Methodik für einen Grundkurs: Christliche Soziallehre
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Im Rahmen des Projektes „Grundkurs Christliche Soziallehre" der Konrad-Adenauer-Stiftung, in Kooperation mit dem Päpstlichen Rat für Frieden und Gerechtigkeit, fand am 25. und 26. Mai 2009 in São Paulo der Workshop „Methodik für einen Grundkurs: Christliche Soziallehre" statt. Ca. 30 Experten aus ganz Lateinamerika und Europa nahmen an der Veranstaltung teil.
Bericht der Veranstaltung
Von Maria Lucia Rodríguez B.
Die Veranstaltung "Methodik für einen Grundkurs: Christliche Soziallehre“ (Metodologías para un curso básico: Doctrina Social Cristiana) fand am 25. und 26. Mai in São Paulo statt. Der Experten-Workshop, der durch die Konrad Adenauer Stiftung realisiert wurde und vom Päpstlichen Rates für Frieden und Gerechtigkeit und der Päpstlichen Katholischen Universität in São Paulo (Pontifica Universidade Catolica de São Paulo, abgk. PUC-SP) unterstützt wurde, hatte das Ziel, einen methodischen Vorschlag für einen Grundkurs der Christlichen Soziallehre in den katholischen Universitäten Lateinamerikas zu erstellen. Die Veranstaltung brachte ca. 30 Experten und Pädagogen mit verschiedenartigen Erfahrungen in den unterschiedlichen Branchen der Christlichen Soziallehre zusammen. Geistliche, Theologen, Universitätsprofessoren und Studenten debattierten zusammen über ein hochkomplexes Thema.
Das Workshop begann mit einer Eröffnungsrunde, gefolgt von einigen Vorträge über die Ziele des Projektes und die dafür geeignete Methodik. Die meiste Zeit wurde aber für einen Austausch der Teilnehmer über ihre verschiedenen Erfahrungen bei der Übermittlung der Christlichen Soziallehre aufgewendet: Einige Teilnehmer präsentierten ihre Erfahrungen in Form von Vorträgen, es wurden Arbeitsgruppen gebildet, und es wurde intensiv diskutiert und debattiert. José Mario Brasliense Carneiro, Direktor der Oficina Municipal in São Paulo, moderierte die Veranstaltung.
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Der Tagesablauf begann mit den Eröffnungsdiskursen von Dr. Peter Fischer-Bollin, Direktor des Regionalprogramms Sozialpolitik in Lateinamerika (SOPLA) und Repräsentant der Konrad-Adenauer-Stiftung in Brasilien, von Monsignore Carlos Lara Lopez des päpstlichen Rates für Frieden und Gerechtigkeit, der in Vertretung von Kardinal Martino eine Mitteilung vorlas, von Enrique Quiroga, Exekutivsekretär der Abteilung für Gerechtigkeit und Solidarität der Lateinamerikanischen Bischofskonferenz (Conferencia Episcopal Latinoamericana, abgk. CELAM), und von Dirceu de Mello, Rektor der PUC-SP. In der Nachricht von Kardinal Martino, vorgetragen durch Monsignore Carlos Lara Lopez, betonte der Kardinal die große Bedeutung der Christlichen Soziallehre innerhalb seines Anwendungscharakters und behauptete, dass der zukünftige Grundkurs für Christliche Soziallehre vor allem einen Evangelisierungsprozess beinhalten müsste. Er bat die Teilnehmer, sich während dieser Arbeitstage über das „Wie?“ und „Warum?“ bzw. über die Methodik und die Ziele des Kurses Gedanken zu machen. Pater Enrique Quiroga bezeichnete die Christliche Soziallehre als ein „nötiges Instrument“ und betonte die Dringlichkeit, diesen Grundkurs für die zukünftigen Eliten Lateinamerikas einzuführen. Rektor Dirceu de Mello begrüßte die Teilnehmer in der PUC-SP und bemerkte, dass es eine Ehre wäre, dass die Veranstaltung in dieser Universität durchgeführt würde.
