Den Geist von Sofia leben!

Internationale Konferenz zur EU Erweiterung in Niš und Novi Sad

Auch verfügbar in English, Srpski

„EU Erweiterung von Sofia nach London und darüber hinaus: Resultate und Perspektiven für die Westbalkan Staaten“ unter diesem Arbeitstitel trafen sich Diplomaten und ausgewählte Experten am 26.Juni 2018 in Niš sowie am 27.Juni in Novi Sad. Als starker Partner des Annäherungs- und Beitrittsprozesses Serbiens zur Europäischen Union war es natürlich klar, dass die KAS Belgrad an dieser internationalen Konferenzreihe die von der Botschaft der Republik Bulgarien und dem Zentrum für Migrationsforschung organisiert wurde teilnimmt.

Von Lucas Maximilian Schubert

Exzellente Vortragende und eine Atmosphäre der Freundschaft und Verbundenheit prägten die Konferenzen auf welchen angeregt über Herausforderungen und Möglichkeiten Serbiens auf dem Weg in die Europäische Union diskutiert wurde.

Der Botschafter Bulgariens, s.E. Radko Vlaykov betonte in seiner Eröffnungslaudatio die exzellenten Beziehungen beider Länder, die mehr als nur Nachbarn seien. Er erwähnte hierbei vor allem die Verbesserungen die Serbien in der Minderheitenpolitik durchführe sowie die großen Fortschritte die das Landes in der Annäherung an die EU und den möglichen Beitritt 2025 mache.

In Sofia hatte sich die bulgarische Regierung dafür eingesetzt, dass der Balkan nicht irgendeine Region sei die man vergessen dürfe. Ein stabiles, sicheres und freies Europa sei nur gewährleistet wenn auch der Balkan fest in die europäische Familie integriert sei.

Zur Geschichte der Ratspräsidentschaft referierte im Anschluss auf beiden Terminen Frau Dr. Ingrid Shikova, Professorin für europäische Politik an der Kliment Ohrid Universität Sofia. Als Teil der Balkanfamilie sei es selbstverständlich, dass Bulgarien sich für seinen guten Nachbarn Serbien einsetze den Weg in die EU zu meistern. „Mein Traum war es, dass mein Heimatland eines Tages Mitglied wird. Dieser Traum ging in Erfüllung. Jetzt habe ich einen neuen Traum: dass unser Freund, Serbien, auch bald Mitglied werden wird.“

Srđan Majstorović vom Zentrum für Europäische Politik betonte in Niš, dass es sich bei der Eröffnung von neuen Verhandlungskapiteln und Reformen hin zu einem Beitritt nicht einfach um schlichte „Forderungen“ der EU handle. Es müsse stärker kommuniziert werden, dass die Umsetzung von Reformen aus den Verhandlungskapiteln dazu dienen würden den Bürgerinnen und Bürgern in Serbien ein sichereres und freieres Leben zu garantieren indem Rechtssicherheit, einfachere Amtswege, wirtschaftliche Verbesserung und Schutz eines jeden Einzelnen garantiert würden.

Marija Bulat, vom Regional Youth Cooperation Office (RYCO) referierte in Novi Sad über die größte Zukunftschance welche der Westbalkan besitzen würde: die jungen Menschen aus jedem einzelnen Staat in der Region. Nur sie seien in der Lage eine Versöhnung, ein Kennenlernen der Nachbarn und damit Freundschaften zu schaffen und zu festigen. Wer sich unter Freunden weiß, zu denen Vertrauen und Nähe bestehe, der müsse sich keine Sorgen mehr machen müssen über Konflikte und Auseinandersetzungen.

Als besonderer Gast bekräftigte Predrag Praštalo von der Europäischen Bewegung in Bosnien und Herzegowina am gleichen Termin die Position der RYCO Vertreterin. Er richtete sich auch in einem besonderen Appell an alle Teilnehmer. Die Chance für einen andauernden Frieden und Prosperität auf dem Westbalkan dürfe jetzt nicht leichtfertig verspielt werden, das sei vor allem sichtbar an Bosnien und Herzegowina. In seiner Heimat herrsche ein Klima der Verhärtung der Positionen vor welches nur durch positive Veränderungsenergie wie sie aus Sofia kam und eine realistische europäische Zukunft überwunden werden könne. Die Fortschritte Serbiens auf dem Weg in die EU sollten ein Vorbild sein für sein Land, endlich Politik für die Bürger zu machen anstatt ethnische Konflikte für parteipolitische Machtspiele auszunutzen. Wichtig hierbei sei, der Politik sowie auch der Bevölkerung in den „starken“ Staaten Europas wie Deutschland oder Frankreich klarzumachen, dass der Balkan nicht vergessen werden dürfe und eine gute Sachkenntnis der lokalen Verhältnisse wichtig sei um als starker Partner Reformen hin zu einer besseren Zukunft anzustoßen.

Auf den Konferenzen brachte die KAS Serbien, Montenegro, vertreten durch Aleksandra Popović und Lucas M. Schubert noch einmal zum Ausdruck, dass sie voll hinter Serbiens Weg in die Europäische Union steht, dabei kann das Land vor allem eines von der mehr als erfolgreichen EU Ratspräsidentschaft Bulgariens mitnehmen: den Beweis, dass Veränderung zum Positiven stets möglich ist sowie die Erfahrung, dass ein Land selbst seine Reputation in Europa durch Betonung seiner Stärken verändern kann.

Für den Abschluss der Konferenzen fand s.E. Radko Vlaykov folgende inspirierende Worte: „Ich bin mir nicht nur sicher, ich bin absolut davon überzeugt, dass Serbien Mitglied der Europäischen Union wird. Die Anstrengungen und Fortschritte der Bürger wie auch der Politik dieses Landes lassen daran keinen Zweifel aufkommen. Wenn wir den Geist von Sofia, den Geist des Miteinanders und der Kooperation mitnehmen, stehen dem Erfolg keine Steine im Weg!“

Autor

Lucas Maximilian Schubert

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Serbien, 2. Juli 2018

Internationale Konferenz zur EU Erweiterung, in Niš, 26.Juni 2018

Internationale Konferenz zur EU Erweiterung im Auditorium Nr.8 der Universität Niš, 26.Juni 2018