Zwischen Untergang und Neuanfang - Die deutsche Revolution 1918

Von Dorit Seichter

Im Rahmen der Themenreihe Umbruch 1918/19 referierte der renommierte Historiker Dr. Volker Ullrich zur deutschen Revolution 1918/19 im Käthe-Kollwitz-Gymnasium Zwickau. Der Saal war fast bis auf den letzten Platz mit interessierten Schülerinnen und Schülern gefüllt.

Bild 1 von 8
Dr. Ullrich signierte seine Bücher

Am 25. April 2018 besuchte der Historiker und Publizist Dr. Volker Ullrich das Käthe-Kollwitz-Gymnasium in Zwickau. Die Fachleiterin der Gesellschaftswissenschaften, Frau Seichter, begrüßte die anwesenden Gäste und stellte den Referenten vor: Volker Ullrich studierte Geschichte, Literaturwissenschaft und Philosophie. Er arbeitete in Hamburg als Autor der "ZEIT" und ist Mitherausgeber des Magazins "ZEIT-Geschichte". Zu seinen bekanntesten Werken gehören „Die nervöse Großmacht. Aufstieg und Untergang des deutschen Kaiserreichs 1871-1914“, „Adolf Hitler. Jahre des Aufstiegs 1889-1939“ sowie „Die Revolution von 1918-1919“, die im Mittelpunkt des Abends stand.

Die Aula war bis auf den letzten Platz gefüllt. Neben den zahlreich erschienenen Schülern hatten auch viele weitere Gäste den Weg zu „Schule im Dialog“ gefunden. Eingangs betonte Dr. Ullrich die große Ehre, an einer Schule, die den Namen der Käthe Kollwitz trägt, referieren zu können. Sie sei eine starke und bewundernswerte Frau gewesen, die diese Zeit der Umwälzung genau beobachtete. Herr Dr. Ullrich führte aus, dass das Deutsche Reich nach Beendigung des Ersten Weltkrieges in Erschütterung und Chaos versank. Die Menschen sehnten sich nach Normalität. Käthe Kollwitz schrieb am 8. November 1918: „Wir sind, noch ohne es zu fassen, in der sozialen Revolution.“ Die Oktoberreform der Regierung war zu spät gekommen. Es setzte ein Umdenken ein: Das Kaiserreich hatte Vertrauen verloren, stattdessen sahen viele die politische Zukunft in einer parlamentarischen Demokratie. Ab Herbst 1918 schwebte Deutschland zwischen Aufbruchsstimmung und Unsicherheit. Die stetige Angst vor einem Bürgerkrieg trübte die revolutionäre Stimmung im Volk. Dazu trugen auch die zahlreichen kaltblütigen Morde an Zivilisten oder an Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg bei. das Volk, gezielt durch „Fake News“ und überspitzt beschriebene Darstellungen von Fakten, zu leiten.

Für die Schüler war es ein Abend der vertiefenden Wiederholung. Auch die anschließende Fragerunde brachte noch einige vertiefende Erkenntnisse. Der Vortrag, mit aussagekräftigen Fotos, Bildern und Titelseiten großer Tageszeitungen veranschaulicht, ließ die Zusammenhänge zwischen den Ereignissen klarer erkennen.

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Dresden, 4. Mai 2018