Der Eröffnung folgte der Vortrag von Pater Sergio Bernal, Dekan des Universitätsmediums der Universität Javeriana in Bogotá (Decano del Medio Universitario de la Universidad Javeriana en Bogotá) und Dozent für Christliche Soziallehre, über die „Ziele und Möglichkeiten des Projekts: Grundkurs Christliche Soziallehre“ (“Objetivos y Posibilidades del Proyecto: Curso Básico sobre Doctrina Social Cristiana”). In seinem Vortrag wies der Pater auf die heutige Welt hin, in der wir leben, wo der Kapitalismus und der Liberalismus herrscht und die Menschen den Dienst an ihren Mitmenschen vergessen haben. Aus diesem Grund sollte die Christliche Soziallehre angewendet werden. Das Problem aber, das sich ergibt, ist: Wie soll man ein Produkt ‚verkaufen’, das nur wenige interessiert? Für Pater Bernal gibt es noch Hoffnung in den jungen Leuten, die wieder aktiviert werden muss.
Der Rektor der Katholischen Universität Andres Bello in Venezuela, Pater Luis Ugalde, bestätigte in seinem Vortrag „Die Bedeutung einer geeigneten Methodik zur Änderung von Einstellungen“ (“La importancia de la metodología apropiada para cambiar actitudes”), dass die jungen Leute kein großes Interesse an der Christlichen Soziallehre haben, aber gleichzeitig stellte er die Frage: Warum sollte es sie interessieren? Für Pater Ugalde liegt das Problem der jungen Leute nicht in dem fehlenden Interesse, sondern darin, wie man Ihnen bisher die Christliche Soziallehre vermittelt hat. Pater Luis Ugalde bezeichnete die Christliche Soziallehre als unentbehrlichen und wunderschönen „Kompass“.
Auch über die „Bedeutung einer geeigneten Methodik zur Änderung von Einstellungen“ sprach Francisco (Chico) Whitaker, Berater der Kommission für Frieden und Gerechtigkeit der Bischöfe Brasiliens. Für ihn bedeutet es, über Christliche Soziallehre zu sprechen, sich über Politik und Wirtschaft zu unterhalten. Da in jedem Land die Probleme und Perspektiven anders sind, handelt es sich hier um eine komplexe Sache. Chico Whitaker sprach über die aktuelle Krise, indem er sie als „Zivilisationskrise“ bezeichnete. Er betonte die Wichtigkeit, Netzwerke zu flechten – horizontale Netzwerke, um eine organisierte Zivilgesellschaft aufzubauen, die den aktuellen Problemen entgegentreten kann. Der Referent zweifelte sehr, dass alles bereits im Nachlass der Kirchenväter gesagt worden ist. Die Christliche Soziallehre ist für Chico Whitaker etwas, das sich im ständigen Aufbau befindet und wo die Methode „sehen – urteilen – handeln“ vielleicht helfen kann.
Roman Guridi, Direktor des Centro Universitario Ignaciano der Universität Alberto Hurtado in Chile, präsentierte den „Vorschlag eines Grundkurses“ (“La Propuesta del Curso Básico”). Diese Präsentation stütze sich auf das Pilotprojekt, das in dieser Universität mit Unterstützung der Konrad-Adenauer-Stiftung durchgeführt wird. Nach der Vorbemerkung, dass es unmöglich wäre, ein neutrales Arbeitsprogramm darzustellen, da man in dem Moment, in dem man sich für dessen Inhalt entscheidet, an Neutralität verlieren würde, und dass seine Darstellung nicht die endgültigen Kriterien und Prinzipien beinhaltete, stellte er das Pilotprojekt in Chile vor. Gleichfalls präsentierte er vier verschiedene Spannungsfelder, die seiner Meinung nach während der Erstellung dieses Kurses sichtbar wurden: Geschichte vs. Systematische Perspektive, Doktrin vs. Unterricht, Gedanken vs. Realität und die nicht erfassten Themen.
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Nach diesen Vorträgen, welche hauptsächlich die Aufgabe hatten, die Thematik einzuführen, fuhr man mit den Vorträge über die „Erfahrungen im Bereich der Christlichen Soziallehre“ (“Experiencias en la Transmisión de la DSI”) fort.
Pater Fernando Fuentes Alcantara des Instituts Leon XIII in Spanien berichtete über die Erfahrungen, die das Institut im Bereich der Christlichen Soziallehre hat. Zu den Tätigkeitsfeldern des Instituts gehören verschiedene Seminare zur Christlichen Soziallehre, die Schulung der Christlichen Soziallehre innerhalb des Universitätsstudiums, die Zeitung „Sociedad y Utopia“, der Master in Christliche Soziallehre (in Spanien, Mexiko, Argentinien, vorher in Honduras, jetzt in Brasilien), das Forum „Cristianismo y Sociedad“ (Geschlossene Arbeitskreise, wo 20 bis 30 Experten zusammen debattieren; werden anschließend ins Internet gestellt), das Mitteilungsblatt Christliche Soziallehre und eine umfangreiche didaktische Serie, die online greifbar ist.
