DDR: Mythos und Wirklichkeit

Wie die SED-Diktatur den Alltag der DDR-Bürger bestimmte

Am Mittwoch, dem 16.09.2015 eröffnete das Politische Bildungsforum Thüringen die Wanderausstellung der Konrad Adenauer Stiftung „DDR: Mythos und Wirklichkeit. Wie die SED –Diktatur den Alltag der DDR-Bürger bestimmte“. Die Veranstaltung wurde von dem deutschen Liedermacher und Kritiker der SED-Diktatur Stephan Krawczyk musikalisch begleitet.

„Das ist nie gewesen“

So lautet ein Titel des deutschen Liedermachers und Autors Stephan Krawczyk aus seiner Wirkungszeit als Kritiker der SED-Diktatur. Am Mittwoch, dem 16.09.2015, leistete Krawczyk mit seinen Liedern einen musikalischen Beitrag zur Eröffnung der Wanderausstellung der Konrad Adenauer Stiftung „DDR: Mythos und Wirklichkeit. Wie die SED –Diktatur den Alltag der DDR-Bürger bestimmte“.

Wie Maja Eib, Landesbeauftragte der Konrad Adenauer Stiftung in ihrer Begrüßungsrede deutlich machte, wird die Frage nach dem, was während der DDR-Historie wirklich war, bis heute sehr kontrovers diskutiert.
Kontrovers und kritisch sollten deshalb auch die Schülerinnen und Schüler des Hermann-Pistor Gymnasiums in dem zweitägigen Workshop, welcher an die Ausstellung angelegt war, mit Textzeugnissen und Quellen jener Zeit umgehen.
Dr. Matthias Wanitschke, Referent für politische Bildung und Schülerarbeit des Freistaats Thüringen, unterstützte die zehnte Klasse während ihrer Quellenrecherchen und so erarbeiteten die Jugendlichen auch einen Interviewleitfaden, um im dem sich anschließenden Zeitzeugengespräch mit dem Ehepaar Bause über dessen Zeit in den Haftanstalten der DDR zu sprechen.

Authentisch und sehr bewegend erzählten Dorit und ihr Ehemann Gerd Bause von den Ungerechtigkeiten, die ihnen als Regimekritiker Ende der 1980er-Jahre wiederfahren sind.

Wie die Landtagsabgeordnete des Kreises Sonneberg, Beate Meissner, in ihrem Grußwort schließlich hervorhob, „kann kein Geschichtsbuch das wiedergeben, was ein Gespräch mit Zeitzeugen zu vermitteln im Stande ist“. So bot auch die anschließende Besichtigung eines nachgebauten Gefangenentransporters, dem Barkas 1000 in unscheinbaren „delphingrau“, den Gästen einen bis dahin wohl unbekannten Einblick in das bedrückende Gefühl von Enge und Abschottung, das Opfern und Kritikern des SED-Regimes im Rahmen des Gefangenentransportes drohte.

Ein Stück Geschichte zum Anfassen auf dem Rathausplatz von Sonneberg, welches das Ehepaar Bause nutzte, um die Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit zu unterstützen. „Vergangenes nicht zu verteufeln, aber auch nicht zu beschönigen“, so schilderte der Stellvertreter der Bürgermeisterin der Stadt Sonneberg, Dr. Heiko Voigt, das Ziel der Ausstellung, die noch bis zum 04.10.2015 im Foyer des Sonneberger Rathauses besichtigt werden kann.

Autor

Lisa Karstädt

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Erfurt, 16. September 2015