Vergessene Familie?
Familienpolitisches Forum Lateinamerika
Mai 14 Mittwoch
Datum/Uhrzeit
14. – 15. Mai 2008
Ort
Rio de Janeiro
Typ
Seminar
Ziel des Forums ist es, die Thematik der Familie in der aktuellen politischen Diskussion Lateinamerikas besser zu platzieren. Die Aufmerksamkeit der Akteure aus Politik, Kirche, Forschung u. sozial engagierten Organisationen soll die Familie finden.
Auch verfügbar in Español
Gerade in Lateinamerika erscheint das Thema derzeit höchst aktuell, wie neueste Foschungen belegen. Nicht nur die Rolle der Familie in der Gesellschaft, sondern auch die Rolle der einzelnen Familienmitgleider hat sich innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte stark gewandelt. Das statistische Institut IBGE in Brasilien hat beispielsweise festgestellt, dass die Zahl der Familien, in denen eine Frau alleine die Verantwortung trägt, in den letzten 20 Jahren um mehr als 10 Prozentpunkte angestiegen ist. In der gleichen Zeit haben sich die beruflichen Möglichkeiten für Frauen erweitert und ist der Spagat zwischen Beruf und Familie größer geworden. Zudem spielen die älteren Mitglieder der Gesellschaft eine gewandelte Rolle innerhalb der Familien. Nicht nur durch die Betreuung der Enkel, sondern immer häufiger auch durch die finanzielle Unterstützung der oft armen Familien durch ihre Renten stellen die Älteren für viele Familien Lateinamerikas eine unverzichtbare Hilfe dar. Die Rollenverteilung innerhalb der Familien scheint sich also gewandelt zu haben, aber auch die Rolle der Familie innerhalb der Gesellschaft. Als erste und wichtigste Institution bezüglich der sozialen Entwicklung steht die Familie im Kampf gegen Kriminalität, Gewalt oder Drogen einer grossen Herausforderung gegenüber. Betrachtet man die verschiedenen Realitäten Lateinamerikas, muss man jedoch starke Defizite der Institution Familie feststellen, die ihren Aufgaben nicht mehr in ausreichendem Masse gewachsen zu sein scheint. Gleichzeitig gibt es eine Reihe von staatlichen Sozialprogrammen, die auch Familien betreffen. Diese, wie beispielsweise die brasilianische Bolsa Família oder das mexikanische Programm Oportunidades, sind auf ihre Wirkung zu Stärkung der Familien hin zu betrachten. Oft werden öffentliche Aufgaben wie die der Kinderbetreuung in zunehmendem Maße durch begrüßenswerte private Initiativen erbracht, die aber nur einen kleinen Teil der Familien erreichen können.
Um die gesamte Thematik „Familie“ stärker in die politische Debatte Lateinamerikas einzubringen, veranstaltet die Konrad Adenauer Stiftung am 14./15. Mai ein internationales Forum Vergessene Familie ?- Familienpolitik als elementarer Bestandteil einer effektiven und erfolgreichen Sozialordungspolitik in Lateinamerika in Rio de Janeiro. Abgeordnete, Experten, Kichenvertreter und Vertreter der Zivilgesellschaft aus mehreren Ländern Lateinamerikas werden die aktuellen Herausforderungen zur Stärkung der Familie diskutieren. Unter den Referenten wird auch die deutsche Bundestagsabgeordnete Elisabeth Winkelmeier- Becker sein, die dem Ausschuss des Bundestages für Familie, Senioren, Frauen und Jugend angehört und auf eine langjährige Berufserfahrung als Familienrichterin zurückblickt.
Programm
14. Mai 2008
16.30 Uhr
Eröffnung und Begrüßung
17.00 - 19.00 Uhr
Forum I: "Die Bedeutung der Familie in Staat und Gesellschaft"
Moderation: Dr. Peter Fischer-Bollin
- Elisabeth Winkelmeier-Becker, MdB/CDU (Deutschland)
- Dra. Alícia Pucheta, Ministerin am Obersten Gerichtshof (Paraguay)
- ''Dom João Carlos Petrini, Vizepräsident des Instituts für Ehe und Familie João Paulo II, Weihbischof Salvadors,Berater für Familie und Leben der CNBB (Brasilien)
- Maritza Jiménez, Direktorin Fundación la Paz(Bolivien)
15. Mai 2008
9.00 - 11.00 Uhr
Forum II: "Veränderte Rolle der Frau und die Familie in Lateinamerika"
Moderation: Elizabeth Theiler (Argentinien)
- María Inés de Marín, Direktorin des Zentrums zur Förderung der Frau/Promur (Paraguay)
- Maria Fernanda Cañete, Koordinatorin des Forschungszentrums sozialer Bewegungen in Ecuador/CEDIME (Ecuador)
- Aida Fishman, Ex–Vizepräsidentin des Comités der UNESCO,Moderatorin der Runden Tische zum Thema Frauen und Kommunikationsmittel beim Frauengipfel in Beijing, Ex-Jugendkultur– und Sportministerin (Costa Rica)
- Rocío Morgan Franco, Bundesabgeordnete der PAN, Mitglied des Ausschusses Profamilia der PAN in der Abgeordnetenkammer (Mexico)
11.30 - 13.00 Uhr
Forum III: "Rentner als soziale Sicherung für Familien"
Moderation: Florencia Picasso (Uruguay)
- Ana Amélia Camarano, Vizepräsidentin des nationalen Rats für Rechte von Rentnern / CNDI (Brasilien)
- Gabriela Bañuls, Christlich-Humansitisches Institut-Juan Pablo Terra (Uruguay)
- Dr. Héctor Hanashiro, Program "Ältere Erwachsene" der Caritas (Peru)
15.00 - 16.30 Uhr
Forum IV: "Politische Ansätze zur Stärkung der Familie"
Moderation: Luz Amparo Guerra (Kolumbien)
- Elisabeth Winkelmeier-Becker, MdB/CDU (Deutschland)
- Alejandra Krauss, Direktorin des Verbands für Rechtsbeistand (Chile)
- ''Soledad Acuña, Ministerium für sozialen Fortschritt, Regierung der unabhängigen Stadt Buenos Aires (Argentinien)
- Linda Asturias de Barrios, United Nations Development Programme/UNDP (Guatemala)
- Alejandro Vivas, COPEI (Venezuela)
16.30 Uhr
Zusammenfassung der Ergebnisse
17.00 Uhr
Ende der Konferenz
19.00 Uhr
anschliessend Empfang
Ansprechpartner
Dr. Peter Fischer-Bollin
Abteilungsleiter Personal Inland