Auch Katherina Hruskovec und David Smolansky der Katholischen Universität Andres Bello in Caracas stellten ihre Erfahrungen im sozialen Bereich dar. Diese junge Menschen sind Teil der zukünftigen Eliten, an die der Kurs gerichtet ist, weshalb es sehr bereichend war, sie mit dabei zu haben und von ihren Erfahrungen zu hören. Katherina Hruskovec startete mit Schulkindern aus verschiedenen sozialen Klassen ein Projekt, bei dem nach Abbild der Vereinten Nationen die Kinder Aspekte der internationalen Politik diskutierten (UCAB-MUN). So schaffte sie es, dass sich Kinder mit verschiedene sozioökonomische Realitäten miteinander über die aktuellen Probleme auseinander setzten. David Smolansky, Student der gleichen Universität, der „Cátedra de Honor de la Universidad Andrés Bello“ (Bedeutende Veranstaltungsreihe zur Sozialen Marktwirtschaft, von der Konrad-Adenauer-Stiftung unterstützt), und Studentenführer der aktuellen venezolanischen Bewegung, erzählte von seinen Erfahrungen innerhalb des heutigen venezolanischen Kontextes. Die Studentenbewegung hat eine sehr wichtige Rolle in Venezuela eingenommen. Während der Vorträge zeigten beide Videos und Fotos ihrer Erfahrungen.
Marli Pirozelli, Dozentin für „Christliche Sozialbildung“ der Ingenieursfakultät FEI (Facultade de Engenharia Industrial) stellte das Projekt vor, das sie mit Studenten des ersten Semesters Ingenieurswesen durchgeführt hat. Sie meinte, die Christliche Soziallehre solle nicht auf Katholiken beschränkt bleiben, sondern in der ganzen Welt verbreitet werden. Gleichzeitig müsse aber verhindert werden, dass die Christliche Soziallehre auf eine soziale Ethik reduziert wird, oder dass sich ihre Unterrichtung auf eine historische Herangehensweise beschränkt. Frau Pirozelli vertritt die Meinung, dass wir in einer Zeit einer eingeschlafenen Menschheit leben, in der es ein großen Desinteresse gegenüber dem Leben gibt. Da heutzutage der Empirismus vorherrscht, liegt die große Herausforderung darin, sich „von der Vernunft zum Herzen auszustrecken“. Marli Pirozelli schlug vor, die Christliche Soziallehre in ihrer Gottähnlichkeit und mit der Prämisse der Wohltätigkeit zu präsentieren. Außerdem solle die Christliche Soziallehre durch weitere Sachgebiete, wie die Philosophie, gedeckt werden. Die Studenten, die Frau Pirozelli unterrichtet, lernen die Theorie der Christlichen Soziallehre zum größten Teil anhand von Texten, sie leisten aber auch Arbeit an der Gemeinschaft als Teil der AVSI (Associazone di Voluntari per il Servizio Internazionale).
Diese Vorträge endeten mit einer kleinen Besprechungsrunde: Die Teilnehmer des Workshops bekräftigten, dass es nötig wäre, zwischen “Methodik/Methodologien” und “Instrumenten” zu unterscheiden, und gaben der Methode „sehen – urteilen – handeln“, welche in den 1950er Jahre als geeignete Schritte für die Lehre der Christlichen Soziallehre eingeführt wurde, großen Stellenwert.
