Neuer KAS-Mitarbeiter Benedikt Hecking stellt sich vor

An dieser Stelle möchte ich mich gerne als neuer Forschungsassistent in der Konrad-Adenauer-­Stiftung (KAS) in Kapstadt vorstellen. Zur Zeit studiere ich Philosophie und Politikwissenschaft im Master an der Ludwigs-­‐Maximilian-­‐Universität München. Meinen Forschungsaufenthalt in Kapstadt möchte ich dazu nutzen, um wichtige Auslandserfahrung zu sammeln, da ich den Wunsch habe die diplomatische Ausbildung beim Auswärtigen Amt zu absolvieren.

Da die KAS ein umfangreiches Netz an Auslandsvertretungen hat, bietet sie als Organisation Einblicke in die politischen und gesellschaftlichen Systeme der jeweiligen Länder, welche Medien und Bücher einem oft nicht vermitteln können. Zudem bietet Südafrika die Chance, die Entwicklung einer jungen Demokratie mit ihren Herausforderungen genauer zu beobachten. Zum Beispiel herrschte nach Ende der Apartheid eine große Euphorie. Diese wurde durch die Frustrierung in weiten Teilen der Bevölkerung aufgrund der aktuellen politischen Entwicklungen abgelöst, welche größtenteils der African National Congress zu verantworten hat. Zur Konrad-­‐Adenauer-­‐Stiftung kam ich im Sommer 2016 nach dem ich meinen Bachelorabschluss an der Technischen Universität Dresden hatte. Ich wollte in der Zeit zwischen dem Sommer und dem Beginn meines Masterstudiums noch praktische Erfahrung in der politischen Bildungsarbeit sammeln und so bewarb ich mich bei der KAS Sachsen. Nach den drei Monaten hatte ich dann beschlossen, einen Auslandsaufenthalt zu wagen. In meinem Bachelorstudium sowie jetzt auch im Masterstudium beschäftige ich mich leidenschaftlich gerne mit der Ethik und der politischen Philosophie. Ich beschäftigte mich daher in meiner Bachelorarbeit über die Rechtfertigung von humanitären Interventionen in Verbindung mit unseren (westlichen) Vorstellungen von Demokratie und Menschenrechten. Daher bietet Südafrika für mich die einzigartige Möglichkeit, diese junge Demokratie aus nächster Nähe zu beobachten. Allen voran die Bemühungen der Politiker Herausforderungen zu erkennen und zu lösen. In diesem Hinblick ist es interessant, wie die südafrikanische Regierung und auch die Bevölkerung ausländische Unterstützung wahrnimmt und diese auffasst. Daher ist es interessant zu sehen, wie traditionelle Vorstellungen von gesellschaftlichem Leben mit modernen Auffassungen korrelieren. Ich erhoffe durch die Arbeit bei der Konrad-­‐Adenauer-­‐Stiftung in Kapstadt neue Einsichten in die südafrikanische Politik und Gesellschaft und auch eine charakterliche Weiterentwicklung meiner selbst.

erschienen

Republik Südafrika, 5. September 2017