Dialog kurdischer und schiitischer Entscheidungsträger im Irak

KAS und MERI schaffen multi-ethnische Plattform in Nadschaf

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Das kurdische Unabhängigkeitsreferendum von September 2017 hat das kurdisch-schiitische Verhältnis auf einen Tiefpunkt gebracht. Da eine friedliche Zukunft des Irak entscheidend von den Beziehungen zwischen den ethnischen Gruppierungen des Landes abhängt, veranstalteten das KAS Auslandsbüro Syrien/Irak und das Middle East Research Institute (MERI) am 28. Februar und 01. März ein Dialogprogramm zwischen politischen und religiösen Entscheidungsträgern der Autonomen Region Kurdistan (ARK) und Nadschaf, dem religiösen Zentrum der Schiiten.

Im Laufe der Reise traf sich die kurdische Delegation mit schiitischen Klerikern und Repräsentanten der Lokalregierung; unter anderem fand ein Gespräch mit dem schiitischen Grand Ayatollah, Bascheer Al-Najafi, statt. Der erste Tag stand unter dem Titel „Die Zukunft des Regierens im Irak: Krisen und Kooperationspotential“. Am Folgetag diskutierten die mehr als 40 Teilnehmer über die Rolle der politischen Entscheidungsträger und Eliten im Annäherungsprozess zwischen Kurden und Schiiten.

Während der zweitägigen Veranstaltung machten alle Beteiligten ihr Bestreben, eine stärkere Partnerschaft zwischen den beiden Gruppierungen zu initiieren, deutlich. Die Möglichkeit, soziale Missstände zu vermindern, würde dadurch erleichtert werden. Es sei Zeit, sich auszutauschen, die Erbil-Bagdad Beziehungen zu festigen und die Machtverhältnisse zwischen der ARK und dem Zentralirak neu zu definieren. Hierbei forderten die kurdischen Vertreter, dass sie als gleichberechtigte Partner im irakischen Politikprozess anerkannt werden sollten. Daraufhin betonte die schiitische Seite die Notwendigkeit, die Autorität der irakischen Regierung, besonders des Obersten Gerichtshofs, anzuerkennen.

Die Delegationsreise war geprägt von einem konstruktiven Dialog zwischen den beiden Parteien. Die Teilnehmer äußerten ihre Meinung frei und offen, besprachen Dynamiken in der ARK und dem Zentralirak und sammelten Vorschläge für eine Besserung der Lage und der Beziehungen zwischen Erbil und Bagdad. Die Veranstaltung bot der kurdischen Delegation und den schiitischen Irakern die Gelegenheit, sich in einer effektiven Atmosphäre zu treffen und miteinander zu diskutieren. Hierbei konnten sie Ideen für die Versöhnung und die Zukunft des Irak entwickeln, was angesichts der angespannten Beziehungen einen Erfolg darstellt. Die Teilnehmer beider Seiten haben sich dafür ausgesprochen, das Dialogformat weiter zu führen, um zu Frieden und Stabilität im Irak beizutragen.

Die führenden Medienanstalten der ARK und des Zentralirak begleiteten die Delegationsreise und konnten der irakischen Bevölkerung somit berichten, dass ein Dialog zwischen den Konfliktgruppen möglich ist.

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Libanon, 5. Juni 2018

Die Teilnehmer des Dialogprogramms

Die Teilnehmer des Dialogprogramms

Schiitische Teilnehmer des Dialogprogramms

Schiitische Teilnehmer des Dialogprogramms