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Mit dem Ziel, einige der Themen gründlicher zu erarbeiten, fuhr man am Nachmittag in kleineren Arbeitsgruppen fort. Am Ende der Übung wurden die Ergebnisse präsentiert. Die Dozentin für Christliche Soziallehre, Rosana Manzini, teilte die Ergebnisse ihrer Arbeitsgruppe “Lehre” mit, bei der sie behauptete, hätte aufgrund der unterschiedlichen Ansichten der Mitglieder zum Thema, wie man die Lehre der Christlichen Soziallehre erfassen sollte, große Divergenzen gegeben. Die Gruppe diskutierte viel über die Anwendung der Methode „sehen – urteilen – handeln“. Für einige „urteilen“ viele junge Menschen bevor sie „sehen“. Für die Mitglieder der Gruppe ist es absolut unabdingbar, dass der Dozent, der den Grundkurs für Christliche Soziallehre vermitteln wird, eine differenzierte Persönlichkeit ist, die den Studenten nahe steht, und dass es jemand ist, der sich für die Christliche Soziallehre so stark begeistert, dass er dieses Gefühl auf die Studenten übertragen kann. Gleichfalls besprachen sie die Notwendigkeit, die Methode „sehen – urteilen – handeln“ zu überdenken.
Die Ergebnisse der Gruppe „Zeugen“ wurden durch Miguel Angel Almada, Dozent der Universidad Nacional in Asuncion präsentiert. Miguel Angel Almada meinte, dass seine Gruppe es als eigenartig empfand, dass man bis dahin wenig über Zeugen und über die Botschaften der Päpste gesprochen hatte, wie die von Johannes Paul II in Puebla darüber, die Christliche Soziallehre zu lernen, umzusetzen und zu lehren. Gleichfalls wurde viel auf die Bedeutung des Akteurs, der als Zeuge eine Rolle einnimmt, betont. Die Gruppe kam zu dem Entschluss, dass es sehr wichtig ist, die Beziehungen Lehrer-Schüler zu überdenken.
Die Mitglieder der Gruppe „Publikationen“ präsentierten während der Arbeitsrunde untereinander die verschiedenen Materialien, die ihre Institute publizieren. Armando Borda, Exekutivdirektor des Instituts für Christliche Sozialstudien (Instituto de Estudios Social Cristianos, IESC) in Peru, zeigte dann die Ergebnisse seiner Gruppe in Form von vier Schlussfolgerungen: 1) Es ist notwendig, eine intensivere Zusammenarbeit der verschiedenen publizierenden Institute; 2) Es ist wichtig, eine Mitwirkung der Institute, die im Bereich der Christlichen Soziallehre bereits Erfahrung haben, in Form von Netzwerken mit den anderen Institute 3) Die Beziehungen zu den Massenkommunikationsmedien müssen gestärkt werden und man muss in höherem Maße vom Internet Gebrauch machen; 4) Es ist notwendig, bei der Verbreitung der Publikationen mehr Fantasie einzusetzen.
Am Ende des Tages wurde eine Diskussionsrunde gestartet. Es wurde über die Notwendigkeit „zu schauen, was die Natur nicht sieht“ (Pter. Ugalde) diskutiert, dass auch unter Eliten eine gewisse Armut existiert und dass man heutzutage viel von Subsidiarität in der Wirtschaft spricht, wo es doch die katholische Kirche war, die diese Vokabel eingeführt hat. Eine weitere Anregung war, den Arme zu einem Subjekt der Evangelisierung zu machen. Vielleicht muss die Kirche eine Rolle übernehmen, die sie bisher noch nie eingenommen hat. Gleichfalls wurde gesagt, dass die Unternehmer nicht auf die Kirche hören, aber sich dann, wenn sie einen gewissen Respekt ihr gegenüber entwickelt haben, überrascht zeigen: „Keiner hat mir vorher etwas gesagt!“. Auf die Bedeutung der Zeugen, der Erfahrungen, und dass die junge Leute nicht nur Objekte, sondern auch Subjekte der Transmission werden, wurde öfters hingewiesen.
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Am zweiten Arbeitstag wurde mit einigen Vorträgen über die „Erfahrungen im Bereich der Christlichen Soziallehre“ (“Experiencias en la Transmisión de la DSI”) fortgefahren. Manuel Gomez Granados des mexikanischen Instituts für Christliche Soziallehre (Instituto Mexicano de Doctrina Social Cristiana, IMDOSOC) stellte die Arbeit seines Institutes vor. Das Institut entstand im Jahre 1983 während der Bischofskonferenz in Puebla und dem Besuch von Johannes Paul II in Mexiko durch eine Initiative von Laien. Die Christliche Soziallehre, die in diesem Institut vermittelt wird, basiert auf der reichen Lehre von Johannes Paul II, und die Ausbildung erfolgt in fünf Etappen: 1) Sensibilisierung für die Christliche Soziallehre, 2) Einführungskurs, 3) Vertiefungskurs, 4) Diplom und 5) Master (welcher in Zusammenarbeit mit der Universität von Salamanca erteilt wird). Weiterhin beschäftigt sich das Institut mit diversen Publikationen, unter denen sich zwei Zeitschriften befinden, und mit Investigationen. Nach den Wünsche von Kardinal Echegarray – „Ich wünsche mir, dass der IMDOSOC die Handelnden zum Nachdenken anregt und die Nachdenker zum Handeln drängt“ – sind aus dem IMDOSOC bereits diverse Gruppierungen entstanden.
