"Gärten ohne Grenzen" und "Ökologische Stadt"

Tagesseminar im Rahmen des Frauenkollegs 2017

Fast 30 interessierte Frauen nahmen an der Tagesfahrt im Frauenkolleg "'Gärten ohne Grenzen' und 'Ökologische Stadt'" am 26.09.17 nach Schengen und Merzig teil.

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Gärten ohne Grenzen 26.09.17

Bei einem Besuch des Centre Européen in Schengen erfuhren die Teilnehmerinnen mehr über die Entstehung und Wirkung des Schengener Abkommens sowie über die Arbeitsweise der EU.

Nach der Eröffnung der Veranstaltung und Begrüßung der Teilnehmerinnen, gab die Tagungsleiterin einen Überblick über die Angebote zur politischen Bildung, die Zielsetzung des Frauenkollegs und die aktuellen Veranstaltungen des PBF Saarland und führte in das Thema des Tagesseminars ein.

Schengen, ein Moselort in Luxemburg am Dreiländereck, ist zum Synonym für die Abschaffung der Grenzkontrollen an den Binnengrenzen und für den freien Personenverkehr in Europa geworden. Dabei hat sich der „Schengen-Raum“ schrittweise entwickelt. Am 18. Juni1985 unterzeichneten Deutschland, Frankreich und die Benelux-Staaten auf dem Fahrgastschiff „MS Princesse Marie-Astrid“ das „Schengener-Abkommen“. Am 19.Juni 1990 tritt das „Schengener Durchführungsübereinkommen“ (SDÜ) in Kraft, das u.a. regelt, wie die Abschaffung der Kontrolle an den Binnengrenzen umgesetzt und ein gemeinsamer Informationsaustausch (Schengener Informationssystem SIS) stattfinden soll. Der „Schengen-Raum“ wurde ständig erweitert und umfasst nun: Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Slowakei, Slowenien, Schweden, Spanien, Tschechische Republik und Ungarn, sowie 4 Länder, die nicht EU- Länder sind: Island, Liechtenstein, Norwegen, und die Schweiz.

Zu einem Fachgespräch im Europäischen Informationszentrum in Schengen wurde die Gruppe der KAS empfangen von den Referenten Carole Oth und Kim Dumont. Die Entstehung, Geschichte und wirtschaftliche Bedeutung der EU sowie die Inhalte des „Schengener Abkommens“ wurden umfassend und mit Unterstützung des Filmes „Europa ohne Grenzen“ gut erklärt. Darüber hinaus konnte die Gruppe im Museé Européen Schengen anhand einer interaktiven Kartenanimation die Grenzverschiebungen innerhalb Europas seit 1815 nachvollziehen.
Die Besichtigung des Europadenkmals (Stelle der Unterzeichnung des „Schengener Abkommens), der Säule der Nationen (von Architekt Valentini kreiert) und den zwei Segmenten der Berliner Mauer, die den Wegfall von Grenzen symbolisieren soll, rundeten dieses Thema ab.

Darüber hinaus informierten Frau Oth und Herr Dumont die Teilnehmerinnen während des Rundgangs in Schengen im nahegelegenen Heilkräutergarten – angelegt nach dem Muster eines mittelalterlichen Klostergartens – über das Projekt „Gärten ohne Grenzen“. Es entstand im Rahmen der seit den 80er Jahrenvom Saarland und dem Département Moselle verfolgten Politik der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.
Dieses Netzwerk von Gärten in Deutschland, Frankreich und Luxemburg arbeitet mit der Zielsetzung, die Gartentradition Ostfrankreichs, des Saarlandes und von Rheinland-Pfalz neu zu beleben. Das Projekt wurde zu Beginn von der EU gefördert und wird jetzt aus anderen Mitteln bezahlt.

Am Nachmittag wurden die Teilnehmerinnen von den Referentinnen Dr. Barbara Ames-Adler und Ulla Fontaine im „Garten der Sinne“ in Merzig begrüßt. Vortrag und Rundgang begannen mit einer kleinen Einführung zum Thema „Gärten“. Das Wort „Garten“, so wurde erklärt, sei germanischer Abstammung und bedeute „Umfriedung“. Sodann wurde die geschichtliche Bedeutung des Gartenbaus und das Projekt „Gärten ohne Grenzen“ am Beispiel des Saarlandes erläutert. So bestehe der „Garten der Sinn “ aus insgesamt 9 Teilgärten auf einer Gesamtfläche von 25000qm.

Die Teilnehmerinnen besuchten im Rahmen des Rundgangs den Wasser-, Meditations-, Rosen-, Theater-, Jahreszeiten-, Kies- und Tastgarten und erhielten informierten sich über die zahlreichen Pflanzenarten sowie die Zielsetzung der Gartengestaltung.
Die Referentinnen beantworteten auch Fragen der interessierten Zuhörerinnen über Techniken und Herausforderungen des städtischen Gartenbaus.

In einem Tischgespräch am Abend referierte dann die Landrätin des Landkreises Merzig-Wadern Daniela Schlegel-Friedrich über „Urban Gardening“ und „Ökologische Stadt“. Frau Schlegel-Friedrich erläuterte zunächst, dass ihr Landkreis insbesondere vom Tourismus geprägt und auch bis vor Kurzem der Landkreis des Saarlandes mit den höchsten Übernachtungszahlen sei. Ein Ergebnis auch Dank der Entscheidung, dass man in den letzten Jahren insbesondere in naturnahe Erholung und Premiumwanderwege investiert habe. Auch das „Urban Gardening“, also der „Städtische Gartenbau“ Das Projekt „Gärten ohne Grenzen“ z.B., so Frau Schlegel-Friedrich, sei 1999 als EU-Projekt in einem trinationalen Netzwerk gestartet. Es bestehe daher nicht aus Bestandsgärten, sondern ausschließlich aus neu angelegten Gärten. Zur Zeit nähmen 23 Gärten aus der Saar-Lor-Lux Region an dem Projekt teil. Eine eigens verabschiedete Qualitätscharte definiere, wie die Gärten zu pflegen seien. Der „Garten der Sinne“ in Merzig sei, als eigener Garten des Landkreises, das wichtigste „Urban Gardening“ Projekt im Kreis, so die Landrätin. Mit 13.000 Besuchern jährlich diene er als Beispiel dafür, wie ökologischer Städtebau funktioniere.

In der anschließenden Fragerunde konnten die Teilnehmerinnen Frau Schlegel-Friedrich noch zahlreiche Fragen u.a. zu den Themen Marketing und Kosten von „Urban Gardening“ stellen.

Bei der abschließenden Seminarauswertung bedankten sich die Teilnehmerinnen für das Angebot zur Weiterbildung in dieser Thematik sowie für die kompetente Durchführung des Tagesseminars. Darüber lobten sie die überaus interessanten Informationen durch alle Referentinnen und Referenten in Schengen und Merzig.

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Saarbrücken, 4. Oktober 2017