Übergangsjustiz und Internationales Strafrecht

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NEUE SPANISCHSPRACHIGE PUBLIKATION VERSAMMELT DIE BEITRÄGE DES INTERNATIONALEN SYMPOSIUMS ZU ÜBERGANGSJUSTIZ UND INTERNATIONALEM STRAFRECHT

Anlässlich des Abschluss des Friedensvertrags zwischen der FARC-EP und dem kolumbianischen Staat im November 2016 organisierte das Rechtsstaatsprogramm der Konrad-Adenauer-Stiftung gemeinsam mit der Forschungsstelle für lateinamerikanisches Straf- und Strafprozessrecht der Universität Göttingen (CEDPAL), der Philosophischen Fakultät der Universität Antioquia sowie der Alexander von Humboldt-Stiftung im März 2017 ein internationales Symposium zu Übergangsjustiz und Internationalem Strafrecht aus juristischer und philosophischer Perspektive. Die Beiträge der Teilnehmer werden nun in Buchform zugänglich gemacht.

Fragen der Übergangsjustiz sind von größter Wichtigkeit im heutigen Kolumbien, aber auch in anderen Ländern der Region. Obwohl das Ende der Militärdiktaturen teilweise mehrere Jahrzehnte zurückliegt, werden in Ländern wie Argentinien, Chile, El Salvador, Guatemala und Peru noch immer Probleme der Wahrheitsfindung, Anerkennung von Verantwortlichkeiten und Opferentschädigung verhandelt.

Da der Friedensprozess in Kolumbien hochgradig umstritten ist, erscheint es wichtig, einen sachlichen Dialog zu fördern. Ziel der Publikation ist es daher, das analytische Werkzeug bereitzustellen, mit welchem die Komplexität dieses Prozesses erfasst werden kann. Zu diesem Zweck wurden nicht nur verschiedene disziplinäre, sondern auch geographische Perspektiven zusammengeführt; Philosophen und Juristen aus Deutschland, Brasilien, Kolumbien, Mexico und Peru kommen zu Wort. Das Buch unterteilt sich in vier Abschnitte. Der erste Teil behandelt den Zweck von Strafe und Übergangsjustiz, der zweite Teil das Verhältnis von Übergangsjustiz und Internationalem Strafrecht, der dritte Teil beleuchtet Übergangsjustiz in einer ländervergleichenden Perspektive. Das Buch schließt mit einem Kapitel zu Wiedergutmachung, Verantwortung und Versöhnung. Wir hoffen, mit dieser multidisziplinären Annäherung einen Beitrag zu einer kritischen und informierten Diskussion über dieses Thema zu leisten.

erschienen

Kolumbien, 1. Juni 2018