Javier Antonietti, Exekutivsekretär der Kommission für Sozialpastorale der Argentinischen Bischöfe (Comisión Episcopal de Pastoral Social de la Conferencia Episcopal Argentina), stellte das Projekt “Hacia un Bicentenario en Justicia y Solidaridad (2010-2016)” („Zu einer Zweihundertjahrfeier in Gerechtigkeit und Gleichheit (2010-2016)“) vor. Das Projekt hat den Zweck, unter dem Anlass der 200 Jahre Unabhängigkeit die Armut zu bekämpfen und nach einer integralen Entwicklung zu streben. Seine Intention ist es, neue Führungspersönlichkeiten mit Hilfe der Christlichen Soziallehre auszubilden, damit diese auf die oben erwähnten Ziele hinarbeiten. Als Arbeitsmethodik werden zweitägige „brüderliche Treffen“ eingeführt, in denen man sich mit der Lehre der Christlichen Soziallehre bereichert. Hauptbildungsachsen des Programms sind die Moralverschuldung, die politische und die soziale Verschuldung, und die existenzielle und bürgerliche Verschuldung.
Die Argentinierin Susanna Nuin Nuñez teilte mit den anderen Teilnehmern ihre Erfahrungen im CELSI Johannes Paul II (CELSI JP II), ein Institut, das im Jahre 2001 aufgrund der schlimmen ökonomischen Krise in Argentinien entstanden war und mehr als 21 verschiene Bürgerbewegungen vereinigt. Was die Methodik betrifft, so besteht die Referentin auf der Wichtigkeit, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass sie eine Gemeinschaft innerhalb der unterschiedlichen Bewegung und somit eine Einheit innerhalb der Verschiedenartigkeit sind. Genauso ist es wichtig, denkt sie, die Christliche Lehre nicht als ein vorgegebenes Evangelium wahrzunehmen, sondern als eine Lebensweise mit Gott. Das CELSI-JPII verfügt über Anwesenheitskurse, Integrationskurse, Selbsttests, Laborarbeit, Feldarbeiten und Abschlussklausuren, und ergänzt somit die Theorie mit der Praxis, eine Kombination, die Frau Nuin als äußerst wichtig empfindet. Das CELSI-JP II möchte sich gern selbst als Lebenszeuge verpflichten. Gleichfalls betonte Frau Nuin die Wichtigkeit, Verbindungen mit anderen Institutionen herzustellen.
Der letzte Vortrag wurde von Alberto Larraín präsentiert, dem es mit anderen jungen Menschen gelang, einen Kurs für Christliche Soziallehre an der Universität Alberto Hurtado einzuführen (den oben von Roman Guridi bereits vorgestellten Grundkurs). Nach Meinung von Herrn Larraín gab es in Chile eine Generationskrise und die Notwendigkeit für die junge Generation, die Wirklichkeit zu erkennen und sich ihr zu stellen. So erlebten die Mitglieder dieser junge Gruppe selbst, dass sie, obwohl sie schon häufig etwas über Christliche Soziallehre gehört hatten, nicht wussten warum es wirklich ging. Daraus entstand die Initiative, einen Kurs für Christliche Soziallehre einzuführen. Im Vortrag präsentierte Alberto Larraín ein Video über das Projekt und erklärte einiges über den Kurs. Voraussetzungen, um den Kurs zu belegen, sind es, dass die Studenten jünger als 35 Jahre sind, und dass sie mindestens zwei Jahre Berufserfahrung besitzen. Die zweite Voraussetzung liegt darin begründet, dass die Theorie mit der Praxis verbunden sein muss.
