Zwei Sieger und zwei Verlierer

Analyse zu den katalanischen Regionalwahlen vom 21.12.2017

Die Parteien, die für eine Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien eintreten, haben bei den Regionalwahlen am 21. Dezember ihren relativen Wahlerfolg von 2015 wiederholt. Mit 47,6% der Stimmen gewannen sie zwar keine Mehrheit unter den Katalanen, doch aufgrund der Besonderheiten des Wahlsystems erhielten sie eine absolute Mehrheit von 70 der 135 Sitze im Regionalparlament. Sie sind einer der Sieger der Wahl. Der andere ist die liberale Partei Ciudadanos mit ihrer Spitzenkandidatin Inés Arrimadas, die mit einem Stimmenanteil von 25,4% und 37 Mandaten den höchsten Anteil an Mandaten gewann.

Ein großer Verlierer ist die Volkspartei von Ministerpräsident Rajoy, die deutliche Stimmenverluste erlitt und nur 4,2% der Stimmen und 3 (vorher 11) Mandate erhielt. Sie ist damit zu einer politischen Randgruppe in einer der wichtigsten Regionen Spaniens geworden. Auch auf nationaler Ebene wird dieses Ergebnis noch Folgen haben. Der zweite große Verlierer ist Katalonien. Die Separatisten werden möglicherweise die neue Regierung bilden und ihr Ziel einer Loslösung von Spanien mit neuen Mitteln weiterverfolgen. Der politische Konflikt wird auch in Zukunft alle anderen Themen überlagern, die Spaltung der Gesellschaft wird sich fortsetzen, Unternehmen werden die Region verlassen oder dort nicht investieren. Katalonien und Spanien stehen unruhige Zeiten bevor.

Autor

Dr. Wilhelm Hofmeister

Serie

Länderberichte

erschienen

Spanien, 22. Dezember 2017

Fans des katalanischen FC Barcelona | © Flickr / Gustave Deghilage / CC BY-NC-ND 2.0

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