Ganz nah aber weit genug - Flüchtlinge im Libanon

Ausstellung

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Daniel Braun

Daniel Braun, Konrad Adenauer Stiftung Thüringen

In zwei mal ein Meter großen Fotos gibt die Fotoausstellung „Ganz nah, aber weit genug“ einen Einblick in die Situation von Flüchtlingen im Libanon. Bei der Eröffnung im Landtag Thüringen berichteten die Fotografen und MdL Mike Mohring (CDU) zudem von ihren eigenen Erfahrungen.

Es ist eine Nahaufnahme der Situation von Flüchtlingen im Libanon: “Ganz nah, aber weit genug“ ist der Titel der Fotoausstellung von zehn Stipendiatinnen und Stipendiaten der Journalistischen Nachwuchsförderung (JONA) der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS), die im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Flüchtlinge als globale Herausforderung“ des politischen Bildungsforums Thüringen vom 17. bis 28. Februar 2016 im Thüringer Landtag in den Gängen der CDU-Fraktion zu sehen ist. Nach einem Grußwort von Daniel Braun, vom politischen Bildungsforum der KAS, berichteten JONA-Referent Frank Windeck und JONA-Stipendiat Mathias Birsens, die an der Erstellung der Ausstellung im Libanon beteiligt waren, von ihren Erlebnissen vor Ort.

Eigentlich waren die JONA-Stipendiaten im Libanon um den Film „Unter blauer Flagge“ über die deutsche Beteiligung am UNIFIL-Einsatz vor der libanesischen Küste zu drehen. Dabei entstand jedoch auch die Fotoausstellung, die nun im Landtag Thüringen zu sehen ist, erklärte Frank Windeck. Landtagsmitglied Mike Mohring (CDU), der im Oktober 2015 ebenfalls selbst im Libanon war, sprach bei der Ausstellungseröffnung auch von seinen persönlichen Erfahrungen vor Ort. Er nannte es einen „internationalen Skandal“, dass das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen so unterfinanziert sei, dass es jeden Flüchtling im Libanon mit gerade einmal 13 Dollar pro Monat unterstützen könnte.

Die mangelnde Grundversorgung der meisten Flüchtlinge aus dem benachbarten Bürgerkriegsland Syrien wird in der Fotoausstellung genauso thematisiert, wie die unglaubliche Belastung des Libanon. Denn nicht nur anderthalb Millionen Syrer, sondern auch eine halbe Million Palästinenser und rund 150 000 Armenier leben als Flüchtlinge in dem kleinen Land am Mittelmeer, das selbst nur viereinhalb Millionen Einwohner hat. Die Lebensumstände dieser beiden Flüchtlingsgruppen werden in der Ausstellung anhand von Fotocollagen aus einem armenischen und einem palästinensischen Viertel in Beirut gezeigt. Ebenfalls zu Wort kommen aber auch Politiker und Vertreter der Zivilgesellschaft des Libanon, die die Fotografen vor Ort zu Hintergrundgesprächen getroffen haben.

Das Hauptaugenmerk der Ausstellung liegt allerdings auf der Situation der syrischen Flüchtlinge, die unter katastrophalen Bedingungen in improvisierten Lagern direkt hinter der Grenze leben. Selbst die Versorgung mit dem nötigsten wie Wasser, Lebensmitteln und Strom ist dort nicht sichergestellt, obwohl die Flüchtlinge sogar Miete an die Besitzer der Äcker, auf denen sie ihre Lager aufschlagen, zahlen müssen, berichtete Mike Mohring. Er sei überrascht gewesen, dass die vielen Kindern im Flüchtlingslager in Jeb Jenine in der Bekaaebene ihr Lachen nicht verloren hätten und trotz ihrer verzweifelten Situation miteinander spielten und herumalberten, erzählte Mathias Birsens bei der Eröffnung.

Ergänzt wurden die persönlichen Berichte aus dem Libanon durch den sechsminütigen Film „ Lage Bericht/Naher Osten – An der Quelle der Flüchtlingsströme “, der sowohl die politische Situation im Nahen Osten erklärt, als auch das Engagement der KAS vor Ort vorstellt. Die Ausstellung ist noch bis zum 28. Februar in den Gängen der CDU-Fraktion im Landtag Thüringen zu sehen.

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Erfurt, 23. Februar 2016