Basra: Chancen und Hindernisse für nachhaltiges Wirtschaftswachstum

KAS und die Universität Basra veranstalten Konferenz

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Basra hat die zweithöchste Bevölkerung des Irak, verfügt über einen Großteil der irakischen Erdölreserven und gilt durch seinen Seehafen als Tor zum Irak. Gleichzeitig leiden Basra und der Südirak unter niedrigen Wirtschaftswachstumsraten und Armut. Am 8. und 9. Oktober veranstaltete das KAS-Regionalprogramm Energiesicherheit und Klimawandel Naher Osten und Nordafrika, das KAS-Auslandsbüro Syrien/Irak und das Arab Gulf Research Center an der Universität Basra eine Konferenz zu den Chancen und Hindernissen für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum in der Provinz.

Die Konferenz brachte irakische und internationale Experten zusammen und gliederte sich in sechs Panels. Nach Eröffnungsworten von Daniela Diegelmann, Leiterin des Regionalprogramms Energiesicherheit und Klimawandel Naher Osten und Nordafrika, Nils Wörmer, Leiter des Auslandsbüros Syrien/Irak, und Dergham al-Ajwadi, zweiter stellvertretender Gouverneur von Basra, beschäftigte sich das erste Panel mit den wirtschaftlichen Standortvorteilen der Provinz Basra. Dem schloss sich im zweiten Panel eine Diskussion über die Erdölreserven Basras an. Der erste Konferenztag endete mit einem Panel zu den finanziellen Ressourcen Basras. Am zweiten Konferenztag wurden Strategien zur Diversifizierung der stark auf den Erdölexport ausgelegten Wirtschaft, Herausforderungen im Bereich Umweltverschmutzung sowie zukünftige Möglichkeiten von (ausländischen) Investitionen diskutiert.

Die Teilnehmer stellten heraus, dass es in Basra – wie auch in den anderen Teilen des Irak – insbesondere darauf ankomme, den privaten Sektor zu stärken. Die durch den Erdölexport erzielten Einnahmen sollten dafür genutzt werden, die Wirtschaft zu diversifizieren und die Privatwirtschaft in Basra weiter zu entwickeln. Gleichzeitig wurde argumentiert, dass Basra aufgrund seiner geographischen Lage und der stabilen Sicherheitslage großes wirtschaftliches Potenzial habe. Darüber hinaus müsse der Standort als Touristendestination wieder an Attraktivität gewinnen. Dies setze allerdings voraus, dass ein stärkeres Augenmerk auf Umweltschutz in Basra gelegt werde.

Die Konferenz war die erste Veranstaltung, die die KAS in Basra durchführte. Die Stiftung setzt sich für eine nachhaltige Reform der irakischen Wirtschaft ein. Bereits im September hatte eine Konferenz zum Thema wirtschaftliche Entwicklung mit dem al-Bayan Center for Planning and Studies in Bagdad stattgefunden.

Autoren

Nils Wörmer, Lucas Lamberty

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Libanon, 16. Oktober 2017

Auslandsmitarbeiter Nils Wörmer bei der Konferenzeröffnung
Daniela Diegelmann, Leiterin des Regionalprogramms Energiesicherheit und Klimawandel Naher Osten und Nordafrika
Das zweite Panel über die Erdölreserven Basras
Das dritte Panel über die finanziellen Ressourcen Basras
Die Konferenz war gut besucht