ging, nachdem sie als Naturwissenschaftlerin lange an der dortigen Universität forschte, als Europaabgeordnete nach Brüssel. Anders als noch vor zwanzig Jahren stelle das Überschreiten von Landesgrenzen für die heutige Generation – auch durch die globale Vernetzung des Internets – eben kein Problem mehr dar. „Die nächste Generation wächst vielmehr in einem europäischen Kontext auf“, erklärte die Politikerin. Sie hoffe, dass langfristig vor allem die neuen Formen der Kommunikation zu einer transnationalen öffentlichen Meinung führen könnten – jenseits aller Grenzen. Mit dem Besuch der niedersächsischen Europaabgeordneten widmet sich das Regio-nalprogramm Golf-Staaten der Verbesse-rung des gegenseitigen Verständnisses zwischen Golf-Staaten und Europäischer Union. Vor dem Hintergrund bisher eher geringer Kenntnisse der EU-Institutionen am Golf kommt ihrem Aufenthalt in den Vereinigten Arabischen Emiraten eine besondere Bedeutung zu. Im Mittelpunkt des Aufenthaltes von Professor Dr. Godelieve Quisthoudt-Rowohl standen außerdem der Besuch der Jahreskonferenz von Hawkamah, einem renommierten Institut, welches sich auf die Durchsetzung von Corporate Governance Richtlinien und Prinzipien spezialisiert hat, bei der die Politikerin zum Thema „EU Green Paper and other governance development“ sprach, sowie ein Vortrag vor Studentinnen des Higher College of Technology.

Serie

Veranstaltungsbeiträge

erschienen

Abu Dhabi, 11. Dezember 2011