"Wo sind die Toten von Hoheneck? - Neue Enthüllungen über das berüchtigte Frauenzuchthaus der DDR"

November 5 Dienstag

Datum/Uhrzeit

5. November 2013, 19.00 - 20.30 Uhr

Ort

Kreisvolkshochschule "Joseph Meyer", Obere Marktstraße 44, Hildburghausen, Deutschland

mit

Ellen Thiemann, Mark Hauptmann

Typ

Lesung

Lesung und Gespräch mit einer Zeitzeugin

Veranstaltungsnr.

B99-051113-1

Ihr „Verbrechen“ war, dass sie in den Westen wollte. Mit Ehemann und Sohn plante Ellen Thiemann im Dezember 1972 die Flucht in die Bundesrepublik. Das Vorhaben misslang und sie wurde im Mai 1973 nach vorangegangener Folter mit Schlafentzug, Verabreichung von Drogen und Psychopharmaka, Isolationshaft und wüsten Bedrohungen zu drei Jahren und fünf Monaten verurteilt. Die Strafe war deshalb so hoch, weil sie die „Schuld“ allein auf sich nahm, ihr Mann dadurch frei blieb und ihr Sohn nicht ins Kinderheim gesteckt werden konnte. 1992 konnte die Autorin erstmals Stasi-Akten einsehen. Die Erkenntnisse waren erschütternd: Nicht nur Freunde entpuppten sich als Denunzianten, sondern der eigene Ehemann wurde als IM „Mathias“ enttarnt. Er gehörte zu den größten Stasi-Spitzeln unter den Sportredakteuren der DDR . Nach ihrer Entlassung Ende Mai 1975 in die DDR und ihrer Scheidung erfolgte im Dezember 1975 die Übersiedlung mit ihrem Sohn nach Köln. Dort arbeitete Ellen Thiemann als Redakteurin/Ressortleiterin bei einer großen Kölner Tageszeitung und wurde weiter systematisch beschattet und bedroht.
Doch ihr Kampf um Wahrheit und Aufklärung, gegen Unrecht und Vergessen hörte nicht auf. Sie entlarvte die Machenschaften von Stasi und SED, sie enthüllte die Grausamkeiten der Diktatur und insbesondere die Zustände im Frauenzuchthaus Hoheneck in Stollberg/Erzgebirge. Dort war sie 1973 von einer „Frau Oberleutnant“ mit den Worten empfangen worden: „Ihr Delikt kommt gleich nach Massenmord!“ Dort musste sie mit 42 Frauen, in Dreistockbetten zusammengepfercht, in einer Zelle hausen, mit einer Toilette und einem Waschtrog mit drei Wasserhähnen. Dort musste sie Doppelzwangsarbeit leisten – auch sonn- und feiertags – für einen Monatslohn von drei Mark.
Heute ist Ellen Thiemann in drei Zeitzeugenprojekten aktiv, um vornehmlich an Schulen, Gymnasien, Universitäten und Berufskollegs über DDR -Unrecht aufzuklären.


Programm:


Begrüßung
Rico Chmelik
Tagungsleiter der Konrad-Adenauer-Stiftung


Grußwort

Abbildung

Mark Hauptmann MdB
CDU/CSU Fraktion im deutschen Bundestag und KAS-Altstipendiat


Lesung und Gespräch

"Wo sind die Toten von Hoheneck? -
Neue Enthüllungen über das berüchtigte Frauenzuchthaus der DDR"

Abbildung

mit Zeitzeugin und Autorin Ellen Thiemann


Moderation
Hans-Joachim Föller
Freier Journalist



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Landesbeauftragte für Thüringen und Leiterin des Politischen Bildungsforums Thüringen

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