In der folgenden Diskussion wurde die Methode „sehen – urteilen – handeln“ wieder aufgenommen und eine neue Namensgebung erörtert, die neue Aspekte beleuchten sollte. Ein Vorschlag war es, die Methode „miteinander leben – verzeihen – lieben“ (Jose Mario Carneiro) zu nennen. Paulo Fernando Carneiro de Andrade machte auf das Dokument Octogesima Adveniens aufmerksam, da es ein klassischer Text der Christlichen Soziallehre ist. Es wurde darauf hingewiesen, dass der Kurs so gestaltet werden müsste, dass man in der Realität bliebe – auch in der Realität der Armen – und in der gegebenen Notwendigkeit, dass die jungen, besser gestellten Menschen ihre Unentgeltlichkeit entdeckten. Javier Antonietti äußerte, dass man die Christliche Soziallehre als eine von dem Glaube erleuchte Erkenntnis vermitteln müsste. Rosana Manzini deutete an, dass die Christliche Soziallehre die Hilfe von weiteren Wissenschaften benötigt. Der Ausbilder, der die Christliche Soziallehre unterrichten soll, muss in Theologie gut gebildet sein. Es wurde der Kommentar gemacht, dass sich die junge Leute je nachdem, wie man ihnen den Lehrinhalt präsentiert, für die Christliche Soziallehre faszinieren könnten. Es wurde wieder Nachdruck auf den Aspekt der Zeugen gelegt, aufgrund des hohen Wertes einer erzählenden Methode. Alberto Larraín meinte, dass die Christliche Soziallehre durch die Pastorale der Katholischen Universitäten eingeführt werden kann, und dass wir alle, auch wenn wir nicht wissen, was Christliche Soziallehre ist, sie intuitiv in unserem tiefen Inneren haben. Es ist wichtig die Probleme der junge Menschen zu verstehen, um ihnen die Christliche Soziallehre zu vermitteln.
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Im Anschluss an die letzte Vortragsrunde widmete man sich wieder den Arbeitsgruppen. Pater Enrique Quiroga präsentierte die Ergebnisse der Gruppe „Künste“, welche sich mit der Möglichkeit beschäftigte, verschiedene artistische Mittel, wie Verfilmung, Fotographie, Dokumentare, audiovisuelle Medien, Theater, Musik, Plakate, Slogans und Graffitis einzuführen. Es wurde gesagt, dass das Theater eine exzellente Methode ist, um die Gestaltungskraft der junge Menschen anzuregen. So gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, eigene Drehbücher zu schreiben, die das eigene Leben widerspiegeln, und so das Theater als Instrument für die Verarbeitung der eigene Probleme zu nutzen. Das Theater ist allgemein eine effektive Methode, um die Geschichte neu zu entdecken und neu zu schreiben. Man sprach auch über zwei verschiedene Arten von Filmen, die jeweils auf ihre Weise nützlich sind: diejenigen, die schreckliche Realitäten zeigen und die, die positive Rollen zeigen. Die Gruppe schlug vor, eine Datenbank mit nützlichen Filme zur Unterrichtung der Christlichen Soziallehre aufzubauen. Die Initiative kann sich auf die Datenbank stützen, die Marli Pirozelli bereits besitzt.
Es gab zwei Gruppen, die sich mit „Elektronischen Medien“ beschäftigten. Die Ergebnisse dieser Gruppen wurden durch Paulo Fernando Carneiro de Andrade, Dozent für Theologie in der Päpstlichen Katholischen Universität in São Paulo (PUC-SP), und durch Armando Borda des IESC dargestellt. Von den Gruppen kam der Vorschlag, eine Webseite und einen virtuellen Kurs zu gestalten, sowie Videokonferenzen im Netz zur Verfügung zu stellen. Um die Arbeit abzuschließen, hat man sich entschlossen, dass Guillermo Sandoval, Exekutivdirektor des Studienzentrums für Laborale Studien der Universität Alberto Hurtado (CELAH, Centro de Estudios Laborales Alberto Hurtado), und Thais Novaes Calcavanti, ehemalige Dozentin für Christliche Soziallehre der Universität in Salvador (die, die Aufgabe bekommen haben, einen Abschlussbericht zu erstellen), eine Zusammenfassung der Punkte, die man bis dahin behandelt hatte, darstellen sollten. Anhand dieses Dokumentes sollten die Teilnehmer dann diskutieren, um zu Schlussfolgerungen zu kommen. In dieser Besprechung schlugen einige Partizipanten vor, eine Rangordnung der Vorschläge vorzunehmen, andere empfanden dies als unadäquat. Man diskutierte über das Verb „sehen“ und den Zusammenhang, der zwischen „den Armen zu sehen“ und „Jesus zu sehen“ besteht, sowie über das Sehen, nicht in einem theologischen Verständnis, sondern im Sinne, die Gesellschaft zu sehen. Es wurde auch gesagt, „ich kann sehen und trotzdem kurzsichtig sein“. Es wurde über die Beziehung der Christlichen Soziallehre mit anderen, ergänzenden Sachgebieten diskutiert, und es wurde darauf bestanden zwischen Zeuge und Dozent zu unterscheiden, sowie zwischen Kompendium und der eigenen Christliche Soziallehre.
