Stand und Perspektiven der Aufarbeitung

Zwanzig Jahre nach der Wiedervereinigung

Vortrag von Stephan Hilsberg, einem der bekanntesten Bürgerrechtler der ehemaligen DDR und leidenschaftlichen Befürworter einer verstärkten Aufarbeitung der SED-Diktatur.

„Von der Revolution 1989/90 auf den Straßen und Plätzen Ostdeutschlands heißt es, sie sei friedlich gewesen. Stimmt. Sie hatte keine Barrikaden. Sie hat nicht geschossen. Sie hat keine Lynchjustiz geübt. Sie hat den Polizisten, die angetreten waren, sie niederzuknüppeln entgegengeschrien „Keine Gewalt!“. Das war nicht nur eine Aufforderung an die staatliche Gewalt, sie nicht auszuüben, es war gleichzeitig das Programm der Revolution.

Gewaltlosigkeit war die Waffe der Revolution. Es war eines ihrer Erfolgsgeheimnisse. Was Ghandi in Indien und Martin Luther Kind in Atlanta vorgemacht hatten, vollzogen die Ostdeutschen in jenen Herbsttagen nach. Sie wussten, wer die SED entmachten will, darf nicht zuerst nach Rache schreien. Er musste sein Herz und seine Emotionen zügeln. Die zunehmende Stärke der Demonstrationen und die Gemeinschaft der Demonstranten, in der man sich sicher geborgen fühlen konnte, war Genugtuung und Therapie zugleich.“

Den ganzen Vortrag können Sie als pdf (oben) downloaden.

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erschienen

Wendgräben/ Magdeburg, 23. März 2010