Aktuelle KAS-Arbeitsbereiche

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1. Demokratie und Rechtsstaatlichkeit

Eines der zentralen Anliegen der KAS in Südafrika ist die Konsolidierung und Stärkung eines Mehrparteiensystems und des Rechtsstaatsgedankens. In Seminaren vermittelt die KAS politischen Entscheidungsträgern die Bedeutung des Parteienpluralismus als notwendige Voraussetzung für die Stabilität der südafrikanischen Demokratie.

Ebenso sensibilisiert die KAS Akteure der Judikative für ihren Auftrag im demokratischen System. Die Rechtsprechung wird dadurch befähigt, ihr eigenes Rollenverständnis neu zu definieren und unabhängig von Parlament und Regierung zu handeln. Durch die Zusammenarbeit der KAS mit wissenschaftlichen Forschungsinstituten im Rechtsbereich werden diese in die Lage versetzt, eine kritische Prüfung der Arbeitsweise der Justiz vorzunehmen. Nicht zuletzt informiert die KAS die südafrikanische Bevölkerung über ihre staatsbürgerlichen Rechte und Pflichten. Durch gezielte Aufklärungsarbeit wird Bürgern der Zugang und Gebrauch der sog. „Chapter-9“-Institutionen vermittelt, einer Reihe verfassungsrechtlich verankerter Organisationen, die den Schutz der Grundrechte gewährleisten.

2. Dezentralisierung / Kommunale Selbstverwaltung

Die KAS setzt sich seit der demokratischen Öffnung Südafrikas für die Stärkung der nachrangigen Politikebenen und des Subsidiaritätsprinzips ein. In Sensibilisierungsmaßnahmen für politische Entscheidungsträger wirbt die Stiftung für die demokratischen Vorzüge und den Erhalt des dreigliedrigen Verwaltungssystems von nationaler, Provinz- und Kommunalebene wie es in der südafrikanischen Verfassung festgeschrieben ist. Insbesondere durch Maßnahmen im Bereich der Dezentralisierung und kommunalen Selbstverwaltung schafft die KAS ein besseres Verständnis für das Subsidiaritätsprinzip, um die politische Mitbestimmung der Bürger zu stärken.

3. Partizipation der Zivilgesellschaft

Die KAS unterstützt in Südafrika intensiv den Austausch zwischen Zivilgesellschaft und Politik. In den Augen der Stiftung üben zivilgesellschaftliche Organisationen im demokratischen Gestaltungsprozess wichtige Wächter- und Mediationsfunktionen aus. Südafrika verfügt im kontinentalen Vergleich über eine umfangreiche, ausdifferenzierte Zivilgesellschaft. In Seminaren der KAS erhalten lokale, zivilgesellschaftliche Gruppen neue Kenntnisse, die sie bei der Ausführung ihrer Aufgaben unterstützen. Zudem werden die Akteure dahingehend gestärkt, dass sie die Bedürfnisse der Bevölkerung, insbesondere im Hinblick auf öffentliche Sozialleistungen (Service Delivery), aufgreifen und unabhängig von parteipolitischer Einflussnahme in den politischen Entscheidungsfindungsprozess einbringen. Dadurch wird die Position der Zivilgesellschaft im Dialog mit lokalen Politikern und der Regierung aufgewertet. In diesem Bereich spielt die Zusammenarbeit mit dem KAS-Partner Democracy Development Program (DDP) eine besondere Rolle.

4. Soziale Marktwirtschaft / Ordnungspolitik

Die KAS hat sich zum Ziel gesetzt, Führungskräfte aus Politik und Wirtschaft über die Vorteile einer Wirtschaftsordnung im Sinne der Sozialen Marktwirtschaft aufzuklären und vorhandene Institutionen und Akteure mit ordnungspolitischer Leitfunktion zu stärken. Dadurch regt die KAS in Südafrika eine kritische, öffentliche Debatte über die Rahmenbedingungen des Wirtschaftssystems an und fördert den Diskussionsaustausch zwischen Politikern, Unternehmern, Gewerkschaftern und Interessenverbänden. Zu den spezifischen Fragenstellungen eines Ordnungspolitischen Dialogs der KAS zählen Wirtschaftsmodelle, systemische Fragestellungen, ethische Grundprinzipien, die Herausbildung eines produktiven Mittelstands sowie Ausbildung und berufliche Fortbildung. Darüber hinaus hat die Konrad-Adenauer-Stiftung das Thema der Jugendarbeitslosigkeit zu ihrem besonderen Tätigkeitsschwerpunkt der Jahre 2014-2016 erklärt, dem sich auch das Länderbüro Südafrika intensiv annehmen wird.

5. Internationaler Politikdialog und Regionale Integration

Gemeinsam mit ihrem langjährigen Partner South African Institute of International Affairs (SAIIA) regt die KAS zur kontinentübergreifenden Diskussion globaler Themen an. Auf Anregung der KAS entwickeln wissenschaftliche Forschungsinstitute gemeinsame außenpolitische Positionierungsstrategien gegenüber externen Akteuren, insbesondere aufstrebenden Schwellenländern, und erarbeiten Maßnahmen zur Herstellung von Kooperationsmechanismen für nachhaltige Stabilität und Entwicklung in der Region. Durch den internationalen Dialog zu entwicklungs- und sicherheitspolitischen Fragen werden afrikanische Staaten in die Lage versetzt, sich gemeinsam den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu stellen und ihre Einbindung in globale Strukturen zu gestalten. Die Maßnahmen der KAS bieten den Zielgruppen dabei eine wichtige Plattform zum internationalen Erfahrungsaustausch. Durch die Dialogveranstaltungen der KAS wird darüber hinaus eine kritische, öffentliche Debatte zu
sicherheits-, wirtschafts-, sozial- und umweltpolitischen Fragestellungen angeregt, die einen nachhaltigen Beitrag zur regionalen Integration leistet.

Sondermittel: Klima & Energie

Im Rahmen der vom BMZ zur Verfügung gestellten Klima- und Energiemittel unterstützt die KAS Südafrika Feldforschungen und Politikdialoge im Themenbereich Erneuerbare Energien in ländlichen Gegenden (durchgeführt durch den KAS-Partner Mandela-Institut) sowie Trainingseinheiten und Dialoge im Bereich Umweltrecht (durch den KAS-Partner Centre for Environmental Rights). Zudem sind auch Publikationen und Expertengespräche zu klimarelevanten Fragen, wie z.B. COP21 oder Bioenergie, Teil der KAS-Aktivitäten.


Sondermittel: Eine Welt ohne Hunger (EWoH 2)

Im Rahmen des überregionalen Sonderprojekts "Eine Welt ohne Hunger" übernimmt das KAS Länderprojekt Südafrika hierbei die Steuerung und Koordination der Aktivitäten in den Projektländern Malawi und Simbabwe. Hierbei wird mit den KAS-Partnern Landnet und NASFAM zusammengearbeitet. Weitere Projektaktivitäten finden in Namibia und Westafrika statt und werden durch die entsprechenden KAS-Länderbüros koordiniert.


&&& In einer Vielzahl der dargestellten Maßnahmen arbeitet das Länderbüro Südafrika eng mit regionalen Institutionen und Experten sowie mit weiteren KAS-Büros und der KAS-Zentrale in Berlin zusammen. Eine aktuelle Übersicht finden Sie auf unserer Partnerseite.