Monatsbericht März 2011

Freiwilliges Soziales Jahr Politik

Der Monat März stand für mich im Bildungswerk mehrheitlich im Zeichen der Vorbereitung des FSJ-Seminars im April in Breslau. Nebenher begann im März noch die kurze Reihe zum „Jüdischen Leben gestern und heute“ in Dresden und Leipzig, die ich als Tagungsleiter bei der Durchführung der Veranstaltungen auch begleitete. Im Büroalltag wurde ich durch die anderen Mitarbeiter von einigen alltäglichen Aufgaben entlastet, um etwas ruhiger die Vorbereitungen für Breslau vornehmen zu können. Hauptsächlich musste eine Stadtrallye, die für den vorletzten Tag des Seminars vorgesehen ist, vorbereitet werden. Da diese in mehreren thematischen Gruppen stattfinden soll, war die Vorbereitung hier ziemlich zeitintensiv. In den vorangegangenen Monaten hatte ich zwar auch schon einige Zeit in die Vorbereitung der Seminarfahrt gesteckt, war aber oftmals wegen anderer wichtiger Aufgaben, nicht entscheidend vorangekommen.

Anfang März lagen aber dann im Büro zum Glück alle Zusagen der Referenten für das Seminar vor. Ich konnte also neben der inhaltlichen Vorbereitung auch mit der logistischen Koordination beginnen. Da zahlreiche Materialien mitgenommen werden müssen, wir uns aber entschieden haben wie die Teilnehmer mit dem Zug nach Breslau anzureisen und keinen PKW zusätzlich mitzunehmen, galt es auch den Materialientransport zu koordinieren. Gegen eine kleine Gebühr können wir etwa einen Beamer nun vor Ort in Breslau ausleihen, und müssen ihn nicht aus Dresden mitbringen. Der Beamer ist nicht nur ein „störendes Transportgewicht“ sondern kann auch durch lange Transporte unnötig starkem Verschleiß unterliegen. Dies sind zwar „Kleinigkeiten“ wollen aber auch bedacht werden. Denn wem nützt es, wenn der Beamer plötzlich am Bahnsteig stehen bleibt, weil man vor lauter Gegenständen, die man transportieren muss nicht mehr an ihn gedacht hat? Oder wenn man den Beamer hektisch einem Teilnehmer in die Hand drückt und dieser ihn, nicht ahnend um was es sich handelt, versehentlich an einer Ecke anstößt?

Nicht zuletzt mussten die Seminarteilnehmer über den geplanten Ablauf der Veranstaltung informiert werden, insbesondere ist es wichtig, dass alle Teilnehmer pünktlich vor Abfahrt am Treffpunkt sind. Für den Fahrkartenkauf für die Zugreise von Dresden war es nötig zu ermitteln, welche Teilnehmer über eine Bahncard verfügen, um dies zu berücksichtigen und die Kosten nicht unnötig zu erhöhen. Die gesamten Kosten des Seminars mussten im Voraus zwischen den Kooperationspartnern der Sächsischen Jugendstiftung und der Konrad-Adenauer-Stiftung e.V. aufgeteilt und dieses abgesprochen werden. Viele Inhalte und Abläufe müssen daneben auch mit der Sächsischen Jugendstiftung abgesprochen werden.

Neben den Vorbereitungen für die Fahrt nach Breslau muss ich für den März unbedingt noch einen Besuch im Sächsischen Landtag zum Plenum, den ich am 23. März absolvierte erwähnen. Ich hatte die Möglichkeit der Wahl der Stasi-Unterlagen-Beauftragten sowie einer Diskussion rund um den 13./19. Februar auf der Besuchertribüne beizuwohnen. Das Plenum war dann jedenfalls so, dass es vielen Vorurteilen über Politiker entsprochen hätte. Nachdem die Tagesordnungspunkte verlesen waren, wurde von der SPD Fraktion beantragt, die Wahl des Stasi-Unterlagen-Beauftragten auszusetzen, dies wurde ausführlich begründet. Es meldeten sich des weiteren Parlamentarier aus den Fraktionen der Linken und der Grünen, die begründeten, warum sie den Antrag der SPD unterstützten, bevor sich Parlamentarier von CDU und FDP zu Wort meldeten und begründeten, warum sie diesen Antrag ablehnten. Nachdem dies abgestimmt war und der Antrag abgelehnt wurde, wurde dann darüber diskutiert, ob es nach der Wahl eine Auszählungspause geben sollte oder nicht.

Bei der Diskussion rund um den 19. Februar gab es dann zahlreiche Anfeindungen auch zwischen den demokratischen Parteien. Neben den gegenseitigen Schuldzuweisungen gab es leider nur wenige Vorschläge, wie ähnliche Ausschreitungen in den kommenden Jahren verhindert werden können.

Insgesamt aber dennoch ein wirklich spannender Einblick.

Toni Horn, Absolvent des Freiwilligen Sozialen Jahres Politk im Bildungswerk Dresden der Konrad-Adenauer-Stiftung