500-jähriges Jubiläum des politischen Romans Utopia von Thomas Morus

Mai 19 Donnerstag

Datum/Uhrzeit

19. – 20. Mai 2016

Ort

Zouk Mosbeh, Libanon

Typ

Fachkonferenz

Vom 19. bis 20. Mai 2016 nahm die Konrad-Adenauer-Stiftung an der internationalen Konferenz über den Roman Utopia an der Notre Dame Universität – Louaize (NDU) teil.

Auch verfügbar in English

Der Fokus der von der NDU organisierten Konferenz lag auf der Bedeutung von Morus‘ Utopia für heutige religiöse und rechtsphilosophische Fragen. Der Beitrag von Peter Rimmele, Direktor des Rechtsstaatsprogramms Naher Osten/Nordafrika trug den Titel „Würden wir gerne in Morus‘ Utopie leben?“.

In Anwesenheit des Apostolischen Nuntius im Libanon, Erzbischof Gabriele Caccia und einem breitgefächerten Publikum, repräsentiert durch die juristische und politikwissenschaftliche Fakultät, sowie den Benedikt XVI Lehrstuhl für Religiöse, Kulturelle und Philosophische Studien, analysierte Peter Rimmele verschiedene Aspekte des Romans in den Bereichen Recht, Gerechtigkeit und Gleichheit und verglich hierbei Morus‘ Utopia (1516) mit den Gesetzen des gegenwärtigen libanesischen und deutschen Rechtsstaats.

Hauptthemen waren hierbei Menschenrechte und individuelle Freiheit, insbesondere in Bezug auf unheilbar kranke Menschen, Formen der Sklaverei sowie Geschlechtergleichheit und Rechtsgleichheit von Menschen unterschiedlicher Nationalitäten.

Die Frage des Privateigentums, welches in Utopia streng verboten ist, war ein weiterer Aspekt, der näher beleuchtet wurde. Der Vortrag stellte Vergleiche zwischen kommunistischen Systemen und sozialer Marktwirtschaft auf und bezog hierbei Betrachtungen des britischen Autors Paul Mason (geb. 1960) zum postkapitalistischen Zeitalter der Informationstechnologie mit ein. Rimmele erörterte zudem die unterschiedlichen Erfahrungen des anglo-amerikanischen Fallrechts und des in Deutschland praktizierten Zivilrechts.

Trotz der Fehlschläge, Thomas Morus‘ Utopia oder ähnliche Ideen wie das Modell der „New Harmony“ des britischen Visionärs Thomas Owen (1771–1858) zu realisieren, besteht Rimmele zufolge weiterhin der starke Glaube an eine bessere Welt. Abschließend zitierte er Jürgen Habermas (geb. 1929), einen der einflussreichsten deutschen Soziologen und Philosophen in der Tradition der kritischen Theorie und des Pragmatismus: „Wenn die utopischen Oasen austrockenen, breitet sich eine Wüste von Banalität und Ratlosigkeit aus.“

Utopia NDU Konferenz Peter Rimmele

Peter Rimmele, Leiter des Rechtsstaatsprogramms für den Nahen Osten und Nordafrika der Konrad-Adenauer-Stiftung, bei der Utopia-Konferenz

Ansprechpartner

Peter Rimmele

Leiter des Auslandsbüros Indien

Peter Rimmele
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