Roman Guridi bestand auf der Notwendigkeit, vernetzt zu arbeiten, um auch Wirkung zu erzielen. Über die Diskussion, die sich bezüglich des Publikums, an das der Grundkurs gerichteten werden sollte, entwickelt hatte, sprach er sich dafür aus, dass man als Ausgangspunkt einen Grundkurs für die Studenten der Katholischen Universitäten beibehalten sollte. In Zukunft könnte man das Ziel überdenken, und den Grundkrs eventuell auf einem breiteren Publikum ausdehen.
Zum Abschluss der Veranstaltung sprachen nochmals Monsignore Carlos Lara Lopez, Pater Enrique Quiroga und Dr. Peter Fischer-Bollin. Monsignore Carlos Lara Lopez sagte, dass man das Thema der Methodik ewig diskutieren könnte, und dass die vergangenen zwei Tage reich an interessanten und reichhaltigen Diskussionen waren. Seiner Meinung nach müsste jede Universität einen Grundkurs für Christliche Soziallehre einführen, wobei sich dessen Durchführung nach der Realität und Kreativität der jeweiligen Universitäten richten wird. Pater Enrique Quiroga behauptete, dass, auch wenn der Grundkurs nur in den Universitäten eingeführt wird, es mit Sicherheit auch nach außen dringen wird. Er meinte weiterhin, dass eine gewisse Vorstellungskraft notwendig sein wird, um den Kurs einzuführen, und dass er beobachtet, dass sich die Christliche Soziallehre heutzutage vor allem als eine Art Existenzangst offenbart. Dr. Fischer-Bollin dankte für das erfahrungsreiche Treffen und zeigte sich beeindruckt von der intensiven Beteiligung, mit der die Teilnehmer debattiert hatten. Für ihn sei der wichtigste Punkt des Seminars die Bildung von Netzwerken.
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Rückblickend kann behauptet werden, dass der Workshop reich an Debatten, Diskussion und Erfahrungsaustausch war. Es gab eine breite Einwilligung von Seite der Teilnehmer, die Diffusion der Christlichen Soziallehre als Priorität einzustufen. Ein großes Repertoire von Ideen und Instrumenten wurde erarbeitet. Wie zum Beispiel, die Bildung einer virtuellen Plattform und die Nutzung des Internets. Man kam zu dem Entschluss, dass die geeignete Methodik, um einen Grundkurs für Christliche Soziallehre einzuführen, sehr von der Institution abhängt, die den Kurs anbietet. Insgesamt kann gesagt werden, dass der Workshop ein voller Erfolg war: Man hatte das Ziel erreicht, die Diskussion voranzutreiben und zur Ausbreitung der Christlichen Soziallehre beizutragen, und die Teilnehmer hatten einen reichhaltigen Erfahrungsaustausch. Dieses letztes wird ihnen bei der weiteren Diffusion der Christlichen Soziallehre helfen, um so jeden Tag mehr und mehr die junge Menschen Lateinamerikas zu erreichen. Ende dieses Jahres wird ein weiteres Treffen innerhalb der Projektes „Grundkurs Christliche Soziallehre“ geplant, mit dem Ziel, die Methodische Diskussion abzuschließen.
Download der Präsentationen:
Mensaje del Cardenal Martino (presentado por Msñr Carlos Lara Lopez)
Pde. Fernando Fuentes Alcántara
Thais Calcavanti & Guillermo Sandoval (Informe preliminar: conclusiones del evento)
Links zu Institute mit Erfahrung in der Christlichen Soziallehre:
Serie
Veranstaltungsbeiträge
erschienen
Brasilien, 8. Juni 2009





