Wirtschaft und Umwelt: nachhaltige Wirtschaftsentwicklung
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Am 24 Januar traf sich in Santiago de Chile eine ausgewählte Gruppe aus Wirtschaftswissenschaftlern und Umweltexperten, um den Referenzrahmen der Studie über Wirtschaft und Umwelt, die von dem Forschungsnetzwerk SOPLA durchgeführt werden wird, zu diskutieren. Das genannte Forschungsnetzwerk setzt sich aus 13 Instituten Lateinamerikas zusammen, welche, in Zusammenarbeit mit dem Regionalprogramm SOPLA der KAS, jährlich eine Studie über ein wirtschaftspolitisches Thema mit sozialer Bedeutung in der Region durchführen.
Dieser erste Workshop zielte darauf ab, einige Konzepte der nachhaltigen Wirtschaft zu definieren und mögliche Handlungsfelder zu analysieren. Dabei ging es darum zu überprüfen welches Potenzial Publikationen in den jeweiligen Bereichen haben, um die Gestaltung von staatlichen Politikprogrammen mit zu beeinflussen. Hierzu wurden Wissenschaftler des Forschungsnetzwerkes SOPLA, die Umweltpolitikexperten Guillermo Espinoza, Juan Ricardo Inostroza und Johann Gottschalk sowie die Koordinatoren des Projektes eingeladen.
Das Treffen wurde von Olaf Jacob, Leiter des Regionalprogramms SOPLA, und Jorge Rodríguez Grossi, Dekan der Wirtschaftsfakultät der Universität Alberto Hurtado (welche neben der KAS für die Koordination des Projektes zuständig ist), eröffnet. Olaf Jacob erläuterte erneut den Grund des Zusammentreffens und definierte dabei als eines der zentralen Ziele der Konferenz die Klärung der Frage, ob es um nachhaltige “Entwicklung“ oder um nachhaltiges Wachstum gehen soll. Jorge Rodríguez bezog sich auf die Bedeutung der Umweltpolitik hinsichtlich der Wirtschaft und unterstrich dabei die Tragweite von lokalem Handeln, das neben lokalen Auswirkungen auch globale Umweltkosten verursacht.
Bei dem ersten Referenten der Umweltexperten handelte es sich um Guillermo Espinoza, Spezialist in Nachhaltigkeit und Entwicklung in Lateinamerika von dem Zentrum “Forschung und Entwicklung in Chile“. Obwohl es laut Guillermo Espinoza in diesem Forschungsbereich “so viele Schwerpunkte wie Experten gibt“, gelang es dem Umweltfachmann in seiner Präsentation die Grundlagenkonzepte des Umweltbereiches vorzustellen. Weiterhin ging er auf die aktuelle Situation in diesem Bereich in Lateinamerika ein.
Der Mitarbeiter von AES Gener S. A., Juan Inostroza, referierte über die energetische Nachhaltigkeit. Dabei definierte er den Begriff der “Energetischen Nachhaltigkeit“ als Matrix, die sich aus den drei Variablen Versorgungssicherheit, Wettbewerb und Umweltschutz zusammensetzt. Herr Inostroza legte die Situation der Versorgungssicherheit sowie des Wettbewerbs in Chile dar und ging vertiefend auf die Schwierigkeit wie auch auf die verschiedenen Techniken ein, die im Hinblick auf die Messung der Auswirkungen der Wirtschaft auf die Umwelt existieren.
Im weiteren Verlauf der Veranstaltung legte Johann Gottschalk, Dozent für Wirtschaft und Umweltpolitik der Jesuiten Universität Guadalajara ITESO, seinen Schwerpunkt auf den der Praxis am nächsten gelegenen Teil seiner Präsentation. Indem Herr Gottschalk einige Schwierigkeiten aufzeigte, die bei der Durchführung der Forschung auftreten können, kam er zu dem Schluss, dass die Forschungsarbeit eher anhand des Konzepts der Umweltwirtschaft als anhand des Konzepts der ökologischen Wirtschaft durchzuführen sei. So bietet das Konzept der Umweltwirtschaft laut dem Experten wesentlich praktischere und präzisere Methoden als das der ökologischen Wirtschaft.
Nach den gehaltenen Präsentationen diskutierten die Teilnehmer der Veranstaltung die weitere Vorgehensweise sowie den Arbeitsrahmen für die durchzuführenden Forschungsarbeiten. Als wichtigste Themen für Lateinamerika wurden, basierend auf den Vorschlägen von Johann Gottschalk, das Problem des Wassers, des Feststoffabfalles in den Großstädten, die Luftverschmutzung, die globale Klimaerwärmung und die Minenwirtschaft herausgearbeitet. Weiterhin stellten sich aus wirtschaftlicher Sicht die transgenen Produkte als problematisch heraus, da z. B. Chile aufgrund dieser schon in wirtschaftliche Schwierigkeiten mit Europa geraten ist.
Im nächsten Schritt wurde über die methodische Vorgehensweise diskutiert: Soll eine induktive oder deduktive Methodik gewählt werden? Ist die Erarbeitung einer umfangreichen Übersicht über die Umweltprobleme der Länder in der Region oder die Bearbeitung von Fallbeispielen sinnvoller? Weiterhin wurde festgelegt, dass entsprechend den bisherigen Publikationen des Forschungsnetwerkes das Thema der nachhaltigen Entwicklung in der Art und Weise erarbeitet wird, dass der soziale Aspekt eine Rolle spielt und dass das Ergebnis der Forschungsarbeiten vor allem auf die Einflussnahme bei der Gestaltung von staatlichen Politikprogrammen abzielt. Zudem soll ein wirtschaftlicher und kein technischer Zugang zu dem Thema gewählt werden. Dafür werden dann die gängigen wirtschaftlichen Variablen verwendet werden.
Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass es sich um eine produktive Zusammenkunft handelte und dass diese wichtig für die Definition des Referenzrahmens der Studie war. Dieser Theorierahmen wird Anfang März von den akademischen Koordinatoren präsentiert werden. Bei dem darauffolgenden Schritt wird es sich um ein Treffen von allen Mitgliedern des Forschungsnetzwerkes und einigen Umweltexperten in Rio de Janeiro handeln. Im Rahmen dessen werden die Forschungsarbeiten für jedes der 13 Institute festgelegt.
Präsentationen
Nachhaltigkeit und Entwicklung - Guillermo Espinoza (nur in spanischer Sprache verfügbar)
Energetische Nachhaltigkeit - Juan Ricardo Inostroza (nur in spanischer Sprache verfügbar)
Wirtschaft und Umwelt - Johann Gottschalk (nur in spanischer Sprache verfügbar)
Autor
Serie
Veranstaltungsbeiträge
erschienen
Brasilien, 1. Februar 2012
Kontakt
Maria Lucia Rodriguez B.
Wissenschaftliche Mitarbeiterin