NEUE KAS-FORSCHUNGSASSISTENTIN JÖRDIS BUNSE STELLT SICH VOR

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Hiermit möchte ich mich gerne als neue Forschungsassistentin im Büro der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) in Kapstadt vorstellen. Ich bin Studentin an der Ludwig-Maximilians-Universität München und habe im Frühjahr diesen Jahres mein Staatsexamen in den Fächern Englisch und Spanisch absolviert. Ab dem kommenden Semester werde ich mich auf die Abschlussprüfungen in meinem Erweiterungsfach Sozialwissenschaften vorbereiten. Ich freue mich sehr darüber, nun bei der KAS praktische Erfahrungen und Einblicke in die Demokratieförderung in Südafrika erlangen zu können.

Aufgrund des knappen Wahlausgangs der Anfang August abgehaltenen Kommunalwahlen, erlebt Südafrika derzeit politisch gesehen bewegte Zeiten. Da sich die Einparteiendominanz des African National Congress (ANC) offensichtlich dem Ende neigt, interessiert es mich besonders zu beobachten, wie der Wechsel hin zu mehr Koalitionsregierungen von statten gehen wird. Neben diesem hochaktuellen Thema liegt mir außerdem die Förderung Jugendlicher am Herzen, die im Rahmen zahlreicher KAS-Projekte, wie zum Beispiel der Veranstaltungsserie „Discourse Café", der Ausstellung und Preisverleihung zum Projekt „White Rose“ oder dem „YEESS“ Kongress, erfolgt.

Laut dem nationalen statistischen Dienst „Statistics SA“ ist nahezu 30% der südafrikanischen Bevölkerung jünger als fünfzehn Jahre. Im Gegensatz zu Industrienationen wie Deutschland, in denen die durch den Rückgang der Geburten und die steigende Lebenserwartung verursachte Veränderung der Altersstruktur hin zu einer immer„älteren“ Bevölkerung eine der größten gesellschaftspolitischen Herausforderungen darstellt, verfügt Südafrika über ein enormes demographisches Potenzial, das es zu nutzen gilt. Um dieses Potenzial ausschöpfen zu können, muss insbesondere der Bildungssektor gestärkt werden. Der ANC-Regierung ist es in den vergangen Jahren nicht gelungen, alle angestrebten Bildungsreformen umzusetzen. Noch immer spiegelt die Verteilung der Bildungsabschlüsse die soziale Ungleichheit zwischen der schwarzen und der weißen Bevölkerung wider. Dass das südafrikanische Schulsystem in der Krise steckt, wird auch daran deutlich, dass es in Rankings wiederkehrend als eines der schlechtesten weltweit abschneidet (vgl. Schulleistungsstudien wie z.B. Trends in International Mathematics and Science Study (TIMSS) oder Progress in International Reading Literacy Study (PIRLS)). Dieser Missstand ist wohl auch auf die schlechte Ausbildung der Lehrer zurückzuführen.

Auf die KAS aufmerksam geworden, bin ich im Jahr 2014 während eines Praktikums im Deutschen Bundestag in Berlin. Vergangenes Jahr hatte ich dann bereits die Möglichkeit zu einem Forschungsaufenthalt im KAS-Büro in Mexiko Stadt, wo ich erste wertvolle Einblicke in die Arbeit der Stiftung erlangen konnte. Es ist für mich daher nun äußerst interessant zu sehen, inwiefern sich die Arbeit der KAS auf den verschiedenen Kontinenten einerseits ähnelt und andererseits den spezifischen Gegebenheiten der verschiedenen Orte anpasst. Ich freue mich sehr auf meine Zeit hier im KAS-Büro in Kapstadt und die damit verbundene Möglichkeit, meinen persönlichen Beitrag zur Demokratie- und Werteförderung in Südafrika leisten zu können.

erschienen

Republik Südafrika, 2. Januar 2013

Foto Jördis Bunse (Rand)