„Europa und seine Grenzen – Deutsch – Litauische Perspektiven 2016“

Europagespräch

Expertengespräch

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Honorarkonsul Bernd Moser bei der Begrüßung

Honorarkonsul Bernd Moser bei der Begrüßung

Einführung
Am 10.11.2016 fand im Haus Dacheröden in Erfurt eine Veranstaltung zum Thema „Europa und seine Grenzen – Deutsch – Litauische Perspektiven 2016“ in Zusammenarbeit mit dem Honorarkonsulat der Republik Litauen und dem Deutsch- Litauischen- Forum (DLF) statt. Geladene Referenten waren Bernd Moser, Honorarkonsul sowie Dr. Dietrich von Kyaw, Botschafter a.D. und der Botschafter von Litauen Deividas Matulionis. Die Moderation übernahm Blanka Weber, freie Journalistin. Nach einem Grußwort vom Honorarkonsul Moser, in dem er auf er auf die Geschichte Litauens und den deutsch- litauischen Beziehungen einging begann eine Podiumsdiskussion, eingeleitet von Blanka Weber.

Litauen heute
Litauen habe sich nach der Wirtschaftskrise 2008 durch Reformen und Sparmaßnahmen zu einem stabilen EU-Mitgliedstaat entwickelt und könne ein stetiges Wirtschaftswachstum vorweisen. Der Lebensstandard habe sich seit dem EU- Beitritt verbessert. Im Augenblick sei das Land nach den Wahlen dabei eine Regierung zu bilden. Matulionis betonte darüber hinaus die wichtige Rolle der Außenpolitik für sein Land, gerade im Hinblick auf Russland und den USA. Nach der dortigen Wahl sei man bemüht, die guten transatlantischen Beziehungen aufrecht zu erhalten. Dr. von Kyaw machte in diesem Zusammenhang deutlich, dass sich Litauen als Grenzland zu Russland in einem Zwiespalt befinde und appellierte an die Verantwortung Deutschlands, diese Region zu unterstützen. Verständnis und Solidarität müssten in den Beziehungen der Länder mitschwingen.

Litauen und die EU
Gerade in Bezug auf die EU- Mitgliedschaft machte Matulionis deutlich, dass Litauen ein zufriedener Partner sei und man mit Stolz darauf verweisen könne, nicht auf finanzielle Stützen aus den Hilfsfonds der EU während der Wirtschaftskrise angewiesen zu sein schien. Das BIP des Landes stieg zwischen 2004 und 2016 von 41% auf 71% und auch die Abwanderungsrate reduziere sich seit Jahren.

Sicherheitspolitik
In Bezug auf die Sicherheitspolitik mahnte der Botschafter Litauens an, gerade nach der US- Wahl, dem ganzen mehr Zeit zu geben und keine voreiligen Schlüsse zu ziehen. Die Beibehaltung der guten transatlantischen Beziehungen habe demnach eine hohe Priorität. In Bezug auf Russland hingegen sei man bestrebt mehr in die Verteidigung des Landes zu investieren und auch mithilfe von Rüstungsverträgen mit Deutschland sich besser aufzustellen. Auch mit Blick auf Polen und dessen Haltung gegenüber Russland sei man bemüht sich geopolitisch mit seinen Partnern zu einigen. Die baltischen Staaten seien zwar wirtschaftliche Konkurrenten aber auch Partner. Zurzeit gebe es durchaus Provokationen seitens Russlands aber keine konkreten Hinweise auf weitergehende Schritte.

Im weiteren Verlauf wurde die Gesprächsrunde für die Zuhörer geöffnet, die Anmerkungen äußern und Fragen stellen konnten. Neben weiteren Ausführungen zu den Beziehungen zu Russland und den USA wurden auch Fragen zur Wehrpflicht in Litauen, zur geografischen Lage des Grenzgebiets zu Russland und der deutsch- litauischen Geschichte gestellt. Ebenfalls wurde das Thema der Korruption angesprochen; Matulionis versicherte, man sei sehr bemüht das Problem zu lösen und die Regierung verschließe nicht die Augen davor.
Nach einem kurzen Schlusswort seitens Maja Eib, Landesbeauftragte für politische Bildung des politischen Bildungsforum Thüringen der Konrad-Adenauer-Stiftung endete die Veranstaltung. Im Anschluss fand ein kleiner Empfang statt bei dem die Möglichkeit zu weiteren Gesprächen bestand.

Autoren

Maja Eib, Jessica Nies

Serie

Veranstaltungsberichte

erschienen

Erfurt, 14. November 2016